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Im Elektroauto mobil und vorbildlich

Bürgermeister-Direktwahl Im Elektroauto mobil und vorbildlich

Ideen und Arbeit zur Weiterentwicklung der Gemeinde Weimar gibt es genug für die nächsten sechs Jahre. Bürgermeister Peter Eidam will gerne weiter in verantwortungsvoller Stellung, nämlich als Bürgermeister, daran mitwirken.

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Peter Eidam nutzt als Bürgermeister gerne das Elektroauto. Damit kommt er spielend ohne CO2-Ausstoß durch die gesamte Gemeinde, natürlich auch nach Weiershausen.

Quelle: Götz Schaub

Weimar. Die ersten sechs Jahre neigen sich dem Ende entgegen. Am 3. Juli bewirbt sich Weimars Bürgermeister Peter Eidam bei der Bürgerschaft per Direktwahl um das Mandat für eine weitere Amtszeit. Als Alleinkandidat. Nun, was stellt sich Eidam für die nächsten Jahr so vor, was liegt in der Großgemeinde an? Setzen wir uns doch einfach mal zu ihm ins gemeindeeigene Elektroauto und fahren mit ihm quer durch die Gemeinde.

Also gleich mal vorweg: man sitzt bequem im Elektroauto. Und der Mann hinter dem Steuer offenbart hier schon eine Konsequenz: Als Bürgermeister verzichtet er auf ihm speziell angebotene Fahrzeuge. Dienstlich braucht er keinen Stern, keine vier Ringe, keine drei Buchstaben, in diesem Fall tut es ein Smart und auch das ist nebensächlich. Es geht allein darum, dass es ein Elektrofahrzeug ist, zudem noch gesponsert von einem heimischen Gewerbetreibenden. Alles in und alles für Weimar eben.

Neue Wege in Weimar mit dem Elektroauto

„Wenn ich dafür werbe, neue Wege in der Energiewende wie auch bei der Einsparung von CO2-Werten zu gehen, muss ich doch auch selbst was einbringen“, findet Eidam. Und das Elektroauto fällt in Weimar schon so auf, als wäre es ein roter Flitzer mit dem Pferd vorne drauf. „Die Leute kennen den Wagen und wissen, dass ich damit unterwegs bin und grüßen schon von Weitem“, sagt Eidam. Er wird nicht müde zu demonstrieren, dass man mit einem Elektroauto sehr gut in der Gemeinde rumkommt, ohne die Batterie leerzufahren.

Unsere Reise in alle Ortsteile kostet noch nicht einmal die Hälfte der Ladung, wir hätten gerne noch eine zweite Runde drehen können. So, Elektroauto ist das eine, Energiewende das andere. In Roth könnte da was entstehen, was dazu beiträgt. Puls wieder runter, keine Windräder, sondern ein Solarfeld oberhalb des Mischgebiets. „Wir sind da in der Prüfung, ob so was umsetzbar ist“, sagt Eidam und befindet für sich schon mal: „Die Fläche wäre ideal.“ Dass eine heimische Bank in Roth investiert hat, findet Eidam toll. Nun setzt er darauf, dass das Gebiet drumherum als Mischgebiet vermarktet wird. Wohn- und Büro-Gebäude.

Sicher steht jetzt gerade das Baugebiet Am Roten Weg II in Niederweimar vor seiner Umsetzung. „Das ist gut und wichtig, aber wir müssen auch Sorge tragen, in anderen Dörfern wenigstens partiell Bauplätze anbieten zu können“, sagt Eidam. Dazu bedürfe es allerdings immer eines Abweichungsverfahrens vom derzeit gültigen Regionalen Raumordnungsplan, gibt  er zu bedenken. In Wolfshausen wird nun auch bald gebaut. Nicht neue Häuser, sondern der Mehrgenerationenplatz vor den Toren des Ortes. Eidam findet das sehr gut, unterstützt das Vorhaben. – Upps, und was steht da? Neben der noch brach liegenden Fläche steht schon ein neues Haus. Da hat sich schon ein Gewerbetreibender angesiedelt. „Es geht eben immer ein Stück weiter“, so der Bürgermeister. In Niederwalgern muss der Bürgermeister nicht viel sagen. Er bewundert die vielen Aktiven, die den Ort durch ihre zahlreichen tollen Idee verschönert und attraktiver gestaltet haben. „Da helfe ich als Bürgermeister im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten gerne.“

