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Hauptausschuss lehnt neue Friedhofsgebührenordnung ab

Lange Diskussion Fronhausen Hauptausschuss lehnt neue Friedhofsgebührenordnung ab

Längere Diskussionen gab es bei einer mehr als zweistündigen Haupt-Ausschusssitzung in Fronhausen vor allem um die geplanten Erhöhungen der Friedhofsgebühren.

Fronhausen. „Ich würde gerne die Friedhofskommission zu den Gebühren hören. Ich finde die vorgeschlagene neue Gebührenordnung nicht stimmig“, fand die Vorsitzende des Haupt-Ausschusses, Finanzen und Soziales, Claudia Schnabel. So ging es den meisten Ausschussmitgliedern. Am Ende stimmten fünf dagegen bei einer Stimme dafür und einer Enthaltung.

Eingangs hatte Bürgermeister Reinhold Weber die Daten genannt, die zu den vorgeschlagenen Gebührenerhöhungen führten. In einem Durchschnittsjahr gebe es 36 Bestattungen in der Gemeinde, für die 27622 Euro Kosten anfallen. Jeweils mehr als 10000 Euro davon entfallen auf Bauhof und Verwaltung. Die Einnahmen liegen bei 23000 Euro, was einem Deckungsgrad von 83 Prozent entspricht.

100 Prozent Deckung noch immer nicht erreicht

Nach dem Entwurf soll die Bestattungsgebühr von 809 auf 871 Euro steigen; 100 Prozent Deckung wären bei 1089 Euro erreicht, sagte Weber.

Auch die Pflege der Friedhöfe in der Gemeinde, die ganz allgemein zu groß seien, kostet etwa 33000 Euro im Jahr. Diese Kosten sollen sich, entsprechend dem unterschiedlichen Flächenbedarf von Urnen- oder Reihengräbern, in unterschiedlichen Nutzungsgebühren niederschlagen.

Gebühren für Doppelgräber um 44 Prozent erhöht

Klaus Bork (SPD) kritisierte, dass beispielsweise die Gebühren für Doppelgräber um 44 Prozent, für andere Formen sogar um 65 Prozent erhöht werden sollen. In den vergangenen zwölf Jahren ergebe sich so eine Steigerung um 300 Prozent. Weber erwiderte, dass es die dreißig Jahre davor keine Anpassungen gegeben habe. Künftig müsse man alle drei Jahre kalkulieren.

Claudia Schnabel forderte, vor einer Gebührenerhöhung auch die Ausgabenseite zu betrachten, eventuell die Möglichkeit der Vergabe von Bestattungen an Privatfirmen zu prüfen. Einstimmig dagegen fiel die Zustimmung zur neuen Friedhofsordnung aus, nachdem der Ausschuss gemeinsam alle geänderten Teile durchgegangen war und noch einzelne Veränderungen vorgenommen hatte. Am wichtigsten dabei war die Einführung von Rasengräbern als neue Bestattungsform für Urnen sowie anonymer Urnengräber. Von Rasengräbern für Särge habe man laut Weber Abstand genommen wegen Problemen mit Setzungen.

Für die Überlassung einer anonymen Urnenreihengrabstätte sollen 944 Euro erhoben werden, eine Rasenurnenreihengrabstätte soll 1729 Euro kosten. Darin enthalten ist der Pflegeaufwand der Gemeinde für 30 Jahre.

Auch das Aussehen von Grabmalen ist künftig geregelt. „Es gab und gibt einige ,Ausreißer‘. Jetzt haben wir den Bestand erfasst, dieser gibt die Linie vor, von der es künftig keine Abweichungen mehr gibt“, sagte der Bürgermeister.

Mehrzweckhalle muss komplett weichen

Beim Thema Mehrzweckhalle stimmten drei der Fronhäuser Ausschussmitglieder dafür, vier enthielten sich in der Frage, ob der Haushaltssperrvermerk zu den Kosten des Abrisses der alten Mehrzweckhalle in Fronhausen aufgehoben werden soll. Ursprünglich sollten die 50000 Euro nur freigegeben werden, wenn ein Kaufvertrag vorliegt. Nachdem ein Gutachten eine Gefährdung von Anwohnern und Umwelt feststellte, soll nun aus Sicherheitsgründen das Gebäude komplett abgerissen und entsorgt werden.

von Manfred Schubert

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