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Jung und Alt machen die Politik

Jung und Alt machen die Politik

Kommunalpolitik ist vielerorts eher eine Sache der Älteren. Doch wo es der Politik gelingt, die Menschen mitzunehmen, kommen auch Junge nach.

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Er ist erst 23 Jahre alt und hat schon fünf Jahre als Ortsvorsteher hinter sich: Christian Fischer aus Kehna.

Quelle: Thorsten Richter

Kehna. So jung und schon ein Ortsvorsteher. Christian Fischer aus Kehna hat mit seinen 23 Lebensjahren schon eine ganze Legislaturperiode auf dem Buckel an der Spitze des Ortsbeirats. Und auch im Gemeindeparlament von Weimar, in das er als Nachrücker einzog, wirkt er seit einigen Jahren als FDP-Abgeordneter mit.

Als der BWL-Student vor fünf Jahren in sein Amt gewählt wurde, hatte er gerade die Volljährigkeit erreicht und war somit der jüngste Ortsvorsteher Hessens. „Ich wollte einfach etwas bewegen“, sagt Fischer und erklärt, dass er in die Kommunalpolitik ganz selbstverständlich hineingewachsen sei – „obwohl niemand sonst in meiner Familie politisch engagiert ist“. Mit der Arbeit im Jugendbeirat der Gemeinde Weimar fing es vor zwölf Jahren an.

Durch Bekannte kam Fischer zur FDP, fand dort seine politische Heimat und stürzte sich mit Begeisterung in die Politik vor Ort – denn die sei schließlich der wichtigste Baustein des Staats: „Was in den Kommunen entschieden wird, hat unmittelbare Bedeutung für die Menschen“, erklärt der 23-Jährige, der die Bürger seines Heimatdorfs im Dialog mit der Gemeinde ebenso unterstützen will wie bei der Lösung von Problemen mit wuchernden Hecken und zugeschütteten Gräben.

Die Wähler entscheiden am Sonntag, wo sich der junge Kommunalpolitiker künftig einbringen darf. Sie entscheiden aber auch über die kommunalpolitische Zukunft von altgedienten und erfahrenen Kandidaten, wie Klaus Weber aus Kirchhain einer ist.

Während der politische Nachwuchs seine Sturm-und-Drang-Zeit erlebt, hat der pensionierte Lehrer und SPD-Mann nach 36 Jahren des ununterbrochenen kommunalpolitischen Engagements auch schon mal ans Aufhören gedacht. „Ich wurde aber gebeten, weiterzumachen“, sagt der Ehemann, dreifache Vater und Großvater und erzählt anfangs drucksend, dass er durch seine Kontakte in der Politik schließlich schon viel habe helfen können, berichtet der 64-Jährige.

Jetzt, wo er im Ruhestand ist, falle ihm erst so richtig auf, wie groß die Verantwortung sei, die die kommunalpolitische Arbeit mit sich bringe. „Wie habe ich das früher alles nebenher geschafft?“, fragt er sich und fügt an, dass es schon sehr nachvollziehbar sei, „wenn die jungen Leute das neben ihrem beruflichen Werdegang nicht schaffen“.

Wünschenswert sei es allemal, dass es den Parteien gelingt, mehr Jüngere für die Mitarbeit in der Politik vor Ort zu gewinnen. Denn nach 25 Jahren in der Stadtverordnetenversammlung in Kirchhain, nach 12 Jahren im Kreistag und 26 Jahren im Kreisausschuss weiß Weber genau, wie wichtig und zukunftsweisend Entscheidungen sein können, die in der Kommunalpolitik getroffen werden.

von Carina Becker

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