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„Investor verschwindet und wir gucken in die Röhre“

Pauly in Wenkbach „Investor verschwindet und wir gucken in die Röhre“

„Eine entspannte Sitzung“ erwartete Bürgermeister Peter Eidam vor dem Treffen der Weimarer Gemeindevertreter. Und sollte Recht behalten: Nach den jüngsten Turbulenzen wurden die Tagesordnung diesmal fast ohne Diskussionen abgearbeitet.

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Die Firma Pauly will ihren Standort in Wenkbach aufgeben. Die Weimarer Gemeindevertreter appellieren an die Unternehmensführung, die Arbeitsplätze zu erhalten.

Quelle: Nadine Weigel

Niederweimar. Die SPD-Fraktion hatte eine Resolution für den Erhalt des Produktionsstandorts Wenkbach der Firma Pauly eingebracht. Laut dieser sei die Entscheidung, den Standort Wenkbach zu schließen, angesichts der Geschäftszahlen nicht nachvollziehbar (die OP berichtete). „Die von der Kündigung betroffenen Arbeitnehmer haben seit mittlerweile nahezu 50 Jahren wesentlich zum Erfolg der Produktmarke beigetragen. Darüber hinaus hat die Gemeinde Weimar insgesamt rund 500000 Euro zum Erhalt des Standorts und einer vor wenigen Jahren noch beabsichtigten Produktionserweiterung investiert“, führte SPD-Fraktionsvorsitzender Stephan Wenz aus. Daher müsse das Unternehmen Verantwortung für die 138 betroffenen Arbeitnehmer übernehmen. Jost-Hendrik Kisslinger, Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte, dass die Ansiedlung in den neuen Bundesländern bereits „ein erster Fingerzeig“ gewesen sei, wo die Reise hingehe. Doch er gab zu bedenken: „Wenn es um eine Solidaritätsbekundung mit den Mitarbeitern geht, finde ich das toll und wichtig. Aber die Rücknahme der Kündigungen bleibt wohl nur ein frommer Wunsch.“

Reinhard Ahrens von den Grünen kritisierte die Risikoverschiebung von den Investoren zur Gemeinschaft: „Die Kommunen sollen immer investieren. Und wenn das passiert ist und dem Investor passt etwas nicht, verschwindet er - und wir gucken in die Röhre.“ Leidtragende seien immer die Arbeitnehmer.

Lampentausch nach und nach

Ebenfalls von der SPD-Fraktion kam der Antrag, die Wirtschaftlichkeit eines Austauschs der Innen- und Hallenbeleuchtung der gemeindlichen Liegenschaften durch alternative Leuchten zu prüfen und zu bewerten. Bürgermeister Peter Eidam erklärte, dass die Investitionssumme für die beiden Kindergärten in Oberweimar und Roth bei 16165 Euro läge. Somit könne man einen Antrag auf 40-prozentige Förderung stellen. Die Wirtschaftlichkeit soll nun geprüft werden - dafür sprach sich der Gemeindevorstand einstimmig aus.

Auch die Straßenbeleuchtung soll sukzessive auf alternative Leuchtelemente umgerüstet werden. Auf Anfrage der SPD-Fraktion berichtete Eidam von der weiteren Planung der Umstellung. Es bestehe bei den Quecksilberdampflampen (HQL) derzeit kein Zwang zum Austausch. „Aber sie sind ab 2016 nicht mehr auf dem Markt.“ Im Falle eines Defektes sollen neue LED-Leuchten installiert werden. Je nach Straßenzug solle entschieden werden, ob nur die einzelne Leuchte oder gleich mehrere ausgetauscht würden. Etwa 25 Leuchten könnten von den im Haushalt eingestellten 10000 Euro ausgetauscht werden. Zwei Glockenleuchten in der Alten Bahnhofstraße seien bereits ausgetauscht worden, weitere sollen folgen.

Lydia Schneider, Fraktionsvorsitzende der Grünen, brachte den Antrag ein, dass der Gemeindevorstand die notwendigen Vorbereitungen für eine Bewerbung um die Aufnahme Weimars in das Dorferneuerungsprogramm ab 2017 treffen solle. Bis 2015 befinde sich Allna in der Dorferneuerung, und „sicher werden auch noch Projekte in 2016 zu Ende geführt.“

Ab 2017 sollte sich Weimar erneut um finanzielle Unterstützung in der Weiterentwicklung mit einem kommunalen Entwicklungskonzept bemühen, „die zur nachhaltigen Lösung von Problemen in der Lebens- und Versorgungsqualität beitragen“.

Schneider mahnte eine frühzeitige Bewerbung an, denn diese sei sehr zeitaufwändig - und es sei nicht garantiert, dass die Gemeinde in der nächsten Förderperiode berücksichtigt werde. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

von Andreas Schmidt

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