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Höfe könnten verlagert werden

OP-Wahltalk Fronhausen Höfe könnten verlagert werden

Egal, wer die Bürgermeisterwahl in Fronhausen gewinnt: Es gibt gute Aussichten darauf, dass der uralte Streit um die Sanierung der alten Lahnbrücke in Sichertshausen endlich beigelegt wird.

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Michael Esken (parteilos, von links), Anna Ntemiris (OP), Werner Speier (parteilos), Peter Kelch (SPD), Götz Schaub (OP) und Claudia Schnabel (Initiative Fronhausen) diskutierten gestern Abend vor 400 Zuhörern.

Quelle: Thorsten Richter

Fronhausen. Alle vier Bewerber um das Bürgermeisteramt in Fronhausen bei der Wahl am 27. September erklärten beim OP-Wahltalk gestern Abend im Bürgerhaus Fronhausen, sie seien dafür, dass die Restkosten in Höhe von 16000 Euro endlich beglichen werden.

Claudia Schnabel (Initiative Fronhausen) wies darauf hin, dass es einen Beschluss der Gemeindevertretung gebe, die Restkosten zu bezahlen. Diesen Beschluss nicht umzusetzen, zeuge von „mangelndem Demokratieverständnis“, sagte Schnabel, ohne den im Saal anwesenden amtierenden Bürgermeister Reinhold Weber, der nicht mehr kandidiert, namentlich zu nennen. Den Konflikt weiter zu treiben, sei eine Verschwendung von finanziellen Mitteln, sagte Claudia Schnabel. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Begleichung der Restsumme hätten bereits 30000 Euro verschlungen - bei einem Streitwert von 16000 Euro.

Im Kern geht es bei dem Streit darum, ob die Teilnehmergemeinschaft Sichertshausen auf den Mehrkosten für die Sanierung sitzenbleibt, nachdem die Brücke mit hohen Zuschüssen saniert wurde und das Parlament beschlossen hatte, die Mehrkosten anteilig zu bezahlen. „Wie wir mit der Teilnehmergemeinschaft umgegangen sind, war sicher unglücklich“, sagte der SPD-Bewerber Peter Kelch. Michael Esken (parteilos) warb dafür, den Betrag jetzt schnellstmöglich zu begleichen, „damit die Gemeindevertretung die Möglichkeit hat, die Klage gegen den Widerspruch des Bürgermeisters zurückzuziehen“.

Auch Werner Speier (parteilos) sprach sich dafür aus, dass die Gemeinde den Restanteil übernehme. Wie alle anderen Bewerber wies auch er aber darauf hin, dass die Brücke der Gemeinde Fronhausen und nicht der Teilnehmergemeinschaft gehöre.

„Die Landwirtschaft gehört zum dörflichen Leben“

Zum Auftakt der Diskussion hatten OP-Lokalredakteur Götz Schaub und Anna Ntemiris, Mitglied der OP-Chefredaktion, die vier Kandidaten zu Lösungsvorschlägen für Landwirte befragt, die wegen der Ergebnisse eines Geruchsgutachtens um die Existenz ihrer Betriebe in der Ortslage bangen.

„Wenn ich Bürgermeister bin, unterstütze ich Betriebe, die den Ortskern verlassen und in einer Außenlage expandieren wollen“, sagte Michael Esken. Laut Baugesetzbuch sei der Bau landwirtschaftlicher Betriebe im Außenbereich privilegiert. Der Einbau von Geruchsfiltern in Schweineställen könne dagegen eben nicht verordnet werden, sondern müsse freiwillig geschehen, sagte er. Die Gerüche seien im Übrigen nicht gesundheitsgefährdend.

Dem stimmt auch Claudia Schnabel zu, die aber vorausschickte: „Die Landwirtschaft gehört zum dörflichen Leben!“ Ja, sagte Schnabel, in einigen Ecken des Ortskerns „stinke“ es, „aber das hat es immer getan“. Auch sie unterstützt Ansiedlungen im Außenbereich und will als Bürgermeisterin zudem die Erzeugung von Energie aus Gülle unterstützen.

Werner Speier sieht in Betriebsverlagerungen in die Außenbereiche auch die Chance, „Entwicklungspotenziale im Ortskern zu schaffen“. Es gebe aber keine Möglichkeit, Landwirte zu etwas zu zwingen. „Wir müssen auf Dialog setzen.“

Peter Kelch spricht sich dafür aus, „genau zu schauen, wer die Verursacher der Geruchsprobleme sind“. Es gebe keine pauschale Verpflichtung, Geruchsfilter einzubauen, betonte er.

Er will die betroffenen Landwirte darin unterstützen, die Rinder - die einen Großteil des Problems ausmachten - aus der Ortslage in Außenbereiche umzusiedeln.

von Till Conrad

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