Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
„In den nächsten Wochen keine Flüchtlinge“

Niederwalgern „In den nächsten Wochen keine Flüchtlinge“

Das Flüchtlingscamp im Gewerbegebiet von Wenkbach ist fertig, aber noch unbewohnt. Ebenfalls fertig ist die Renovierung des alten Bahnhofs, der als Begegnungs- und Unterrichtsstätte genutzt werden soll. Der Bahnhof wurde von ehrenamtlichen Helfern renoviert.

Voriger Artikel
Größte Unterschiede liegen im Platzangebot
Nächster Artikel
Pilze und Mäuse bedrohen den Ertrag

In der ehemaligen Wartehalle gab es als kleines Dankeschön ein Abendessen für die Helfer der Renovierung. Die Schultafel deutet auf den Deutschunterricht hin, der künftig in diesem Raum angeboten werden soll.

Quelle: Manfred Schubert

Niederwalgern. Zwei Leichtbauhallen, in denen bis zu 300 Flüchtlinge unterkommen können, stehen bezugsbereit in Wenkbach. Und auch die ehrenamtlichen Helfer haben ganze Arbeit geleistet und sind bereit. Das nur wenige Schritte vom Flüchtlingscamp entfernte ehemalige Bahnhofsgebäude, das seit 1990 geschlossen gewesen war, haben etwa 30 Helfer seit dem 3. Dezember in 1000 Arbeitsstunden renoviert und eingerichtet.

Am Freitag waren die Freiwilligen zu einem Dankeschön-Abendessen im alten Bahnhof eingeladen. Landrätin Kirsten Fründt nutzte die Gelegenheit zu einer Besichtigung und um ebenfalls Dank zu sagen. „Es ist super beeindruckend, wie schnell das ging. Es ist ein schöner Ort für alle geworden, wo man sich treffen und gemeinsame Erlebnisse haben kann. Darum unterstützte der Landkreis dieses Projekt. Herzlichen Dank im Namen der Kreisgremien und Mitarbeiter“, betonte sie. Bürgermeister Peter Eidam könne stolz sein auf die aktiven Bürger seiner Gemeinde.

Am selben Tag sei die Meldung aus dem Sozialministerium gekommen, dass die Notunterkünfte zurückgebaut werden sollen. „Daher gehen wir davon aus, dass in den nächsten Wochen keine Flüchtlinge kommen. Zurzeit kommen 300 bis 400 täglich nach Hessen, vorher waren es mehr als 1000. Die Masse von 300 Flüchtlingen kommt morgen nicht nach Wenkbach, muss man klar sagen, aber die Landkreise müssen sich auf weitere Zuweisungen einstellen. Sobald wir mehr wissen, geben wir das bekannt“, erklärte die Landrätin.

Im November hatte der Landkreis eine Informationsveranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Wenkbach durchgeführt. „Ruhig und gelassen, aber unglaublich aktiv haben die Bürger darauf reagiert. Schon damals fiel das Stichwort ‚alter Bahnhof‘“, sagte Bürgermeister Peter Eidam. Auch finanzielles Engagement gab es. Die Firma Holcim, die bei Niederweimar Kies abbaut, spendete 5000 Euro für die Projekte der Flüchtlingshilfe, berichtete er. Die Wiederbelebung des Bahnhofs sei ein historischer Tag, freute sich Eidam.

Relativ schnell habe man einen Besichtigungstermin vereinbaren können, und nachdem der erste Schock über den Zustand verdaut war, habe man beschlossen, die Renovierung zu machen, blickte Jugendpfleger Marcus Ott zurück, der in Weimar die Flüchtlingshilfe koordiniert. In schnellem Tempo hätten täglich etwa 15 Helfer von morgens bis nachmittags gearbeitet. „Das Dach mussten wir nachts reparieren, das ging terminlich nicht anders“, warf Niederwalgerns Ortsvorsteher Hans Heinrich Heuser ein. Alles sei beispielhaft gelaufen; Menschen, die sich zum Teil gar nicht kannten, hätten zusammengearbeitet.

In kürzester Zeit hätten sich 140 Menschen bereiterklärt, in den mittlerweile sieben unterschiedlichen Arbeitsgruppen der Flüchtlingshilfe mitzuarbeiten, fast täglich kämen weitere hinzu, fuhr Ott fort. „Wir können jeden Tag zwei Deutschkurse anbieten, diese könnten morgen starten. Unterrichtshefte liegen in 750 Exemplaren vor, die wir von der Flüchtlingshilfe München übernommen haben, die sehr gut und kostenfrei nachdruckbar sind. Wir wollen nicht auf die Flüchtlinge warten, sondern am 24.Januar um 15 Uhr soll das erste Begegnungscafé stattfinden. Daran wollen die Betreuer mit den Flüchtlingen aus Oberweimar teilnehmen. Somit wird es ein echtes Begegnungscafé werden“, sagte Ott.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr