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Halle könnte 50 Flüchtlinge beherbergen

Ortsbeirat Halle könnte 50 Flüchtlinge beherbergen

Die Gemeinde Fronhausen plant den Umbau der Mehrzweckhalle „Auf der Schwärz“ zu einem Wohnhaus für Flüchtlinge. Der Ortsbeirat hat sich für die Idee ausgesprochen.

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Die Mehrzweckhalle „Auf der Schwärz“ in Fronhausen könnte nach einem Umbau eine Unterkunft für Flüchtlinge werden. Foto: Patricia Grähling

Quelle: Patricia Kutsch

Fronhausen. „Wir müssen Unterkünfte zur Verfügung stellen. Das ist eine Tatsache, die ist nicht bestreitbar“, sagte Bauamtsleiter Michael Esken im Fronhäuser Ortsbeirat. Er erklärte dem Gremium, dass die Mehrzweckhalle komplett entkernt werden müsste. Nur die Außenhülle des Gebäudes könne bestehen bleiben.

Das Dach sei durch Asbest belastet. Würde eine Zwischendecke eingezogen, könnten 50 Flüchtlinge auf zwei Etagen untergebracht werden. Es seien separate Wohnungen mit eigener Küche und Bad geplant.

„Das ist wichtig, weil so auch eine Nachfolgenutzung möglich ist.“ Die Baukosten betragen nach erster Schätzung 800000 Euro. Zur Finanzierung erhalte die Gemeinde einen Kredit mit null Prozent Zinsen. Pro Flüchtling bekomme die Gemeinde vom Kreis 9,50 Euro Warmmiete. Die Finanzierung habe sich nach sechseinhalb Jahren amortisiert. Esken erklärte auf Nachfrage, dass ein Abriss der Halle und ein kompletter Neubau rund 200000 Euro mehr kosten würde.

Thorben Bastian von der CDU wollte unter anderem wissen, wie die anderen Ortsteile an der Unterbringung der Flüchtlinge beteiligt würden. Bürgermeister Reinhold Weber erklärte, dass die Gemeinde in allen Ortsteilen nach Unterbringungsmöglichkeiten suche, aber nicht einfach über private Wohnungen verfügen könne. Fronhausen müsse nun aber handeln, da sie bei der Unterbringung der Flüchtlinge vergleichsweise an unterster Stelle im Kreis stehe. „Wir werden schon angezählt, weil sich nichts tut.“

Zudem dürfe man nicht nur die finanzielle Seite sehen: „Wir stehen in der Pflicht, etwas zu tun.“ Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme sprach sich der Ortsbeirat für die Planungen aus.

Thema waren auch die Haushaltsanmeldungen des Ortsbeirats für Fronhausen in 2016. Esken erläuterte, dass die gewünschte Umgestaltung des Mehrzweckplatzes nicht bedacht sei, da sie mit dem Umbau der Halle zu einem Wohnhaus zusammenhänge. Auch für den Bolzplatz gebe es aufgrund der Haushaltssituation keine Umzäunung. Allerdings würden 800000 Euro in die Sanierung der Bergstraße investiert.

Gefördert werde diese im Rahmen des Projekts „sicherer Schulweg“ vom Land und auch Anliegerbeiträge müssen gezahlt werden. „Der Baubeginn ist sicher erst im Herbst 2016. Die Bauzeit wird dann etwa 12 bis 14 Monate betragen.“ Die Gemeinde strebe einen einseitigen Gehweg an - dafür in einer „vernünftigen Breite“.

Bastian sprach sich gegen den Haushalt aus. Er kritisierte, dass er wegen der kurzfristigen Einladung und der Sitzung zwischen den Jahren keine Möglichkeit gehabt habe, mit seiner Fraktion Rücksprache zu halten. „Das ist keine Umgehensweise“. Der Rest stimmte für den Haushalt.

Thema war auch wieder der belastete Strauchschnitt, den die Straßenmeisterei bei der Biogasanlage abgegeben habe. Weber erläuterte, dass die Anlage es nicht verbrennen durfte. Auf Nachfrage, wo das belastete Material von Straßenrändern gelandet sei, habe der Vorstand erklärt, dass es an die Bioenergiegenossenschaft Schönstadt verkauft worden sei. Eine Anfrage seitens der Gemeinde habe aber ergeben, dass „es keine Geschäftsbeziehungen nach Fronhausen gibt“, erklärte Weber.

Das Ordnungsamt habe daher eine Anfrage bei der Genossenschaft in Fronhausen gestellt und keine konkrete Antwort erhalten, wo der Strauchschnitt geblieben sei.

„Wir haben nun bei dem zuständigen Regierungspräsidium in Gießen ein Auskunftsersuchen eingereicht“.

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