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Jeder vierte Unfallfahrer im Kreis flüchtet

Unfallstatistik für den Landkreis Jeder vierte Unfallfahrer im Kreis flüchtet

Mehr Unfälle, aber weniger Todesopfer: Das ist die Hauptaussage der polizeilichen Unfallstatistik für den Landkreis, die am Freitag veröffentlicht wurde.

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Ein Mann starb im Februar bei Albshausen. 2010 starben acht Menschen auf den Straßen im Kreis, in den ersten drei Monaten dieses Jahres schon fünf.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Polizeidirektion Marburg verzeichnete im abgelaufenen Jahr insgesamt 4.407 Unfälle, das sind 239 oder 5,7 Prozent mehr als 2009.

Ganz allgemein gesagt verliefen die Unfälle jedoch „glimpflicher“: Bei 740 Unfällen wurden Menschen verletzt, das sind etwa 10 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch die Zahl der Verletzten sank von 1.119 auf 1.035.
Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den Verkehrstoten im Kreis: Nach 12 Todesopfern im Jahr 2009 waren es 2010 noch 8 Menschen. Das ist nach Angaben der Ordnungshüter der niedrigste Stand seit 30 Jahren. In den Jahren 2005 bis 2008 lag diese traurige Zahl stets zwischen 15 und 17 Toten.

„Jeder Mensch, der bei einem Unfall zu Tode kommt, ist einer zuviel. Mir ist bewusst, dass Angehörige ein ganzes Leben mit diesem Schicksalsschlag zu kämpfen haben. Trotzdem macht der erneute Rückgang Mut“, ließ sich Konrad Stelzenbach, Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf zitieren und versprach, dass dies für die Polizei ein weiterer Ansporn sei, die Zahl der Opfer weiter zu senken – durch „Prävention und Repression“, also vorbeugende (Überzeugungs-)Arbeit und verstärkte Verkehrsüberwachung.

Allerdings stehen die Chancen für eine ähnlich niedrige Zahl der Todesopfer im Jahr 2011 nicht allzu gut. Allein in den ersten drei Monaten starben bereits fünf Menschen auf den Straßen des Kreises: drei Autofahrer, ein Mofafahrer und ein Fußgänger.

Besonders unerfreulich ist die Bilanz bei der Unfallflucht. Sie steigt im Kreis seit fünf Jahren in absoluten Zahlen kontinuierlich an und lag 2010 mit 25,9 Prozent Anteil an allen gemeldeten Unfällen etwa genauso hoch wie im Vorjahr.
Das bedeutet, das weiterhin jeder vierte Unfallverursacher verschwindet, ohne sich seiner Verantwortung zu stellen. Ein typischer Fall sind dabei die Parkplatzrempler: 85 Prozent der gemeldeten Unfallfluchten betreffen den ruhenden Verkehr, so Polizeisprecher Martin Ahlich. Die Aufklärungsquote solcher Fälle ist vergleichsweise gering. Insgesamt ermittelte die Polizei 2010 in 35,4 Prozent der Fälle einen Verursacher (-2,8 Prozent).

Allein in den vergangenen Tagen ereigneten sich im Kreis 10 Wildunfälle. Alle Unfälle passierten zwischen etwa 5 und 7 sowie zwischen 20 und 22.15 Uhr. Das ist auch nach statistischen Auswertungen ganz typisch für Wildunfälle. Von 536 Unfällen im Jahr 2001 stieg die Zahl der Wildunfälle bis 2010 auf 866. Das macht etwa 20 Prozent aller Unfälle aus. Gerade in diesen Wochen erfordert der Wildwechsel erhöhte Wachsamkeit und Vorsicht außerhalb geschlossener Ortschaften und in Waldgebieten.

von Michael Agricola

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