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In Weimar und in der Welt zu Hause

Eine von Hier In Weimar und in der Welt zu Hause

Moderieren? Schreiben? Filmen? – „Ich mache alles!“ Katja Döhne hat sich aus einem Mix vieler Berufe zu einem gefragten Ein-Personen-Team organisiert, das sehr unterschiedliche Aufträge annimmt, vor der Haustür wie auch in der ganzen Welt.

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Auf ihrer Homepage im Internet hat Katja Döhne einige ihrer Arbeiten zusammengestellt. Die Themen sind so vielfältig wie die Einsatzorte, die sie in alle Winkel dieser Welt bringen, sehr oft nach Mittelamerika, zum Beispiel für Dreharbeiten in El Salvador.

Quelle: Privatfoto

Berlin. Um es gleich zu sagen, Berlin ist nur Mittel zum Zweck, eine gute Basis für ihre Arbeit. Ihr Zuhause ist die Bundeshauptstadt nicht wirklich. Ihr Zuhause ist und bleibt zum einen der Ort, in dem sie aufgewachsen ist, nämlich Niederwalgern, zum anderen nichts Kleineres als ganz Mittelamerika, wo sie gute vier bis fünf Monate im Jahr verbringt. Ach ja, Hamburg findet sie auch noch klasse.

Ist sie glücklich mit ihrem Leben? „Ja“, sagt Katja Döhne nachdrücklich. Denn sie führt ein Leben, das beruflich voller Überraschungen steckt. Dafür muss sie aber auch immer auf Zack sein, muss sich kümmern, disziplinieren und immer verlässlich Leistung abrufen, um mit jeder abgelieferten Arbeit ihren guten Ruf in der Branche zu verfestigen. Natürlich auch, um wieder neue tolle Aufträge zu bekommen. Wer rastet, der rostet, oder verdient eben kein Geld. So einfach ist die Grundregel des freien Journalistendaseins.

„Ich habe mich bewusst für diese Art entschieden“, sagt die 31-Jährige. Journalismus ist einfach ihr Ding, aber bitte weder thematisch noch räumlich eingeengt. Ihre Bandbreite reicht von Hintergrund-Reportagen bis zu aktuellen Berichterstattungen. Sie berichtet über deutschsprachige Mennoniten in Chihuahua in Mexiko, über den vor Belize im größten Barriere-Riff der nördlichen Hemisphäre unerwünschten Rotfeuerfisch, über den kleinen Darwin-Nasenfrosch in Patagonien wie auch über Grauzonen, etwa mexikanische Leihmütter für deutsche Kinder. Sie berichtete für Spiegel online von Pegida-Demonstrationen und besuchte Christian Rätsch, der nach eigenen Angaben so gut wie alle Substanzen ausprobiert hat, die irgendwie high machen.

Erste journalistische Schritte machte sie bei der OP

Sie kommt mit skurrilen Menschen, interessanten, armen, aber auch sehr bekannten Menschen in Kontakt. Und mit Menschen, die auch ihre Sicht der Dinge prägen, wie etwa die Menschen in Mittelamerika. „Dadurch dass ich viel im Ausland bin und die Lebensstandards dort sehe, weiß ich nicht, wie Deutsche sagen können, dass ihnen die Flüchtlinge etwas wegnehmen. Die Großherzigkeit könnte in Deutschland größer sein. Die Menschen in Mittelamerika haben weit weniger, sind aber sehr glücklich.“ Bei der Demonstration in Dresden zum Tag der Deutschen Einheit habe sie die „volle Ladung unbegründeten Ausländerhasses“ gesehen und kann nicht verstehen, warum „wir uns hier in Deutschland nicht einfach locker machen können und etwas abgeben vom Reichtum“.

Manchmal arbeitet sie in einem Team, aber meistens ist sie mit dem zu bearbeitenden Projekt auf sich alleine gestellt. Sie filmt mit der Kamera, sorgt für den Ton und schneidet den Film. Die erzählenden Sprecher stellen dann die Sender selbst. Döhne macht kurze Beiträge, und längere Reportagen. Für den Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) wird sie bald mit einer Kollegin in den USA einen 45-Minuten-Film drehen, der im Rahmen des Lutherjahres 2017 gezeigt werden soll. Dafür sind zehn Drehtage veranschlagt.

Ihre ersten journalistischen Sporen verdiente sie sich – ja, das muss auch mal gesagt werden – bei der Zeitung, die Sie gerade in den Händen halten, der OP.

„Druck hilft offenbar auch, Gutes zu produzieren“

Die freie Mitarbeit für die Lokalressorts machte ihr so viel Spaß, dass Journalismus zum Berufswunsch wurde. Zunächst ging sie zum Studium nach Hamburg und verliebte sich sehr in diese Stadt. Doch als sie sich für ein Volontariat bewarb, freute sie sich sehr über die Möglichkeit, beim RBB, also in Berlin anfangen zu dürfen. „Ich wollte einfach gerne bei den Öffentlich-Rechtlichen was machen“, sagt sie.

Festanstellungen gibt es allerdings nicht gerade wie Sand am Meer. Also verlegte sie sich auf das Leben als Freie mit vielen verschiedenen Arbeitgebern. Spiegel online, Deutsche Welle, und natürlich RBB. Am Samstag sendet RTL im Rahmen der Sendereihe „Die Fakten-Checker“ auch einen Beitrag von Katja Döhne zum Thema „Orientierung”. Die Bearbeitung dieser Aufgabe bot ihr die einmalige Chance, in ihrer alten Heimat zu drehen. „Es geht um die Orientierung im Alltag, und Alltag kann schließlich überall sein.“ Also auch in Niederwalgern und am Seepark in Niederweimar.

Für RTL drehte sie in Niederwalgern und am Seepark

Und wie kommt sie an solche Aufträge? „Die Produktionsfirma hat jemanden gesucht, da habe ich mich gemeldet.“ So einfach kann das also sein. Natürlich nur, wenn man auch etwas kann und den Anforderungen gerecht wird. „Das kann schon stressig werden, denn die Hauptarbeit liegt darin, aus dem gefilmten Material auch einen ansprechenden Film zusammenzusetzen. Den Schnitt zu machen, ist schon eine extrem druckvolle Situation.“

Bei ihr ging es aber immer gut. „Druck hilf offenbar auch, Gutes zu produzieren“, sagt sie. Dennoch, tagesaktuelle Geschichten mag sie nicht so sehr, doch auch da steht sie ihre Frau, wenn es drauf ankommt, etwa für Spiegel online zuletzt bei den beklemmenden Vorkommnissen in Dresden am 3. Oktober.  

  • So, wer nun mal sehen will, was Katja Döhne in Weimar gedreht hat, der muss am Samstag mal sehr früh den Fernseher einschalten, nämlich schon um  9.15 Uhr auf RTL. Da liefert sie einen Beitrag zur Reihe „Die Fakten-Checker“ Und wer mal schauen will, was sie sonst so macht, ihre Homepage gibt darüber Auskunft unter www.katjadoehne.com.
 
Eine von hier

Name : Katja Döhne

Geboren : 1985 in Marburg

Heimatort: Niederwalgern

Schule: Elisabethschule Marburg

Was macht sie jetzt?
Freie TV-, Print- und Videojournalistin in Berlin

Kommt sie noch vorbei?
„Ich komme gerne und wann immer es nur geht, nach Hause nach Niederwalgern.“

O-Ton:
„Ich bin total froh, dass ich damals bei der OP anfangen durfte, zu schreiben. Habe dadurch gemerkt, dass ich unbedingt Journalistin werden will. “

von Götz Schaub

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