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Jetzt liegt ein Kaufgebot für Mehrzweckhalle vor

Gemeindevertretung Jetzt liegt ein Kaufgebot für Mehrzweckhalle vor

Wird der Festplatz „Auf der Schwärz“ zugunsten einer Wohnbebauung aufgegeben? Oder bleibt er erhalten - möglicherweise sogar mit einer sanierten Mehrzweckhalle?

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Nach gültigem Beschluss soll die Mehrzweckhalle abgerissen werden. Doch nun gibt es ein Kauf- und Sanierungsangebot. Ändert das die Pläne der Gemeindevertretung?

Quelle: Götz Schaub

Fronhausen. Heute Abend sollen die Fronhäuser Gemeindevertreter darüber entscheiden, ob der Festplatz in Fronhausen „Auf der Schwärz“ überplant wird und einer komplett neuen Nutzung zugeführt wird. Vorgesehen ist nach einem Abriss der alten Mehrzweckhalle eine Wohnbebauung, ein Kinderspielplatz und eine Erweiterung der „Park&Ride“-Fläche.

Die Wohnbebauung wurde bisher immer als „Betreutes Wohnen“-Projekt bezeichnet und geht auf die Fronhäuser Investorin Angelika Knorr-Marin zurück. Die projektbezogene Bezeichnung „Betreutes Wohnen“ gibt es laut Investorin allerdings nicht. Viel mehr plane sie die Errichtung von seniorengerechten und barrierefreien hochwertigen Eigentumswohnungen.

Weil die Burschenschaft Fronhausen allerdings für den Erhalt des Festplatzes an Ort und Stelle plädiert und dafür sogar 500 Unterschriften aus der Fronhäuser Bevölkerung gesammelt hat, wurde auch ein Alternativstandort für das Wohnprojekt gesucht und gefunden: Der Landbesitzer Ernst Bodenbender bietet ein Grundstück oberhalb des Bolzplatzes an von einer Größe zwischen 3500 und 4700 Quadratmetern. Nach der Ausschuss-Sitzung am vergangenen Mittwoch (die OP berichtete) fand eine Besprechnung zwischen Bodenbender und Investorin Knorr-Marin im Beisein des Bürgermeisters und des Bauamtsleiters der Gemeinde Fronhausen statt, um auszuloten, inwiefern der Alternativstandort eine gangbare Lösung darstellen könne.

Für Angelika Knorr-Marin zählt in erster Linie die definitive Zusage, auf einem Grundstück in Fronhausen investieren zu können, vorzugsweise auf dem jetzigen Festplatz, weil dieser schnell verfügbar wäre. Sollte ihr kein Grundstück verlässlich angeboten werden, habe sie noch bis zum 30. Juni die Option auf ein Grundstück außerhalb der Gemeinde.

Bodenbender geht davon aus, dass sein Alternativstandort der zum Teil Bauland ist, zum anderen Teil noch als solcher ausgewiesen werden müsste, innerhalb von 40 Wochen Baureife erlangen könnte. Bauamtsleiter Michael Esken geht hingegen von einer Zeitspanne bis zu 134 Wochen aus. Einen Direktverkauf des Grundstückes von Bodenbender an Knorr-Marin lehnt die Investorin ab. Sie möchte, dass das Grundstück zunächst von der Gemeinde gekauft wird. Diese jedoch lehnt den Kauf ab, weil Bodenbender an den Verkauf seines Grundstücks eine Bedingung knüpft: den Erhalt des Festplatzes „Auf der Schwärz“. Damit hat sich das Thema Alternativstandort wohl erledigt, wenn nicht die Gemeindevertretung den Grundstückskauf durch die Gemeinde beschließen sollte.

Der Vorsitzende der Burschenschaft Fronhausen, Nils Meckbach, hat indessen der Gemeinde ein Kaufgebot für die Mehrzweckhalle unterbreitet. Der Gemeindevorstand kann dieses jedoch nicht annehmen, weil die Gemeindevertretung im Zuge der Beplanung des Gebiets „Auf der Schwärz“ deren Abriss beschlossen hat. „Beschlüsse kann man auch rückgängig machen“, gibt sich Meckbach kämpferisch. Denn er will die Halle nicht nur kaufen, er will auch dafür sorgen, dass das Dach saniert wird und die Halle in ihrer Bausubstanz kein Asbest mehr aufweist.

„Anschließend möchte ich die Halle an einen Fronhäuser gewerbetreibenden vermieten“, sagt Meckbach gegenüber der OP. Dieses Vorhaben habe den Vorteil für die Gemeinde, dass sie sich um den Abriss der Halle nicht mehr kümmern muss. Für die Burschen sei dann der Festplatz gerettet und der Alternativstandort für Angelika Knorr-Marin immer noch vorhanden.

Nun ist es an den Gemeindevertretern zu entscheiden, in welche Richtung es gehen soll, zumal sich das Projekt „Betreutes Wohnen“ jetzt als Bau von „barrierefreien Eigentumswohnungen“ darstellt. Wollen sie dafür den Festplatz auch hergeben, oder plädieren sie für einen Alternativstandort?

Die Sondersitzung der Gemeindevertretung beginnt heute um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Fronhausen.

von Götz Schaub

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