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Immer offen für ein Gespräch

Claudia Schnabel Immer offen für ein Gespräch

Die Aufgaben, mit denen sich Bürgermeisterin Claudia Schnabel in ihrer Eigenschaft als Kämmerin der Gemeinde konfrontiert sieht, sind große Herausforderungen. Dabei kann sie aber auf ein gutes Arbeitsumfeld bauen.

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Bürgermeisterin Claudia Schnabel an ihrem Schreibtisch im Rathaus Fronhausen. Die Aufgaben, die sich ihr als Verwaltungschefin stellen, geht sie mit großer Entschlossenheit an.

Quelle: Götz Schaub

Fronhausen. Das kommunalpolitische Leben in Fronhausen ist aus der Sommerpause zurück, die Ausschüsse haben schon getagt, am Donnerstagabend (19.30 Uhr DGH Fronhausen) folgt die nächste Sitzung der Gemeindevertretung. Die Ortsbeiräte formulieren darüber hinaus ihre Wünsche und Bedarfsanmeldungen für den Haushalt 2017. Alles nimmt seinen normalen Gang, und doch ist es in Fronhausen in diesem Jahr etwas anderes. Der Haushalt steht erstmals unter der Federführung  von Bürgermeisterin Claudia Schnabel. Und sie hat ehrgeizige Zielvorgaben: „Ich möchte den Haushalt in der Novembersitzung einbringen und in der Dezembersitzung verabschieden lassen.“

Dabei handelt es sich nicht nur um den ersten Haushalt in ihrer Verantwortung als Kämmerin der Gemeinde. Der 2017er ist insofern auch ein besonderer, weil er vom Landkreis aus die Zielvorgabe auferlegt bekommt, im Ergebnis ausgeglichen zu sein. Nun, das war der 2016er, der noch von Amtsvorgänger Reinhold Weber eingebracht wurde zunächst auch, doch dann sorgte ein Gewerbesteuereinbruch für eine ordentliche Schieflage, Schnabel musste im Nachtragshaushalt ein Minus von rund 600.000 Euro ausweisen. „Wir werden alles versuchen, den Ausgleich hinzubekommen, aber Eckdaten wie die Gewerbesteuer sind, wie wir gesehen haben, nicht verlässlich planbar.“

Darüber hinaus gibt es einiges in Fronhausen zu tun. Nachdem unter Reinhold Weber der Erste Beigeordnete als Ansprechpartner der Feuerwehr fungierte, setzt Schnabel wieder auf den direkten Austausch mit der Feuerwehr, insbesondere natürlich mit Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel. So und über eine gemeinsame Steuerungsgruppe werden derzeit die Voraussetzungen zur Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans erarbeitet. „Wir haben es hier auch mit einem Investitionsstau zu tun. Mehrere Fahrzeuge sind mehr als 30 Jahre alt, zudem müssen wir in den Standort investieren, und dann gibt es noch das Thema Drehleiter“, sagt Schnabel.

„Auf der Schwärz“: Bürger sollen mitentscheiden

Des Weiteren geht es bei den Treffen mit der Wehr auch um ein Konzept zur Sicherung der Tagesbereitschaft der Einsatzabteilungen. „Da sind wir auch mit den hiesigen Firmen im Gespräch. Wir haben ja nicht nur unsere Ortsteile, sondern auch einen Teil der Bundesstraße 3 abzudecken.“ Auch mit den Ortsbeiräten pflegt Schnabel einen guten Austausch. Sie war mit allen Ortsbeiräten in den entsprechenden Dörfern unterwegs und informierte sich direkt über die Themen, die dort anstehen und die Gremien beschäftigen. Weitere Schwerpunkte sind der Anbau an den Kindergarten in Bellnhausen und die Entwicklung von Baugebieten. Der Anbau an den Kindergarten ist quasi eine Verdopplung des ursprünglichen Gebäudes. Einziehen sollen eine altersübergreifende Gruppe mit Kindern ab zwei Jahren und eine Krippengruppe mit zehn bis zwölf Plätzen.

In Sachen Baugebiete werden, wie aus dem Parlament bekannt, verschiedene Optionen geprüft. „Wir schauen uns parallel dazu an, was wir noch für Möglichkeiten haben, denn es gibt schon einen Stau bei den Bauwilligen“, sagt Schnabel. Ein weiteres Thema ist die Innenentwicklung des Ortskerns von Fronhausen. Das Bauverbot aufgrund der Überschreitung der zulässigen Geruchswerte hofft Schnabel bald zu den Akten legen zu können. „Das hängt
davon ab, wann Großtiere aus dem Ortskern verlagert werden. Die Planungen dazu sind im Fluss.“

Und wie geht es mit der Umgestaltung rund um den Festplatz „Auf der Schwärz“ weiter? „Wir möchten das Thema gern auch mit den Bürgern entwickeln. Dazu gibt es eine Arbeitsgruppe, bei der sich interessierte Bürger einbringen können. Ganz aktuell findet am Samstag, 17. September, ab 10 Uhr im DGH Fronhausen dazu eine Veranstaltung statt, zu der alle Bürger eingeladen sind, die sich daran beteiligen wollen. Die Planungskosten für die Gestaltung werden sicher im Haushalt eingestellt werden, Schnabel setzt darauf, Zuschüsse über die Region Marburger Land requirieren zu können. Etwas hat sich übrigens schon getan. Die Gemeinde hat das alte Salzlager am Bahnhof verkauft. Dort soll über einen Privatinvestor eine „Event-Location“ mit Bistro entstehen, das zum Beispiel von Bahnpendlern und Nutzern des  Radweges besucht werden soll.

Straßenerneuerung, Bürgerhilfe und Imagebroschüre

Und als sei das noch nicht genug, möchte Schnabel auch das Thema Straßenzustandskataster voranbringen. Dabei soll es nicht nur um eine schlichte Prioritätenliste für die Schublade gehen. Nein, sie soll auch mit den üblichen Versorgungsträgern besprochen werden. So könnte ein Plan entstehen, wann eine Straße aufgerissen werden muss, etwa um Leitungen zu erneuern. „Das versetzt uns in die Lage, Anliegern einen langfristigen Vorlauf etwa von vier bis fünf Jahren zu bieten. Zeit, in der sie dann schon mal ihren Beitrag ansparen können.“ Parallel soll aber auch über die Möglichkeit der Einführung von wiederkehrenden Straßenbeiträgen gesprochen werden.

Dann möchte Schnabel die Gründung einer Bürgerhilfe anstoßen. Eine die sich nicht ausschließlich um die Belange von Senioren kümmert, sondern auch um Kinder und Jugendliche sowie Flüchtlinge. Sonst noch was? Ja, in Sachen Rechtsstreit wegen der ausstehenden Bezahlung zur Sanierung der Alten Lahnbrücke in Sichertshausen liegt ein gerichtlicher Vergleich vor, „der noch angenommen werden muss“, informiert Schnabel. Der Vergleich beinhaltet auch das noch ausstehende gemeinsame Projekt mit der Teilnehmergemeinschaft bezüglich der Einlaufbauwerke zum Hochwasserschutz in Sichertshausen.

Zu guter Letzt ist eine neue Imagebroschüre über die Gemeinde in Arbeit. Darüber hinaus gibt es noch ein „gutes und vielseitiges Redaktionsteam“, das sich aus Fronhäuser Sicht an der Erstellung des Jahrbuches des Landkreises Marburg-Biedenkopf beteiligt.

von Götz Schaub

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