Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Historisches Stück mit viel Witz

Theater in Oberweimar Historisches Stück mit viel Witz

Nach sieben Jahren haben die Laiendarsteller von der Theatergruppe "Spielwerk 1159" aus Oberweimar sich wieder auf die Freiluft-Bühne im Pfarrgarten gewagt. Und sie haben ein unterhaltsames Stück mit Tiefgang und Geschichte geliefert.

Voriger Artikel
B 3 bekommt neuen Belag
Nächster Artikel
Neblige Morgenstund‘

Ganz nah am Publikum spielten die Darsteller ihr historisches Stück aus der Zeit des 30-jährigen Krieges, als nur noch neun Menschen in Oberweimar lebten (oben). Die Kulisse war einfach gehalten, aber wirkungsvoll.Fotos: Patricia Grähling

Quelle: Patricia Graehling

Oberweimar. Was könnte es für ein Theaterstück über die Geschichte Oberweimars für eine bessere Kulisse geben als Oberweimar selbst? Das dachten sich auch die Darsteller aus der Theatergruppe „Spielwerk 1159“. Deshalb sind sie nach ihrem ersten erfolgreichen Theaterstück im Pfarrgarten nach Zwischenspielen in der Kirche und im Gutsstübchen wieder zurückgekehrt. Im Garten mitten im Dorf haben sie vor mehr als 200 Zuschauern eine gelungene Premiere ihres Stücks „Die letzten Neun“ gefeiert.

Im Hintergrund wurde die Kirche eigens für diesen Anlass beleuchtet und strahlte über der einfachen, aber wirkungsvollen Kulisse aus Holz und Stroh. Zwischen den Bäumen sorgten bunte Lichter für stimmungsvolle Beleuchtung unter dem dunkler werdenden Himmel.

Das Stück „Die letzten Neun“ taucht ein in die Zeit des 30-jährigen Krieges, als in Oberweimar nachweislich nur noch neun Menschen lebten. Es ging also um Krieg, Verfolgung, Hungersnöte und Angst um das eigene Leben. Genau genommen bis heute sehr aktuelle Themen. Und so setzte Oberweimar ein Zeichen und integrierte zum Schluss des Stücks überraschend ein paar Flüchtige, um gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten und sich gegenseitig Schutz zu geben.

Frei Schnauze und freche Sprüche

Die Darsteller verstanden es, das Publikum in den Bann zu ziehen. Immer wieder gab es Szenenapplaus. Gespickt war das Stück mit lustigen Stellen, die das Publikum zu herzlichen Lachern animierten. Vor allem die beiden letzten Männer im Dorf - Hannes und Tobias - sorgten mit frechen Sprüchen und ihrer Tollpatschigkeit für gute Laune. Spätestens als Hannes als Frau verkleidet über die Bühne tänzelte, um sich so davor zu schützen, in den Krieg ziehen zu müssen, gab es bei den Zuschauern kein Halten mehr. Häubchen, Kokosnüsse und ein Rock sorgten für das weibliche Auftreten. Zumindest den Rock riss ihm ein Offizier jedoch schnell herab, sodass der arme Hannes nur in Unterhosen und Hemd im Garten stand. Und auch die letzten verbliebenen Frauen von Oberweimar unterhielten das Publikum aufs Beste: Sie sprachen frei Schnauze über ihre Situation und übten sich etwas unbeholfen in der Selbstverteidigung. Die war denn auch mit Töpfen und Kochlöffeln, einem riesigen Hammer und Netzen sehr effektiv.

Die Theatertruppe rund um Henning Smolka, der gemeinsam mit Regisseur Peter Meyer für die Textfassung verantwortlich zeichnet, wollte jedoch nicht nur für Lacher sorgen. Sie hatten es sich zum Ziel gesetzt, ein ernstes Thema unterhaltsam umzusetzen und zugleich für ein Wechselbad der Gefühle zu sorgen. Das gelang ihnen dann auch.

Als Sahnehäubchen präsentierten die Darsteller noch eine Liebeshymne auf ihre Heimat: „Das ist Oberweimar“ gesungen zur Melodie von „We are the Champions“. Nicht zuletzt dieser Abschluss und einige sehr gut gemachte Kampfszenen mit gekonnten Slapstick-Einlagen bescherten den Darstellern minutenlangen Applaus aus den Reihen der Zuschauer.

Am Samstag führten die Darsteller ihr eigenes Stück aus der Geschichte Oberweimars nochmals auf.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr