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Holzweg wird zu einer richtigen Straße

Ausbau Holzweg wird zu einer richtigen Straße

Der sogenannte Holzweg in Rauischholzhausen ist eine bröckelige Angelegenheit. Die Gemeinde Ebsdor fergrund kam nach langjähriger Diskussion in den Besitz des Privatwegs und lässt ihn gemeinsam mit Landwirten ausbauen.

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Mit dem ersten Spatenstich gaben sie am Montag den Startschuss für den Ausbau des Holzwegs in Rauischholzhausen: (von links) Bürgermeister Andreas Schulz, Kurt Moog (Amt für Bodenmanagement), Reinhard Bösser (Firma Hinterlang), Wilfried Schmied (Vorstandsvorsitzender der Kerckhoff-Stiftung) und Ortsvorsteher Helmut Vogler.

Quelle: Carina Becker

Rauischholzhausen. „Es ist für uns ein historischer Moment“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz am Montagnachmittag beim ersten Spatenstich zum Ausbau des so genannten Holzwegs in Rauischholzhausen.

Dabei geht es eigentlich nur um ein kleines Stück Weg mit einer Länge von 210 Metern. Seit 20 Jahren will die Gemeinde die nur dürftig asphaltierte und mit Schlaglöchern überzogene Huckelpiste zu einer richtigen Straße ausbauen lassen – doch bislang scheiterte dies an den Eigentumsverhältnissen. Der Holzweg war bislang im Privatbesitz der Kerckhoff-Stiftung, die über einigen Grundbesitz in Rauischholzhausen verfügt und diesen an das landwirtschaftliche Versuchsinstitut der Uni Gießen verpachtet hat.

Akte Holzweg ist geschlossen

Die Diskussionen über eine Übernahme des Weges in gemeindliches Eigentum gingen jahrelang nicht voran. „Jetzt können wir die Akte Holzweg Rauischholzhausen endlich schließen – dieser Dauerlutscher ist zu Ende“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kerckhoff-Stiftung, der frühere Regierungspräsident Wilfried Schmied, der gemeinsam mit Bürgermeister Schulz diese Regelung fand: Weil die Kommune den sanierungsbedürftigen Weg übernimmt, bekommt sie 1,5 Hektar Fläche in Form eines langgezogenen Grundstückstreifens entlang des Holzwegs mit dazu, wodurch der Weg im Ausbau verbreitert werden kann. Der alte Wirtschaftsweg, der durch Land- und Forstwirte rege genutzt wird, aber auch von Anliegern und Besuchern des Friedhofs, verläuft zwischen der „Alten Poststraße“ und der Straße Hoppegarten parallel zum Friedhof. Er ist Verbindungsweg zum Hoppegarten und zugleich Zufahrt zur West-Einfahrt des Schlossparks Rauischholzhausen mit dem Phytotron und den dazugehörigen Gewächshäusern der Justus-Liebig-Universität.

Flurbereinigung macht Finanzierung möglich

Somit haben viele Nutzer einen Vorteil durch den Ausbau, wie neben den Vertretern der Gemeinde unter anderem auch Ortsvorsteher Helmut Vogler sowie Herbert Staubitz, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens, verdeutlichten. „Wir sind froh, dass wir jetzt in die Puschen kom men“, sagte Staubitz und verwies auf das derzeit im Ebsdorfgerund und in der angrenzenden Stadt Amöneburg laufende Flurbereinigungsverfahren, das die Finanzierung des Straßenausbaus überhaupt erst möglich macht. So kommen 65 Prozent der Ausbausumme von 134000 Euro aus der Flurbereinigung, die restlichen 35 Prozent übernimmt die Gemeinde. Dem Straßenbauvorhaben und der Ausschreibung hat sich die Uni Gießen angeschlossen – für 40000 Euro lässt sie ihre Trinkwasserleitung zwischen Schlosspark und Versuchsgut erneuern, da die Straße nun aufgerissen wird.

Künftig keine Platzprobleme bei Begegnungsverkehr

Den Auftrag für das Bauvorhaben hat die Firma Hinterlang aus Hartenrod erhalten. „Morgen rücken die Bagger an“, sagte am Montag Reinhard Bösser als Vertreter des Bauunternehmens und freute sich. „Wir haben das richtige Bauwetter.“ Wenn dies so bleibt, könnte der Straßenausbau in fünf bis sechs Wochen abgeschlossen sein. Der Holzweg wird dann auf einer Breite von vier Metern zur ordentlichen Straße mit einem 50 Zentimeter breiten Rinnstein und einem 1,20 Meter breiten Fußgängerweg. Somit gebe es auch im Begegnungsverkehr keine Platzprobleme mehr, sagte Kurt Moog vom Amt für Bodenmanagement Marburg, das den Ausbau als Auftraggeber und bauausführende Institution vorbereitet hat.

von Carina Becker

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