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Irritation über zweiten Verein

Feuerwehr Bellnhausen Irritation über zweiten Verein

„Dissonanzen“ sollen in Bellnhausen dazu geführt haben, dass sich 2012 ein zweiter Feuerwehrverein gegründet hat. Diese Tatsache löste zur Jahreshauptversammlung eine längere, aber sehr sachliche Diskussion aus.

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Der Vorsitzende Hartmut Törner (stehend) in der Diskussion mit Vereinsmitgliedern zu den aktuellen Vorgängen in Sachen Feuerwehr.

Quelle: Martina Becker

Bellnhausen. „Förderverein Blaulichtfreunde Bellnhausen“ nennt er sich, der neue Verein. Den Vorstand bilden aktive Feuerwehreinsatzkräfte sowie „feuerwehrinteressierte Bürger“. Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des Stammvereins hatte er mittels eines Flyers die Bürgerinnen und Bürger über seine Ziele informiert.

Die Unterstützung der aktiven Einsatzkräfte, insbesondere die Anschaffung von erweiterter, persönlicher Schutzausrüstung und Ausbildungsmaterialien stehen hier zuoberst. „Unserem jungen Verein, der sich im Juli 2012 gegründet hat, ist es schon gelungen, einen Laptop für die Aus- und Weiterbildung an die Bellnhäuser Einsatzkräfte zu übergeben“, so eine der Informationen.

Ausgangspunkt dieser „Spaltung“ sei eine sehr persönliche Auseinandersetzung gewesen, erzählte der Erste Beigeordnete Lothar Mücke während der Jahreshauptversammlung im Gespräch mit der OP. Unter Punkt Verschiedenes, der ansonsten unspektakulären Versammlung bat er den Vereinsvorstand um eine Meinung und dem geplanten Umgang mit der Situation. „Wir haben ein klares Signal an die Aktiven gegeben und in der Tat gibt es einen Punkt, an dem wir im Moment nicht durch eine Tür kommen“, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Heiner Pfeffer, der im Sommer dieses Amt übernommen hatte.

Jens Hemer übernimmt Vorsitz der „Blaulichter“

Sein Vorgänger, Jens Hemer, ist nun Vorsitzender der Blaulichtfreunde. Beschlossen hatte der Feuerwehrverein im Sommer eine Satzungsänderung. Diese sieht vor, dass Mitglieder des Vorstandes auch Mitglied im Verein sein müssten. Hemer sei bislang ausschließlich Mitglied der Einsatzabteilung und nicht Mitglied im Verein gewesen, erklärte Mücke der OP. Dieser Vereinsbeschluss wurde im 460 Einwohner zählenden Dorf nicht nur positiv aufgenommen. Gemunkelt wurde während der Versammlung auch, dass der Wehrführer Dirk Rabenau, der im neuen Verein als Schriftführer fungiert, aus dem Stammverein ausgetreten sei. Der Vorsitzende Hartmut Törner erklärte, dass ihm keine Kündigung zugegangen sei. Überdies gibt es mittlerweile Bürgerinnen und Bürger, die beiden Vereinen angehören. „Wir akzeptieren den neuen Verein, sehen in ihm auch keine Konkurrenz und planen daher keine besondere Reaktion“, sagte Pfeffer. Er ging davon aus, dass der neue Verein auf lange Sicht nicht überlebensfähig sein werde. „Wenn es einen Wandel bei den Aktiven gibt, wird es wohl ein besseres Verhältnis geben, da die Unstimmigkeiten nur mit einigen wenigen bestehen“, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Ebenso wie die „Blaulichtfreunde“ hat auch der 120 Mitglieder starke Feuerwehrverein das Ziel, die Einsatzkräfte zu unterstützen.

„Dass wir die Aktiven unterstützen, haben wir dieses Jahr wieder bewiesen, denn die gesamten Einnahmen vom Backhausfest wurden übergeben“, betonte Pfeffer. Einer der Streitpunkte scheint die Jugendarbeit zu sein. Diese findet in Bellnhausen seit rund 20 Jahren nicht mehr statt.

„Der Druck vom Verein wird so lange ausgeübt, bis verstanden wird, dass diese Arbeit dazugehört.“ Das sei das Hauptziel in Richtung Aktive, betonte Pfeffer. Die 50 Vereinsmitglieder fanden nach diesen Ausführungen, dass der Vorstand in seiner Meinung unterstützt werden solle. Dennoch war man sich einig, dass diese „Spaltung“ für Bellnhausen nicht gut sei. Der stellvertretende Ortsvorsteher Matthias Grün schlug vor, dass das Gespräch mit den Aktiven gesucht werden müsse.

Neuer Förderverein besteht aus mehr als 20 Mitgliedern

Jens Hemer nahm auf Anfrage der OP wie folgt Stellung. „Wir sind keine Konkurrenz, sondern ein gemeinnützig anerkannter Förderverein für die Einsatzabteilung und verfügen bereits über mehr als 20 Mitglieder.“ Er sei sich sicher, dass Dirk Rabenau aus dem Hauptverein ausgetreten ist, die OP konnte Rabenau selbst gestern nicht erreichen. Hemer geht davon aus, dass sich der neue Verein etablieren wird, sieht aber auch keine Konkurrenz zum Feuerwehrverein. „Es ist doch eigentlich eine normale Sache, dass es ganz gezielt für die Einsatzabteilung einen Förderverein gibt“, sagt er mit Verweis auf Oberwalgern, wo sich im vergangenen Jahr ebenfalls ein zweiter Verein gründete . „Es wird niemand aufgefordert, sich für eine Seite entscheiden zu müssen“, stellt Hemer zudem heraus.

von Martina Becker

und Götz Schaub

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