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Im Pfarrhaus brennt wieder Licht

Dreihausen Im Pfarrhaus brennt wieder Licht

Mehr als eine halbe Million Euro lassen das Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. Es bietet jetzt neben dem Wohnraum für die Pfarrerfamilie im Erdgeschoss auch Gemeinderäume.

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Das Pfarrhaus in Dreihausen wurde runderneuert. Von außen
erstrahlt es jetzt in zartem Himmelblau.Foto: Martina Becker

Dreihausen. Ein Haus mit wechselvoller Geschichte stand am Dienstagabend im Interesse von weit über hundert Gemeindegliedern aus den Orten Dreihausen, Heskem, Mölln, Roßberg und Wermertshausen. Sie feierten die Fertigstellung ihres Pfarrhauses.

Gekommen waren Vertreter der Landeskirche, des Kirchen­kreisamtes, der Nachbarkirchspiele, Ortsvertreter, Konfirmanden sowie Kindergottesdienstkinder. Die Posaunenchöre der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und der Selbständigen Ev. Luth. Kirchen­gemeinde Dreihausen umrahmten die Andacht ebenso wie der gemeinsame Gesang von Kirchenchor und Gesangverein.

Seit 1858 gehört das Pfarrhaus zur Kirchengemeinde, die im gleichen Jahr gegründet wurde. In Wetter habe man es als Abbruchhaus für 750 Taler gekauft, so die Recherchen von Werner Garbade. Es sei alles andere als ein Prunkbau gewesen, meinte der Kirchenvorstandsvorsitzende. Ein Fachwerkhaus, dem Putz immer den Anschein eines Steinhauses geben sollte. Viele kleine Renovierungen, meist nur Flickwerk, wurden im Laufe der zurückliegenden 150 Jahre gemacht. Mit der zweieinhalbjährigen Sanierung sollte jetzt der große Wurf gelingen.

Den ersten Antrag dazu hatte vor zweiundzwanzig Jahren bereits der damalige Pfarrer Heinecke an die Landeskirche gestellt. An die jetzige Zustimmung knüpfte sie als Bedingung den Verkauf des Martin-Luther-Hauses. Der Erlös soll bei der Deckung der Kosten helfen. Dies ist bislang noch nicht geschehen. „Wir geben es nicht zu jedem Preis her“, sagte Gerhard Rödiger im Gespräch mit der OP. Die Kirche wünsche sich als Käufer eine soziale Einrichtung, so der Leiter des Kirchenkreisamtes.

Dieses Vorhaben bedeutete für den Umbau, dass das Pfarrhaus das bisherige Gemeinde­haus ersetzen muss. In dessen Erdgeschoss wurden daher zwei Räume für Kirchen- und Posaunenchor oder Konfirmanden geschaffen. Wie hoch die Kosten für die Sanierung von innen und außen sowie von unten nach oben waren, ist abschließend noch nicht bekannt. Pfarrerin Angelika Käse berichtete, dass 530000 Euro veranschlagt waren, diese aber deutlich überschritten wurden. Dass im Pfarrhaus nach zweieinhalb Jahren wieder Licht brennt und Pfarrerin Angelika Kaese nebst Familie aus dem „Exil“ in der Gemeinde Weimar wieder zurück war, wurde auf vielfältig Weise mit Willkommens- und Einzugsgeschenken sowie segensreichen Worten zum Ausdruck gebracht.

Jeder Ort der Kirchengemeinde machte dies auf ganz persönliche Weise. „Es ist nicht einfach nur eine Schlüsselübergabe. Es wird gesegnet, gebetet, musiziert, gesungen und gepflanzt“, fasste Probst Helmut Wöllenstein die Einweihung treffend zusammen.

Einen Willkommensgruß überbrachte auch Bürgermeister Andreas Schulz im Namen der politischen Gemeinde und der vier Ortsvorsteher. Er wünschte, dass die Pfarrerfamilie sich im „neuen“ Heim wohl fühle, und sie aus dem Haus heraus zu den Menschen komme, um für sie da zu sein, so wie man es von ihr seit nahezu zwanzig Jahren kenne.

Im Anschluss an den offiziellen Teil konnten die Gemeindeglieder das Pfarrhaus in aller Ruhe in Augenschein nehmen.

von Martina Becker

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