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Handgriffe sitzen wie bei den „Profis“

Fronhäuser Jugendfeuerwehren Handgriffe sitzen wie bei den „Profis“

Einen Scheunenbrand unter Kontrolle bringen und Verletzte aus dem verrauchten Gebäude retten und versorgen, lauteten die Aufgaben für die Nachwuchsretter.

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Insgesamt sechs Strahlrohre waren im Einsatz. Auch eine potenziell gefährliche Gasflasche war aus der brennenden Scheune geholt worden.

Quelle: Manfred Schubert

Oberwalgern. „Nur sieben Minuten nach der Alarmierung für die Rettung der ersten Person gebraucht, das kriegen wir auch nicht besser hin“, lobte Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel, den beherzten, aber auch strukturierten Einsatz der Nachwuchskräfte. Am Samstagnachmittag übten die Jugendfeuerwehren aus Oberwalgern, Fronhausen und Hassenhausen-Sichertshausen gemeinsam einen Brandeinsatz mit Personenrettung.

Einen Besonderheit war, dass erstmals eine solche Jugendfeuerwehrübung gemeinsam mit der Jugendrotkreuzgruppe Weidenhausen des DRK-Ortsvereins Erdhausen stattfand. Durch die geschminkten Mimen des DRK, die zwei Verletzte darstellten, verlief die Übung noch wirklichkeitsgetreuer.

28 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren sowie deren Betreuer und drei Fahrzeuge waren von Seiten der Jugendfeuerwehren im Einsatz. Für die fünf Jugendrotkreuzler im Alter von acht bis zwölf Jahren war es die erste „große“ Übung, berichtete JRK-Leiter Sebastian Eberl.

Angenommen wurde bei der von Oberwalgerns Jugendfeuerwehrwart Jonas Dawedeit ausgearbeiteten Übung, dass Jugendliche in einer leer stehenden Scheune an der Ecke Ringstraße/Kirchstraße gezündelt hatten. Von beiden Straßen her bauten die Jugendfeuerwehren Löschwasserleitungen auf. Am Ende waren sechs Strahlrohre im Einsatz, um ein Übergreifen des angenommenen Brandes auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern. Zugleich ging ein Trupp mit Atemschutzgeräten und Wärmebildkamera in die stark verrauchte Scheune, um nach Verletzten zu suchen. Er fand zwei Personen mit Schnitt-, Schürf- und Platzwunden, Verbrennungen sowie einer leichten Rauchgasvergiftung. Die Jugendfeuerwehrleute brachten sie zur JRK-Gruppe, die die Wunden keimfrei bedeckten und mit Sauerstoff die Rauchgasvergiftung behandelten. Außerdem wurde eine potenziell gefährliche Gasflasche aus der Scheune geborgen.

Da so viele Aktionen parallel abliefen, hatte der Betrachter den Eindruck, dass viel Zeit verstrichen sei. Umso erstaunlicher, dass vom Zeitpunkt der Alarmierung bis zum Abschluss der Übung lediglich 20 Minuten vergangen waren.

„Super gelaufen“, meinte Fronhausens Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel bei der anschließenden Nachbesprechung im Feuerwehrhaus. Auch Gemeindejugendfeuerwehrwart Stephan Lemmer und Ausrichter Jonas Dawedeit zeigten sich mit dem Gesehenen sehr zufrieden. Gemeinsam stärkten sich alle bei Bratwurst, Pommes und Getränken.

Eigentlich hatte die Übung der Jugendfeuerwehren der Gemeinde bereits im Herbst stattfinden sollen, war aber unter anderem wegen schlechten Wetters verschoben worden. Davon konnte nun keine Rede sein, und durch die mittlerweile verabredete Beteiligung des JRK Weidenhausen fiel sie noch besser aus.

Allerdings steht nun die nächste große Aktion in Oberwalgern bereits in Kürze wieder an. Am 10. Mai veranstaltet die dortige Jugendfeuerwehr eine 24-Stunden-Übung mit theoretischen und praktischen Teilen sowie der Abnahme der Jugendflamme Stufe 1. Übernachtet wird vor Ort. Um Anmeldung bis zum 27. April an jugendwart@feuerwehr-oberwalgern.de wird gebeten.

von Manfred Schubert

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