Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
„Innovationspark“ ist vom Tisch

Antrag abgelehnt „Innovationspark“ ist vom Tisch

Das Thema „Innovationspark“ in Ebsdorf darf als ­offiziell beendet angesehen werden. Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat das „Nein“ aus Gießen akzeptiert und dem Ebsdorfer Unternehmen einen Alternativstandort angeboten.

Voriger Artikel
Erstes Ziel: Sanierung des Sandweges
Nächster Artikel
Neue Ära mit zwei Frauen im Beirat

Die Freifläche zwischen Rettungswache und Servicehof in Heskem befindet sich im Besitz der Gemeinde Ebsdorfergrund. Dort sollte eine Unterkunft für Asylbewerber entstehen, die aber aktuell nicht mehr benötigt wird.

Quelle: Thorsten Richter

Ebsdorf. Die von der Gemeindevertretung einstimmig auf den Weg gebrachte Gewerbegebietserweiterung in Ebsdorf ist vom Regierungspräsidium als nicht genehmigungsfähig zurückgewiesen worden. Warum das?

„Weil nach der Klageabweisung des Landwirts gegen die Ortsumgehung Heskem, diese nun gebaut und das in Heskem von der Gemeinde seit langem geplante Gewerbegebiet damit auch kommen kann“, sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Das sei zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die Ausweisung eines Gebietes in Ebsdorf nicht vorhersehbar gewesen, schiebt er nach.

Bürgerinitiatve freut sich über den Beschluss

Wie dem auch sei, soll es jetzt bloß keine Verlierer geben. Gewinner des „Neins“ aus Gießen sind zunächst einmal die Anwohner, die sich gegen den ­sogenannten Innovationspark ausgesprochen hatten und zur Untermauerung ihrer Ablehnung auch eine Bürgerinitiative (BI) ins Leben riefen. Einer der Initiatoren, Thomas Kuhaupt, freut sich, diese Nachricht aus Gießen zu hören und bedankt sich sogleich im Namen der BI bei allen Bürgern, die der BI beispielsweise bei der Unterschriftenaktion ihre Solidarität ausgedrückt haben.

Das Hauptargument der BI lautete, dass das Gewerbegebiet über ein Wohngebiet angebunden werden sollte und der gesamte Verkehr ohnedies bei der An- und Abfahrt noch zusätzlich durch den Ort hätte fließen müssen. Die BI-Mitglieder machten aber auch einen Vorschlag: Sie wiesen von Anfang an darauf hin, dass das im Rahmen der Ortsumgehung Heskem geplante neue Gewerbegebiet „eindeutig der bessere Ort“ sei. Ganz wichtig: Ihr Engagement richtete sich nicht gegen mögliche Nutzer des angedachten Gewerbegebiets, sondern nur gegen ein Gewerbegebiet hinter der Bahnhofstraße in Ebsdorf.

Neuer Vorschlag durch veränderte Asyl-Situation

Nachdem bekanntermaßen uneingeschränktes Baurecht für die Ortsumgehung Heskem herrscht, kann natürlich auch das dazu gehörige Gewerbe­gebiet entwickelt werden. Doch das braucht seine Zeit, weiß Andreas Schulz. Konkret rechnet er bis zur Fertigstellung der neuen Heskemer Gewerbeflächen mit rund drei Jahren. Zeit, die das Ebsdorfer Unternehmen, das die Fläche im Innovationspark nutzen wollte, nicht wirklich besitzt.

Doch es gibt noch eine Lösung, die eine echte Perspektive aufzeigt: Zwischen dem Servicehof und der Rettungswache in Heskem verfügt die Gemeinde noch über eine bebaubare Fläche. „Diese ist zwar auch auf Beschluss der Gemeindevertretung schon zweckbestimmt für die Errichtung eines Asylbewerberheimes. Aber auch hier spielt der Zeitfaktor eine Rolle“, teilt Andreas Schulz mit. Denn: „Jetzt wo keine Flüchtlinge mehr kommen und sogar vom Kreis angemietete Immobilien für diesen Zweck leer bei uns stehen, braucht es die Umsetzung des Parlamentsbeschlusses nicht mehr“. Deshalb habe er der Ebsdorfer Unternehmerfamilie dieses Grundstück zum Kauf angeboten.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr