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Im Eimer geht es sicher über die Straße

Krötenwanderung beginnt Im Eimer geht es sicher über die Straße

Am Samstagmorgen setzte der Nabu Fronhausen einen rund 350 Meter langen Schutzzaun gegenüber den Baggerseen Niederwalgern. Denn nun beginnt wieder die Zeit der Amphibienwanderungen.

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Die Naturschützer errichteten am Samstagmorgen bei herrlichem Sonnenschein, aber noch recht frischen Temperaturen an der Kreisstraße 59 einen etwa 350 Meter langen Amphibienschutzzaun. Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Niederwalgern. Sobald es wärmer wird, machen sich Kröte, Molche und Co. aus ihren Überwinterungsgebieten auf den Weg zu Gewässern, um sich dort fortzupflanzen.

Problematisch sind allerdings Straßen, die ihnen den Weg versperren. Durch die Autos werden sie nicht nur überfahren, wie NABU-Vorsitzender Björn Behrendt erklärt: „Teichmolche sind beispielsweise so leicht, dass schon der Luftzug der vorbeifahrenden Autos genügt, um sie zu töten.“

Mittlerweile gebe es auch kaum noch feuchte Rückzugsgebiete für die Tiere. „Früher gab es noch Gräben und Senken, in denen sich das Wasser sammelte. Heute ist jedoch alles so angelegt, dass das Wasser direkt zur Lahn abgeführt wird“, erläutert Behrendt. Dadurch seien ganz viele Laichhabitate verloren gegangen. „Daher sind diese künstlich geschaffenen Baggerteiche ein enorm wichtiger Ersatz.“ Bergmolche, Teichmolche, Erdkröten: Sie alle werden sich in den Eimern finden - wie auch in den vergangenen Jahren. „In 2010 hatten wir rund 8000 Teichmolche und mehr als 1100 Teichkröten“, berichtet Behrendt.

In den vergangenen zwei Jahren habe es starke Rückgänge in der Population gegeben - vermutlich, so Behrendt, wegen der trockenen und kalten Winter. „Das führt dazu, dass die Tiere austrocknen und auch erfrieren“, so der Vorsitzende.

Umso wichtiger sei es, die verbleibenden Tiere sicher zu ihren Laichplätzen zu geleiten. Daher wurden die Naturschützer am Samstagmorgen aktiv.

Sie schlugen zunächst Pflöcke in die Erde. An diesen wurde dann der Fangzaun befestigt. Alle 20 bis 25 Meter wurden Eimer eingegraben - dort hinein fallen die Amphibien. „Jeden Morgen und jeden Abend werden die Eimer dann geleert“, erläutert Behrendt.

Sonst seien sie im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen etwa für Graureiher oder Waschbären. Die Tiere werden an den Stellen, an denen sie gefunden wurden, über die Straße getragen und dort wieder ausgesetzt. „Das ist eine sehr zeit- und personalintensive Sache. Aber durch die Neugründung des Vereins in 2010 haben wir mehr Mitstreiter gefunden, die uns helfen.“ 122 Mitglieder „sind optimistisch, dass wir noch mehr gewinnen.“

Die Funde werden auch dokumentiert. Sie können auf der Homepage unterwww.nabu-fronhausen.de nachgelesen werden - dort informiert der Verein auch über seine umfangreichen Aktivitäten.

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von Andreas Schmidt

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