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Heinrich Groß setzt auf das kleine Format

Alte Kirche Niederweimar Heinrich Groß setzt auf das kleine Format

Die neue Ausstellung in der Alten Kirche Niederweimar zeigt Aquarelle, Zeichnungen und Holzschnitte von Heinrich Groß. Einen besonderen Platz findet „die holde Weiblichkeit“.

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Oben: Gut gefüllt war die Alte Kirche in Niederweimar bei der Vernissage am Mittwoch. Links: Heinrich Groß vor einem seiner Lieblingsbilder mit dem Titel „Wappenvogel“. Unten: Das kleine Format steht als Thema über der Ausstellung des Niederwalgerner Künstlers.

Quelle: Ina Tannert

Niederweimar. „Mann mit Tabakspfeife“, „Frau mit Kissen“, „Stehende“ oder „Zwei Vögel“. Diese und viele weitere Werke sind seit Mittwoch in der Alten Kirche zu besichtigen. Veranstalter ist der Kultur- und Förderverein Alte Kirche Niederweimar.

Die Besonderheit: der Künstler Heinrich Groß aus Niederwalgern hat sich bei seiner aktuellen Ausstellung dem „kleinen Format“ zugewandt. Große, pompöse Bilder in üppigen Rahmen und mit zahlreichen Motiven, die nur aus einiger Entfernung in Gänze zu betrachten sind, findet man hier nicht.

Stattdessen richtet sich die Perspektive auf einfache, einzelne Elemente und Figuren. Rund 50 Aquarelle, Zeichnungen, kunstvoll geschnitzte Holz- und Linolschnitte stellt der Künstler aus. Sein Repertoire reicht von Objekt- und Landschaftsbildern und Tierfiguren über abstrakte Kunst bis hin zu männlichen und vor allem weiblichen Figuren.

„Heinrich Groß schafft es, durch seine Bilder die Freude des Sehens zu lehren und die Momente des Lebens festzuhalten“, lobte Ulla Vaupel, erste Vorsitzende des Kultur- und Fördervereins Alte Kirche Niederweimar, auf der Vernissage am Mittwochabend. Das Motto der Ausstellung, bedeute nicht unbedingt Bescheidenheit im Umgang mit künstlerischen Mitteln.

Schon immer eine Leidenschaft für die Kunst

Beim Gestalten von kleinen Bildern kann der Künstler vielmehr „dem Zauber des Intimen so schön unterliegen“, sagte die Vorsitzende. Und dies ganz Besonders bei der Darstellung der „holden Weiblichkeit“, wie Heinrich Groß seinen künstlerischen Schwerpunkt gerne benennt. Die gewollte Darstellung von leicht deformierten weiblichen Figuren wirke durch die kleine Bildfläche zudem weit weniger extrem, sondern eher natürlich und ansprechend. Die zum Teil ausgestellte Aktkunst zeige keinerlei Spur von Voyeurismus, sondern einen „liebenswürdigen Blick auf die Frau“.

Heinrich Groß ist seit seiner Jugendzeit als Künstler tätig. Der heute 78-Jährige hatte schon immer eine Leidenschaft für das Zeichnen. Als gelernter Zimmermann begann er schon früh seine ersten Holzschnitte zu fertigen. „Durch stetes Dranbleiben habe ich mich immer weiter entwickelt“, erzählte Groß. In den 1970er Jahren erweiterte er sein Repertoire durch die Ölmalerei, fertigte Landschaftsbilder und farbige Tierfiguren. Seit den 80er Jahren nutzt er auch Farben für seine Holzschnitte. „Vorher konnte ich nur in Schwarz-Weiß denken“, erklärte er schmunzelnd. Seine Inspiration holt er sich aus guter Literatur, der Betrachtung der Natur und der Menschen. Vor allem die erotische, leicht abstrakte Darstellung des weiblichen Körpers hat ihn schon immer fasziniert. Seit mittlerweile mehr als 60 Jahren stellt er bundesweit aus. Im Jahr 2000 erhielt der Künstler aus Niederwalgern den Otto-Ubbelohde-Kulturpreis des Landkreises Marburg-Biedenkopf für herausragendes ehrenamtliches Engagement.

  • Die aktuelle Ausstellung ist in der Alten Kirche noch bis zum 17. November zu sehen und jeweils sonntags von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

von Ina Tannert

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