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Junge Geflügelzüchter stehen zu ihrem Hobby

Geflügelschau in Hachborn Junge Geflügelzüchter stehen zu ihrem Hobby

Jost Bier ist seit Jahrzehnten ein Garant für deutschlandweite Erfolge des Geflügelzuchtvereins von Hachborn. Aber auch die jungen Züchter liefern immer wieder beachtliche Erfolge.

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Geballte Erfahrung: Die jungen Züchter Luca Andorfer (von links), Phil Becker, Kira Dietz und der erfahrene Züchter Jost Bier zeigen ihre Tiere in dieser Schausaison wieder für den Hachborner Geflügelzuchtverein.

Quelle: Patricia Kutsch

Hachborn. Es gackert und kräht vielstimmig aus dem Zelt vor dem Vereinsheim der Geflügelzüchter: Holländische Zwerge, Vorwerk- und Bantam-Hühner oder Startauben stehen dort in ihren Käfigen und präsentieren sich von ihrer schönsten Seite. Insgesamt 84 Tiere haben die Züchter zur Vereinsschau in Hachborn ausgestellt.

Zu den schönsten Tieren der Schau wurden ein rot gesattelter Holländischer Zwerg vom erfahrenen Züchter Jost Bier und eine silberfarbig gebänderte Zwerg-Wyandotte vom jungen Züchter Phil Becker gekürt. „Mir haben zwei Punkte gefehlt, dann hätte ich den Leistungspreis für die sechs besten Tiere der Schau bekommen“, sagt Becker - nicht neidisch, sondern ziemlich stolz auf seine schönen Tiere. Geholt hat den Preis nämlich wieder Jost Bier, der mit seiner Zucht derzeit die besten Holländischen Zwerge in Deutschland hat. Das wurde ihm auf der Geflügelschau in Hannover kürzlich erst bescheinigt.

20-Jähriger züchtet schon seit 16 Jahren

Phil Becker ist erst 20 Jahre alt, hat aber auch schon sehr viel Erfahrung in der Geflügelzucht: Seit 1999 hat er eigene Zwerg-Wyandotten. „Mein Opa hatte immer welche und ich wollte das dann auch“, erklärt er. Die Liebe zum Geflügel hat er quasi geerbt. „Es ist toll, die Tiere von klein auf zu sehen, die Entwicklung zu beobachten und Zeit mit ihnen zu verbringen.“ Mittlerweile hat der junge Züchter rund 100 Küken im Jahr. Aus denen wählt er die schönsten Tiere für Ausstellungen und die Zucht aus. Die anderen Hühner schlachtet er, isst sie auch gerne mal selbst.

Auch der 23-jährige Luca Andorfer züchtet schon lange Hühner. „Ich bin da mehr so reingerutscht“, sagt er mit einem Lachen. Irgendwie eben auch über seinen Großvater. Zunächst hat Andorfer als Kind geholfen, später dann die Zwerg-Wyandotten seines Opas übernommen. „Letztes Jahr sind sie mir wegen einer Krankheit jedoch alle eingegangen.“ Also hat Andorfer sich mit New Hampshire eine ganz neue Rasse ausgewählt. „Diesmal wollte ich große Hühner haben“, erklärt er. In diesem Jahr hat er also das erste Mal Küken seiner neuen Rasse. Ausstellen konnte er sie in Hachborn allerdings noch nicht - sie waren noch zu klein.

Freunde finden das Hobby nicht uncool

Die Zeit der Ausstellungen beschreiben die beiden jungen Männer als sehr arbeitsintensiv: Die Tiere müssen nach den Bewertungsrichtlinien ausgewählt und auf die Schau vorbereitet werden. „Die Beine müssen sauber gemacht werden und ein bisschen eingeölt, damit sie schön glänzen“, verraten die beiden. Außerdem müssen die Tiere an die Schaukäfige gewöhnt werden - „damit sie während der Ausstellung nicht unruhig sind, sondern ganz normal stehen.“ Viel Arbeit macht auch die Zeit der Zucht und des Kükenschlupfes im Februar bis April. „Danach haben wir nicht mehr viel zu tun“, sagt Luca Andorfer. „Bis die Schauzeit im Oktober anfängt, müssen wir die Tiere eigentlich nur füttern.“

Die beiden gehen gerne auf die Tierschauen - schließlich treffen sie dort auf viele Gleichgesinnte. „In unserem Alter sind da wenige dabei“, geben beide zu. Das macht ihr Hobby aber nicht weniger spannend, die Freunde finden es auch nicht uncool. „Klar, manchmal machen die dumme Sprüche“, gibt Phil Becker mit einem Lachen zu. „Aber eigentlich ist es egal, was wir für ein Hobby haben.“

Jugendleiter ist mit den Leistungen zufrieden

Kira Dietz, die 18-jährige Freundin von Phil Becker, kam sogar durch ihn zur Geflügelzucht - ohne Opa und relativ spät: Seit einem Jahr hat sie Bantams mit einem orange­farbenen Hals. Und die hat sie gut im Griff, stellt sie erstmals aus - und trägt sie manchmal auch auf der Schulter, ohne dass sie davonflattern.

Jugendleiter Heiko Findt zeigt sich zufrieden mit den Leistungen seiner ehemaligen Schützlinge - und auch mit den Zuchtergebnissen der aktuell zehn Jugendlichen.

Alle konnten in diesem Jahr jedoch nicht ausstellen: „Wir hatten dieses Jahr einige Probleme“, erklärt er. So seien einem Jugendlichen die Küken eingegangen, bei einem anderen seien die Tiere einfach noch nicht weit genug entwickelt. Deswegen ist die Zahl der Aussteller in diesem Jahr etwas geringer als üblich.

Von Patricia Kutsch

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