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Improvisation auf hohem Niveau

Karneval Niederwalgern Improvisation auf hohem Niveau

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Das galt schon für viele Großveranstaltungen und am vergangenen Samstag auch ein bisschen für den Karneval in Niederwalgern.

Die Tänzerinnen der Blue-Whites des SC Roth/Argenstein heizen unter der Leitung von Mónika Wenz-Ramos (Mitte) zur Eröffnung ein.

Quelle: Marcus Hergenhan

Niederwalgern. Der Veranstaltungsorganisator und Schriftführer des Karnevalsvereins, Marco Neusser, musste improvisieren. Denn das Prinzenpaar Nataly und Thorsten Happel vom Marburger Karnevalsverein ließ als eingeplanter Eröffnungsact auf sich warten. „Gut, die touren ja heute Abend durch einige Veranstaltungen wie unsere, von daher sind wir vorbereitet“, blieb Neusser gelassen.

Auch die rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer im vollen Saal des Niederwalgerner Bürgerhauses wurden nicht enttäuscht, routiniert sprangen die Tänzerinnen der Blue-Whites aus Roth/Argenstein als Eröffnungsnummer ein. Kein Problem für die Mädels um Trainerin Mónika Wenz-Ramos, die die Gruppe seinerzeit gegründet hatte.

„Uns gibt es ja schon seit 19 Jahren und einige sind von Beginn an mit dabei, da ist das alles kein Problem,“ so die Chefin und sie fügte hinzu: „Wir würden uns aber natürlich auch über neue Tänzerinnen freuen.“ Geprobt wird immer montags um 20.30 Uhr im Bürgerhaus Roth.

Kritischer Jahresrückblick

Im Anschluss betrat Büttenredner Michael Breitstadt die Bühne mit seinem kritischen Jahresrückblick. Dabei ging es auch mal über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus. „Nun wollen die Griechen ja 45 Milliarden Euro Schadensersatz. Aber wofür? Nur weil mal vor hundert Jahren ein deutscher Schäferhund vor die Akropolis gepinkelt hat?“ Applaus gab es dafür zumindest nicht.

Auch die Tanzgarde Germania aus Lollar musste sich etwas schneller aufwärmen als geplant. „Wir haben uns ja ein Polster eingeplant und nach einem Jahr regelmäßigem Üben und dazu noch zwei Wochen Trainingslager läuft das zum Glück alles von alleine,“ meinte Trainerin Jana Otto.

Programm kommt bei Zuschauern gut an

Die Zuschauer waren mit dem Programm zufrieden, viele sind ohnehin seit Jahren treue Fans der Veranstaltung. „Ich komme mit meinen Töchtern Christiane und Stefanie schon seit mindestens sechs Jahren hier her, mittlerweile ist eine davon Trainerin und eine Mitglied in der Afföller Tanzgarde“, berichtete Angelika Keil.

Anika Schenk war hingegen zum ersten Mal im Niederwälger Bürgerhaus, eine Kollegin hatte sie dazu eingeladen. „Gefällt mir richtig gut, vor allem die Blue-Whites“, meinte die angehende Rettungsassistentin.

Generell muss sich der Karneval keine Sorgen um den Nachwuchs machen, immerhin stand mit Fabian Schäfer als Mitglied der „Weidenhäuser Bürgergarde“ auch schon ein Grundschüler von acht Jahren auf der Bühne. „Es wird eigentlich jedes Jahr besser, wir kriegen viel positive Resonanz und es ist zusehends schwieriger, die vielen Gäste überhaupt unterzubringen,“ freute sich auch Marco Neusser, der schließlich doch noch erleichtert das verspätete Prinzenpaar ankündigen konnte.

Prinz und Prinzessin Thorsten und Nataly Happel betraten also im traditionellen Karnevalsgewand die Bühne, angemessen eskortiert vom Präsidenten des Marburger Karnevalsvereins, Markus Braun.

von Marcus Hergenhan

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