Kreisel vor Niederwalgern ist eine „gute Sache“

Und dann weiß er doch noch etwas Neues zu berichten. Etwa 100 Meter vor dem Ortseingang aus Richtung Wenkbach kommend soll ein Kreisel entstehen. So könne das parallel zur Bahn verlaufende Gewerbegebiet besser erschlossen werden und auch eine Zufahrt zum Bahnhof geboten werden, ohne erst in die Dorfmitte fahren zu müssen. „Das ist eine gute Sache.“ Schön findet Eidam es auch, dass die Bahn in die Gleisanlagen am Bahnhof investieren will. Es soll wohl einen Mittelbahnsteig, einen Außenbahnsteig und eine Unterführung geben. „Das wertet den Haltepunkt sicher noch weiter auf“, sagt Eidam.

In Wenkbach will er sich dafür einsetzen, dass die Ortsdurchfahrt „entschleunigt“ wird, dass dort langsamer gefahren wird. „Wir können das nicht alleine machen, weil es sich um eine Landesstraße handelt, aber ich bleibe da immer im Gespräch und werbe dafür“, verspricht er. Auch für Stedebach hat er eine Nachricht: Der Breitbandausbau für schnelles Internet kommt auch dorthin. Okay, jetzt keine Gemeindeentscheidung, sondern Teil des Gesamtpakets, das der Landkreis noch geschnürt hat, um die flächendeckende Breitbandversorgung zu erreichen, aber dennoch eine schöne Nachricht.

Dorferneuerung in Allna wird bald beendet

In Kehna ist die Gemeinde immer im guten Austausch mit der dortigen Gemeinschaft. Gerade ist ein tolles gemeinsames Projekt angelaufen, über das in dieser Zeitung noch gesondert berichtet wird. Es geht dabei um eine Integration in den (lokalen) Arbeitsmarkt. Wichtig ist es Eidam, dass auch die von Niederweimar weiter entfernten Ortschaften bedient werden. In Allna steht die Beendigung der Dorferneuerung an. Eidam: „Am Umfeld des Bürgerhauses wird noch gearbeitet, zudem werden im Haus noch die Toilettenanlagen gemacht.“

Der Bürgermeister ist übrigens gerne in der Natur, liebt weite Ausblicke auf Wald, Feld und Flur. Deshalb hält er Allna, Nesselbrunn und das abseits mitten in der Natur liegende Weiershausen für echte Kleinode. „Hier kann man entspannen“, sagt er bei einem Stopp in Weiershausen. Deshalb findet er es gut, dass auch in Weiershausen neu gebaut wurde, auch architektonisch völlig anders als man es dort gewohnt ist. „Wir müssen daran arbeiten, dass sich die Menschen dort wohlfühlen und sich für einen solchen Ort zum Wohnen entscheiden.“ Es wäre zu engstirnig, nur etwas erhalten zu wollen, was neue Generationen so nicht mehr wollen. Das gelte übrigens auch für das baufällige oder stark sanierungsbedürftige Backhaus in Weiershausen. „Wir wollen darüber ein Bürgervotum einholen.“

Hochwasserschutz grundlegend angehen

Wohlfühlen ist auch das Stichwort für Projekte in Oberweimar und Niederweimar. In Oberweimar soll nun nach der erfolgten Herrichtung der Ortsdurchfahrt die Obergasse grundhaft ausgebaut werden. In Niederweimar soll auch mal über die Gestaltung des Umfeldes am Bürgerhauses gesprochen werden. „Perspektivisch soll es so gestaltet werden, dass die Menschen sich dort auch gerne aufhalten und das Bürgerhaus nutzen.“ Was die Gestaltung der Herborner Straße angeht bezieht Eidam klare Stellung: „Die Straße ab Hute­straße bis zum neuen Kreisel wird keine Spielstraße. Sie soll aber weiter gut frequentiert werden bei gleichzeitig größtmöglicher Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung werden wir sicher treffen.“

In Argenstein wird sich vieles um das Projekt Zeiteninsel drehen, aktuell geht es um den Parkplatzbau und die Zuwegung für die Besucher. Generell will Eidam das Thema Hochwasserschutz grundlegend bearbeiten,  um ausgehend von einem aktualisierten Istzustand die weiteren Schritte einleiten zu können: Das dürfte insbesondere die Rother Bürger freuen zu hören.

von Götz Schaub

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