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Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen

"Älter werden in Weimar" Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen

Der in Wolfshausen ansässige Förderverein für Bürgerhilfe Weimar bietet ein Dach und somit Versicherungsschutz für Ehrenamtler. Jetzt soll eine hauptamtliche Koordinatorenstelle geschaffen werden.

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Die Teilnehmer der Infoveranstaltung zum Stand des Projekts „Älter werden in Weimar“, darunter Claudia Schmidt (Zweite von links) vom Förderverein für Bürgerhilfe Weimar, Peter Eidam (Vierter von links), daneben Uwe Sauer vom Förderverein, Projektmoderator Dr. Henning Smolka (Zehnter von links) und Fördervereins-Vorstandssprecher Dieter Happel (Dritter von rechts).

Quelle: Manfred Schubert

Niederweimar. An Menschen, die helfen wollen, mangelt es in der Gemeinde Weimar nicht. Nach den vorigen Informationsveranstaltungen zum Projekt „Älter werden in Weimar“ hatten sich an die 60 Personen schriftlich bereit erklärt, in irgendeiner Form ehrenamtlich Hilfe leisten zu wollen.

Es bedarf einer Struktur, um diese Hilfsbereitschaft zu bündeln und zum Einsatz zu bringen. Und eines Vereins, damit die Ehrenamtler bei ihren Einsätzen Versicherungsschutz genießen, machte Bürgermeister Peter Eidam zu Beginn der Veranstaltung zum aktuellen Projektstand in der Gemeindeverwaltung deutlich. Und dass es oft gar nicht so einfach ist, an die Hilfsbedürftigen heranzukommen, wurde ebenfalls aufgezeigt.

Schon länger im Gespräch war der Förderverein für Bürgerhilfe Weimar. Dessen Vorstandssprecher Dieter Happel stellte den 18 Teilnehmern kurz die Geschichte des Vereins vor, der auf Initiative des Wolfshausener Ortsbeirats im Mai 2011 gegründet wurde. Schon die Namensgebung verdeutlichte, dass die ehrenamtlichen Hilfsangebote mit der Zeit von Wolfshausen auf die gesamte Gemeinde ausgedehnt werden sollten. 109 Einzelpersonen und fünf Vereine sind mittlerweile Mitglied.

Leitgedanke ist, generationenübergreifend das Zusammenleben und Lebensumfeld gemeinsam zu gestalten. Dafür arbeiten die vier Projektgruppen „Grün und Natur“, „Kultur und Treffpunkte“, „Öffentlichkeitsarbeit“ und „Soziales“. Am 24. Juni 2014 hatte eine außerordentliche Mitgliederversammlung beschlossen, dass Bürger aus der Gemeinde Weimar, die ehrenamtlich im Bereich Nachbarschafts- und Alltagshilfen tätig sein wollen, als Mitglieder aufgenommen werden und in der Projektgruppe Soziales mitarbeiten können. Mitgliedsbeitrag: 12 Euro im Jahr. Wegen der Ausweitung der ehrenamtlichen Arbeit auf die Gesamtgemeinde soll eine halbe Stelle für einen hauptamtlichen Koordinator eingerichtet werden.

Vielfältige Hilfe in verschiedenen Bereichen

Claudia Schmidt, Ansprechpartnerin für die Projektgruppe Soziales, erläuterte, dass eine solche Koordinatorenstelle nach Sozialgesetzbuch für maximal drei Jahre gefördert werden kann. Der Landkreis würde etwas beitragen, die Gemeinde Räume und Sachmittel bereitstellen.

„Es ist schon anspruchsvoll, die zwölf Ortsteile zu vernetzen. Der Koordinator wird jemand sein, den man fragen kann, wo es jemanden gibt, der einer hilfsbedürftigen Person in einem Ortsteil helfen kann. Es geht um Kooperation, keinesfalls um Konkurrenz. Was es in einzelnen Orten an Initiativen bereits gibt, wie ,Bürger helfen Bürgern‘ in Niederwalgern, soll auf jeden Fall bestehen bleiben, in anderen Orten scheint es noch nichts zu geben“, erklärte Schmidt.

Konkret bietet die Gruppe Soziales derzeit Unterstützung in vier Bereichen an: 1. Fahrdienste mit dem Vereinsfahrzeug „Wolfi“, vor allem zum Arzt, auch mit Begleitung.

2. Alltagshilfen für Jung und Alt, zum Beispiel in Haus und Garten, am Computer oder auch Konfliktberatung. Über das Angebot Babysitten versuche man derzeit, „mehr junge Leute an Bord zu bekommen“, berichtete Schmidt.

3. Behördenprobleme: „Viele brauchen Beratung oder Begleitung, gehen nicht gern zu Behörden. Und manche wünschen sich Hilfe oder Rat von jemandem, der nicht aus dem eigenen Ort kommt“, verriet Schmidt.

4. Hilfen bei Erkrankungen und Pflege: „Für Pflegende ist es ein Geschenk, wenn sich mal jemand für zwei Stunden zum Kranken setzt, damit Angehörige weggehen und etwas erledigen können“, sagte Schmidt.

Sie erklärte zudem: „Menschen, die Hilfe brauchen, kommen nicht einfach so, auch wenn man 100 Flugblätter verteilt. Es gibt Hemmschwellen, wenn sich die eigene Familie nicht kümmert oder man Krach mit den Kindern hat.“ Im Verein habe sich ein Seniorenkreis gebildet, durch den einiges in Bewegung geraten sei. Hinweise kommen, wo man hingehen und Hilfe anbieten sollte.

„Der Verein leistet tolle Arbeit. Wir wollen das System von Wolfshausen auf die Gemeinde transferieren“, lobte Bürgermeister Eidam. Auch einige der Teilnehmer waren begeistert und ließen sich gleich Beitrittserklärungen aushändigen.

Claudia Schmidt forderte auf: „Wenn Sie jemand in Ihrer Umgebung kennen, der Hilfe braucht, weisen Sie ihn auf unseren Verein hin.“

Claudia Schmidt ist telefonisch unter 06421-78796 erreichbar. Weitere Kontaktadressen gibt es in einem Faltblatt des Vereins bei der Gemeindeverwaltung sowie im Internet unter www.foerderverein-weimar.de

von Manfred Schubert

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