Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Immer junge Menschen mit einbinden

Verdienstmedaille für Werner Hoffarth Immer junge Menschen mit einbinden

Er ist ein Mann der Tat. „Wenn man sich für etwas einsetzt, dann richtig“, sagt Werner Hoffarth. Wenn der Einsatz zudem Erfüllung und Spaß bringt, ist es eigentlich perfekt.

Voriger Artikel
Schwimmbad schließt für acht Wochen
Nächster Artikel
Gemeinde schickt Ü-50er auf Reisen

Werner Hoffarth aus Fronhausen.

Quelle: Privatfoto

Fronhausen. Werner Hoffarth ist ein sehr vielseitiger Mensch. Er steht gerne in der Küche und zaubert tolle Menüs. Er schleudert Honig, „geerntet“ von eigenen Bienenvölkern. Er schnitzt. Gerade ist er dabei, Krippen­figuren anzufertigen. Darüber hinaus ist er sehr naturverbunden. Ihm entgeht nicht der kleine Vogel am Futterhäuschen, er freut sich, direkt von einem Fenster seines Hauses aus, Reiher am Teich beobachten zu können. Aber er ist kein in sich gekehrter zurückgezogen agierender Zeitgenosse. Nach eigenen Worten mit einer „schwarzen Seele“ ausgestattet, war er lange Zeit in der Kommunalpolitik tätig. Seine „schwarze Seele“ beschreibt nichts anderes als seine Mitgliedschaft in der CDU, die traditionell farblich schwarz besetzt ist. In den 80er-Jahren war er im Ortsbeirat Fronhausen aktiv, dann bis 2001 im Gemeindevorstand, darunter von 1993 bis 1997 als Erster Beigeordneter, ­also als ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister in der Mannschaft rund um den damaligen Bürgermeister Helmut Preiß.

Der Vater von drei mittlerweile erwachsenen Söhnen ist in der Gemeinde Fronhausen „tief verwurzelt und heimisch“. Er ist ein bodenständiger Mann, den es aber immer wieder hoch hinaus zieht. Zu Fuß wie auch in der Luft. Er kann jedenfalls von sich behaupten, die Alpen schon auf Schusters Rappen und ein bisschen mehr abenteuermäßig mit einem Heißluftballon überquert zu haben. Das Bergwandern ist ein rein privates Hobby, das Ballonfahren ist sicherlich auch ein Steckenpferd von ihm, aber eins, woran er viele andere Menschen teilhaben lassen möchte. Aktiv wie auch passiv als Zuschauer. Von 1994 bis 2011 engagierte er sich als Ballonsportreferent im Hessischen Luftsportbund, von 1999 bis 2005 war er zudem Vizepräsident des Deutschen Freiballonsportbundes. Seit 2007 ist er Mitglied im Kurhessischen Verein für Luftfahrt Marburg und arbeitet dort als Schatzmeister im Vorstand mit. Ja Ballonfahren, das ist sein Ding. Auch wenn er also ein überzeugter CDU-ler ist, ist er ein Mensch, der auch mit anderen „Farben“ redet. So war es für ihn absolut kein Problem, als sich unter seiner Organisation Gladenbach als Austragungsort verschiedener Heißluftballon-Meisterschaften einen überregional geachteten Namen machte, der dortige Bürgermeister Klaus Bartnik sehr rot, als SPD-Mann war.

24 Ballon-Veranstaltungen fanden bislang in Gladenbach statt, darunter Hessische und Deutsche Meisterschaften mit Tausenden von Besuchern. „Das waren Sportevents mit direkter Wirtschaftsförderung“, erinnert sich Hoffarth schmunzelnd. Die Ballonfahrer kamen schließlich nicht alleine zu den mehrtägigen Wettbewerben. So waren die Hotels in und rund um Gladenbach zu diesen Zeiten sehr gut ausgelastet. Gastronome und andere gewerbliche Anbieter durften sich über zusätzlich guten Besuch freuen. In jüngerer Zeit starteten die Ballone auf dem Flugplatz des Kurhessischen Vereins für Luftfahrt in Schönstadt. Gerade im vergangenen Jahr fand dort wieder eine Deutsche Meisterschaft statt.

Hoffarth kann sich aber auch mal wieder Gladenbach als Austragungsort vorstellen. Dazu müsste aber der aktuelle Magistrat der Stadt auch entsprechendes Interesse zeigen. Für Hoffarth ist es immer schon wichtig gewesen, dass Kinder und ­Jugendliche für die Vereinsangebote interessiert werden. Darüber werden neue junge Menschen gefunden, die dem Verein beitreten, sich dort wohlfühlen und sich auch in die ehrenamtliche Arbeit mit einbringen. Seine Philosophie: So wächst eine altersmäßig sehr unterschiedliche, aber doch durch die gemeinsamen Erlebnisse und Interessen homogene Gruppe heran, die für ein aktives Vereinsleben sorgt.

Auf dem Flugplatz hat sich auch einiges getan. Dem Schatzmeister kommt das sogar seine Haltung aus der Kommunalpolitik zugute: Nicht einfach mehr ausgeben, als man einnehmen kann. Und wenn man mal ein Darlehen aufnehmen muss, auch gleichzeitig gute ­Wege für eine sichere Finanzierung zu ­suchen. Die definitiv notwendige Erneuerung der Hallendächer wird beispielsweise über die gleichzeitig mit aufgebaute Photovoltaikanlage finanziert.

Bevor Hoffarth passionierter­ Ballonfahrer wurde, ging er zunächst mit dem Segelflugzeug, dann mit dem Motorflugzeug in die Luft. „Wenn du dort oben bist und diese unglaubliche Weitsicht und Ruhe genießt, bekommst du auch automatisch einen neuen Blick für die Dinge“, sagt er.

Bei der Organisation der Ballonwettbewerbe stellte er immer wieder fest, dass die anstrengende Arbeit mit viel Lob honoriert wird. „Ehrlich gesagt, bekommst du mehr zurück, als du gibst. Die Leute freuen sich einfach, so ­etwas erleben zu können, hier direkt vor der Haustür.“

Werner Hoffarth erhält am Mittwoch aus den Händen des Hessischen Finanzministers Dr. Thomas Schäfer und Landrätin Kirsten Fründt den Verdienstorden in der Ordensstufe „Verdienstmedaille“.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr