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Im „Grund“ soll mehr gefeiert werden

Dorfhäuser-Konzept Im „Grund“ soll mehr gefeiert werden

Während anderenorts Bürgerhäuser geschlossen werden, blüht im Ebsdorfergrund das Dorfleben in den öffentlichen Räumlichkeiten.

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Bürgermeister Andreas Schulz und Corinna Brecht, die für das Liegenschaftswesen in der Gemeinde zuständig ist, vor dem Bürgerzentrum in Dreihausen mit den neuen Werbebroschüren.

Quelle: Suria Reiche

Dreihausen. Die zehn Bürgerhäuser wurden modernisiert, öffentliche Plätze auf Vordermann gebracht, und sogar das Dach der Gemeindeverwaltung in Dreihausen lädt zum Feiern ein. Seit Wochen tütet Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) gemeinsam mit seinen Mitarbeitern jede Woche 50 Broschüren in Umschläge und schickt sie an Firmen in ganz Mittelhessen.

Eine aufwändige Akquise - so nennt er das. Aber dafür, dass die Auslastung der öffentlichen Räume und Plätze im Ebsdorfergrund steigt, nimmt er das gern in Kauf. „Nur durch Nutzer aus der eigenen Gemeinde können sich die zehn Bürgerhäuser nicht tragen“, sagt er und verweist auf die laufenden Kosten, die die Häuser verursachen - ob sie genutzt werden oder nicht.

Schulz: Niemand mietet Häuser mit Charme der 70er

Dafür, dass Menschen auch von weit her in den Ebsdorfer Grund kommen, um hier Hochzeiten, Firmenfeiern oder Tagungen zu veranstalten, hat die Gemeinde in den letzten Monaten eine ganze Menge getan.

Neben den Hochglanzbroschüren, die an alle Haushalte verteilt wurden und sich derzeit ihren Weg zu mittelhessischen Unternehmen suchen, wurden Investitionen in Millionenhöhe getätigt, um die Räumlichkeiten mit viel Liebe zum Detail technisch auszustatten und auf den neusten Stand zu bringen. Denn: „Wenn die Häuser noch heute den Charme der 70er-Jahre versprühen, braucht man sich nicht wundern, wenn sie niemand mietet und sie irgendwann geschlossen werden müssen“, sagt Schulz.

Dass es so weit kommt, will er unbedingt verhindern: „Öffentliche Räume hat es schon vor Tausenden von Jahren gegeben, und die muss es auch zukünftig geben. Wo sollen sich die Menschen sonst treffen? Nur über soziale Netzwerke wäre es ein bisschen dürftig.“

Im Rahmen der Umbauten wurden die Bürgerhäuser der einzelnen Dörfer mit jeweils einem Schwerpunkt versehen. In Beltershausen wurde so zum Beispiel ein Tagungszentrum geschaffen - in Dreihausen finden Besucher eine perfekte Location zum Heiraten. „Dafür spricht die gute Parkplatzsituation und auch die Lage des Ortes mitten in Hessen.“

Schulz: "Zum Dorfleben zählen  auch Bürgerhäuser!“

Damit davon auch Menschen in Gießen oder Frankfurt erfahren, wurde der Internetauftritt erneuert. Auf der Website der Gemeinde kann man sich ab dem 1. August über die öffentlichen Räume informieren und sie über ein Formular mit ein paar Mausklicken buchen oder reservieren. Kunden müssen dafür also nicht mehr extra in die Gemeinde kommen, „die Gemeinde kommt zu ihnen ins Wohnzimmer“, scherzt Schulz.

Und das tut sie nicht nur mit Angeboten wie den ganz individuellen Bürgerhäusern, sondern auch mit Besonderheiten wie der Dachterrasse auf dem Gebäude der Gemeindeverwaltung in Dreihausen oder dem Grundbad.

Auch das können Interessierte nämlich für ihre Veranstaltungen mieten. Zusätzlich bietet die Gemeinde die Dienste des Kooperationspartners Mariposa an. Die Agentur für Eventmanagement übernimmt alle Aufgaben für ihre Kunden.

Man sieht: Für ein gutes Dorfleben ist Bürgermeister Andreas Schulz kein Aufwand zu groß: „Und zu einem Dorfleben zählen neben Kirchen und Gastwirtschaften auch Bürgerhäuser!“

von Suria Reiche

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