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Im Herbst sollen sich die Räder drehen

Waldinteressenten bereiten Fläche vor Im Herbst sollen sich die Räder drehen

Bereits im November ­erteilte das Regierungs­präsidium in Gießen die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz für den Bau eines Windparks in der Gemeinde Fronhausen.

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Das umfangreiche Astwerk der gerodeten Bäume bleibt in der Region. Es wurde als Brennmaterial für die Nahwärme in Fronhausen verkauft.

Quelle: Götz Schaub

Hassenhausen. Genauer gesagt entsteht der Windpark auf Privatwaldflächen der Waldinteressenten Hassenhausen. Diese entwickeln zusammen mit  der in Gilserberg ansässigen Firma Abicon GmbH insgesamt vier Windräder. Bei den vier Standorten handelt es sich ausschließlich um Flächen, die im neuen Teilregionalplan Energie als Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen sind.

„Die vier Anlagen des Typs Nordex jeweils mit einer Gesamthöhe von 200 Metern stehen dann in einer Entfernung von mindestens 1 000 Metern zu allen Ortschaften. Die Richtwerte der Anlagen hinsichtlich Schall oder Schattenwurf werden nicht überschritten“, sagt Dr. Andreas Möller, Geschäftsführer der Firma Abicon. Und wie kommen die sicher sehr großen Bauteile zu ihrem Einsatzort? Da haben Holger Möller und Ernst Breitstadt von den Waldinteressenten eine schöne Nachricht für alle Ortsbewohner, zumal in Hassenhausen bekanntlich die Umgehungsstraße und die Zwester-Ohm-Straße erst neu gemacht wurden: Es wird kein Schwerverkehr durch den Ort geleitet.

Die Zuwegung wird direkt über eine extra angelegte Abfahrt von der Bundesstraße 3 aus Richtung Gießen erfolgen. Dazu werden vorhandene Feldwege genutzt, die zum Teil für die Bauphase mit Schotter etwas verbreitert werden müssen. Eine Spitzkehre muss zudem  zu einer Kurve umgebaut werden. „Aber das ist kein Problem. Auch sonst hält sich der Aufwand im Feld im Rahmen“, freut sich Holger Möller.

Okay, und wie kommen die Fahrzeuge wieder zurück auf die Bundesstraße? Natürlich über dieselben Feldwege, aber dann? Etwa rückwärts? Möller nickt. Ganz genau. Die leeren Auflieger können in der Länge verkleinert werden, doch werden sie dann tatsächlich unter Mitwirkung der Polizei rückwärts auf die B 3 auffahren und dann über die nächste Ausfahrt ganz normal über die gegenüberliegende Zufahrt auf die Spur Richtung Süden auffahren.

Flächen entsprechen einem Viertel des Jahreseinschlags

Diese Aktionen sind wohl eher für die Nachtstunden geplant, um den Verkehr auf der B 3 so wenig wie möglich aufzuhalten. Für die Genehmigung durch die Behörde mussten zuvor über einen Zeitraum von über zwei Jahren umfangreiche Gutachten erstellt werden. Der größte Teil dieser Gutachten bezieht sich auf naturschutzfachliche Aspekte, wie z.B. die Belange der Vogelwelt. Diese wurden sehr ausführlich und über einen langen Zeitraum geprüft. „Die Ergebnisse dieser Gutachten und deren inhaltliche Unbedenklichkeit waren letztendlich auch entscheidend dafür, dass das Regierungspräsidium eine Genehmigung erteilen konnte“, sagt Dr. Andreas Möller.

In Hassenhausen gab es große Zustimmung zu diesem Projekt, was insbesondere daran liegt, dass die Bewohner von Beginn an miteinbezogen wurden und auf unterschiedliche Art und Weise an der regionalen Wertschöpfung der Anlagen partizipieren können. Derzeit finden in dem Waldgebiet die vorbereitenden Arbeiten zur Realisierung des Projektes statt. Die Rodungen sind schon abgeschlossen.

Um davon mal eine Idee zu bekommen: „Die Bäume, die dafür weichen mussten, entsprechen einem Viertel unseres normalen Jahreseinschlags“, so Holger Möller. Nach der Errichtung der Anlagen können zudem Teilflächen wieder aufgeforstet werden. Die Erdbauarbeiten der Windkraftanlagen sollen im Februar beginnen. Die Inbetriebnahme des Windparks ist für den Herbst 2017 geplant. Breitstadt und Möller gehen ganz konkret vom 30. September aus. Ab dann soll bei Hassenhausen jährlich „grüner Strom“ für etwa 12.000 Haushalte erzeugt werden.

 
Die freigeräumte Fläche für den Standort 2 von insgesamt vier Standorten. Foto: Götz Schaub

von Götz Schaub

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