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Highheels und Nagellack waren tabu

Erzieherinnen blicken zurück Highheels und Nagellack waren tabu

Mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Familienfest rund um den Kindergarten und das Bürgerhaus feierte der Kindergarten mit vielen Gästen und Besuchern sein 50-jähriges Bestehen.

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Auf dem Gelände des Kindergartens in Hachborn feierten die Erzieherinnen, Kinder udn viele Besucher das Fest zum 50-jährigen Bestehen.

Quelle: Ingrid Lang

Hachborn. Das Jubiläumswochenende begann musikalisch mit einem Benefizkonzert des „Duo Songbird“ und Rainer Husel. Bei schönem Wetter fand anschließend der Familiengottesdienst im Freien zwischen Kirche und Kindergarten statt. Für die Mitgestaltung sorgte der Posaunenchor, die beiden Pfarrer Sven Kepper und Eric Weidner. Zudem begeisterten die Kindergartenkinder mit dem Musical von der Raupe „Nimmersatt“, die die Kinder seit jeher begleitet.

Im Anschluss an den Gottesdienst präsentierten die Kinder gemeinsam mit ihren Erzieherinnen ein riesiges Banner zum Jubiläum, auf dem sie sich mit ihren Händen verewigt haben. Ein Geschenk übergaben auch einige Schüler der vierten Grundschulklasse. „50 Jahre, das ist wirklich ein Grund zum Feiern“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz und dankte dem Kiga-Team, dem Kirchenvorstand und den Pfarrern für ihr Engagement.

Erzieherinnen blicken auf fünf Jahrzehnte zurück

Begrüßt wurden auch ehemalige Erzieherinnen, die in dem Kindergarten zum Teil schon vor einigen Jahrzehnten gewirkt hatten. Dazu zählten unter anderem Elisabeth Dornseif, Barbara Culmsee und Brigitte Schneider. Bereits 1966, so berichtete Schneider, habe sie als 19-Jährige ihre Tätigkeit im Kindergarten aufgenommen und bis heute nicht bereut. Auch die anderen Erzieherinnen betonten, dass ihnen die Arbeit mit den Kindern immer viel Spaß gemacht habe. Richtig gruselig war es für Dornseiff als sie von der Großstadt Münster in das kleine Dörfchen Hachborn kam. Die 19-Jährige erinnerte sich noch an die Schweinehälften, die auf Leitern der Höfe hingen, und die sie zum ersten mal sah. Heute kann sie darüber nur schmunzeln.

Eine andere Ehemalige erzählte, dass früher keine Highheels getragen und die Fingernägel nicht lackiert werden durften. Einig waren sich alle, dass es eine sehr schöne Zeit in Hachborn war, die sie nicht missen möchten. Die Erinnerungen der ehemaligen acht Erzieherinnen sorgte für viel Spaß und Unterhaltung beim Publikum.

Anschließend wurde die Bilderausstellung im ehemaligen Bürgerhaus-Pavillon (Kindergartenraum) eröffnet. Hier staunten Große und Kleine über die Bilder, auf denen ihre Eltern als Kinder zu sehen waren und viele Erinnerungen an die Kitazeit wurde wieder wach.

Gina Ginella bringt nicht nur die Kinder zum Lachen

Am Jubiläumswochenende gab es tolle Aktionen zusammen mit den Eltern, wie das Kuhreiten auf dem Bauernhof. Auf dem Gelände des Kindergartens gab es einige Spielstationen wie Becherlaufen, Clown werfen, Flammen im Feuerwehrhaus mit einem Ball löschen. Aber auch Basteln von Schmetterlingen der Raupe Nimmersatt, fertigen eines Buttons mit Namen, Sonnenschutzschilder bemalen oder Tischkicker spielen.

Für große Begeisterung sorgte der Auftritt der Clownin Gina Ginella. Dazu sagte Kita-Leiterin Dagmar Lohr: „Die Arbeit mit den Kinder ist immer eine große Herausforderung, die oft nicht einfach ist und die man nur mit einer Portion Humor nehmen kann.“

Konrad Müller-Schneider, der im Kirchenvorstand wirkte, erinnert sich noch, wie der neue Kindergarten gebaut wurde sowie an die Grundrenovierung, wo die Bürger viele Stunden in Eigenleistung investierten. Auf Anregung des damaligen Pfarrers Wendel wurde das Ludwig-Harms-Haus mit Kindergarten gebaut. Für Wendel war es wichtig, dass gerade in dem von der Landwirtschaft geprägten Dorf ein Kindergarten entstand, der die Landfrauen entlassten sollte. Nach Meinung des Pfarrers brauchte die Gemeinde ein Haus neben der Kirche wegen des Miteinanders.

Kindergarten wurde am 14. April 1966 eingeweiht

Als Baugelände diente der alte Friedhof, und ein weiteres Grundstück konnte erworben werden. Dort konnte dann das Haus mit Kindergarten und Spielplatz gebaut werden. Der eingeschossige Bau bestand aus drei Trakten, einem Jugend- und Versammlungsraum, zwei Kindergartenräumen, Schlaf- und Diensträumen mit Verbands- und Behandlungsraum für die Kindergärtnerinnen und Gemeindeschwester. Der Neubau konnte am 17. April 1966 eingeweiht werden und 24 Jungen und 16 Mädchen aus Hachborn und Ilschhausen besuchten zu der Zeit den Kindergarten.

Im Rahmen der Dorferneuerung, die 2007 begann, wurde der Kindergarten und das Haus außen wie auch innen saniert. Für die Großgemeinde Ebsdorf war es wichtig, dass in jedem Ort die wohnortnahe Kinderbetreuung gegeben war, berichtete Bürgermeister Andreas Schulz. Daher hatte sich die Gemeinde Ebsdorfergrund entschlossen, in jedem Kindergarten eine Gruppe zu schließen.

Heute sind 25 Kinder in der Gruppe in Hachborn

Im Zuge der Sanierung erhielt das Gebäude ein neues Satteldach, Fassade, Fenster und Türen wurden erneuert und die Innenräume komplett saniert, so dass ein moderner Kindergarten entstand. Heute gibt es eine Gruppe für 25 Kinder, die sich im Kindergarten und vor allem im Sommer auf dem großen Außengelände wohlfühlen, berichtet Doris Naumann, die seit 27 Jahren mit großer Begeisterung den Kindergarten leitet.

In den fünf Jahrzehnten hatte der Kindergarten insgesamt fünf Kita-Leiterinnen. Heute gehören zu dem Kindergartenteam neben der Leiterin noch Mechthild Bier, Elke Steiner, Inge Masuch und Praktikantin Annabell Happel. Dass sie
alle gerne den Kindergarten in Hachborn besucht haben, berichteten nicht nur die ehemaligen Kindergärtnerinnen, sondern auch Erwachsene, deren Kinder oder Enkelkinder heute im Kindergarten betreut werden. Den ganzen Tag über herrschte ein fröhlich buntes Treiben rund um das Kita-Gelände.

 
Die Kindergartenkinder auf der Bühne. Foto: Ingrid Lang

von Ingrid Lang

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