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Hand- und hausgemacht ist heißbegehrt

Kunst-, Kultur- und Weihnachtsmarkt Hand- und hausgemacht ist heißbegehrt

Es war der zehnte Kunst-, Kultur- und Weihnachtsmarkt, den die Gemeinde Ebsdorfergrund mit der Vereinsgemeinschaft Hachborn am Samstag und Sonntag ausrichtete. Und das Angebot gefiel.

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Met und Honig: Markus Wege (von links) verkauft unterstützt von Nichte Lena Seibel seine Produkte – hier an Heinrich Gilbert aus Hachborn.

Quelle: Manfred Schubert

Hachborn. Es ist einer der größten ländlichen Weihnachtsmärkte der Region - wobei dieser Markt auch die Begriffe Kunst und Kultur in seinem Namen trägt. Darauf legen die Ausrichter wert. Denn der Hachborner Markt soll an seinen 75 Ständen mehr bieten als das schon fast standardisierte Weihnachtsmarktaufgebot. Und das tut er auch.

Glühwein muss es freilich geben, den lieben die Weihnachtsmarktgänger hier und dort - doch in Hachborn darf es wahlweise auch Met sein. Und das kommt an bei den Besuchern. Im Vorjahr kauften sie Markus Wege aus Gladenbach-Weidenhausen, früher selbst Hachborner, insgesamt 70 Liter von dem süffigen Honigwein ab. „Das ist eine Menge für einen Markt dieser Größe“, sagt Wege. Honig pur gibt‘s auch an seinem Stand, aus eigener Produktion. „Ich bin von Anfang an jedes Jahr mit dabei“, erzählt er und schenkt schon den nächsten Becher aus. Prost mit Met!

Die Ergebnisse von wohl vielen Monaten Handarbeit und Handwerkskunst kann man überall auf dem Markt bewundern. Im Bürgerzentrum sowie an den Buden und in den Zelten ringsum gibt‘s so viele gestrickte, genähte, gefilzte oder gehäkelte Mützen, Schals und Handschuhe, dass man wohl ganz Hachborn damit eindecken könnte. Filz ist wichtig bei diesem Markt - es gibt gleich mehrere Händler, die sich diesem Material verschrieben haben. So verkauft beispielsweise Patricia Brodt aus Rauschenberg ihre farbenfrohen Stücke. Pulswärmer oder Nierenwärmer, Röcke oder Westen. Mit ähnlichem Sortiment ist Marion Hornstein-Nebe aus Kassel für den Markt angereist. Schon im Vorjahr war sie dort. „Ich bin ganz angetan von der tollen Atmosphäre und dem guten Angebot für einen so kleinen Ort“, sagt sie.

Der Markt habe sich gut entwickelt in den zehn Jahren, in denen es ihn jetzt schon gibt, findet Besucherin Elisabeth Mann. Die 73-Jährige dreht am frühen Samstagabend eine erste Runde über den Markt und freut sich über die vielen Besucher und das Angebot. „Ich habe große Achtung vor den Ausstellern hier, die so viele Sachen mitbringen und sich immer was einfallen lassen“, sagt die Hachbornerin, die auch selbst noch einen Dienst auf dem Markt zu erfüllen hat: Am Stand der Damengymnastikgruppe verkauft sie Bratwurst.

„Mann mit Motorsäge sucht Frau mit Wald“, steht auf seiner Schürze. Holzhandwerker Karl-Heinz Bieber aus Gönnern gehört zu den Ausstellern, die sich alle Jahre etwas Neues einfallen lassen, damit das Angebot nicht langweilig wird. „Muss ja“, sagt er, „nach und nach haben die Leute genug von den Sachen, die sie ständig zu sehen bekommen“. Bieber sägt vor den Augen der Marktbesucher Holzfiguren mit der Stichsäge aus. Und er verkauft sogenannte Schiebeburgen. Seit einigen Jahren gibt es sie auf vielen Kunsthandwerkermärkten, Bieber probiert es nochmal mit seinen Stücken. Die Burgen werden aus Baumpilzen hergestellt. Der Handwerker bearbeitet sie mit der Stichsäge, sodass sich ein Teil des Baumpilzes nach oben herausschieben lässt. Mit dem Lötkolben werden kleine Fenster aufgemalt - und fertig ist die Schiebeburg. Viele andere Sachen aus Holz gibt‘s außerdem: Baumschmuck, Vasen, Schalen.

Ein Likörchen für zwischendurch: Ilse Knoth und Waltraud Mews bieten ihn an ihrem Schnaps- und Marmeladenstand in weihnachtlichen Geschmacksrichtungen an: Mit Zimt, Nelken und Koriander, als Fruchtlikör auf Holunderbasis oder als Eierlikör mit feiner Kakao-Note.

Dann geht‘s weiter ins Untergeschoss des Bürgerzentrums. Elas Seifenstübchen aus Fronhausen bietet hier handgesiedete Naturseifen aus eigener Herstellung an. „Lavendel, Honig-Traube oder Zimtseife - diese Sorten sind besonders beliebt zur Weihnachtszeit“, erklärt Matthias Heße, der den Stand gerade betreut.

Noch ein bisschen Kunst zum Abschluss des Rundgangs über den Hachborner Markt. Eine Einkehr in Räumen und Zelten rund ums Bürgerzentrum. Hier stellt unter anderem Monika Fischer aus. Die Aquarellmalerin aus Heskem präsentiert Bilder von Pflanzen und Landschaften - und ein Porträtbild. Andreas Schulz‘ Konterfei, gemalt in Aquarellfarbe. 300 Euro kostet das Kunstwerk. „Das war eine Überraschung für den Bürgermeister“, verrät Monika Fischer, die sich in Porträtmalerei übt und sich Schulz als erstes Projekt ausgesucht hat. Erster Interessent für das Bild: Schulz selbst.

„Ich habe es für mich reservieren lassen“, erzählt er stolz und macht zugleich deutlich, dass er es aber niemandem wegschnappen will. Echte Fans sind schließlich zu allem fähig.

von Carina Becker

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