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Hachborner Sportverein droht das Ende

Vorstand fehlt Hachborner Sportverein droht das Ende

Keine Mannschaft, kein Vorstand - die Jahreshauptversammlung machte wenig Hoffnung auf ein Fortbestehen des über fünfzig Jahre alten Hachborner Sportvereins.

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Der bisherige Vorstand des HSV stellte sich komplett nicht zur Wiederwahl : Steffen Alber (von links), Kai Sachwitz, Herbert Wallon und Kassiererin Elke Neidel.

Quelle: Martina Becker

Hachborn. Betretene Mienen gab es bei den knapp dreißig Mitgliedern, als festgestellt wurde, dass zumindest bei der Jahreshauptversammlung kein neuer Vorstand gefunden werden konnte. Beschämend sei die Teilnehmerzahl der Versammlung und ein Zeugnis dafür, dass es im Dorf an Interesse für den Verein fehle, so die durchgängige Meinung.

Vor zweieinhalb Jahren dachte man ähnlich. Auch damals musste der Fußballbetrieb mangels Masse eingestellt werden. Der Unterschied war, dass der Vorstand weiterbestand. Es formierte sich dann doch wieder eine Mannschaft, die in der B-Klasse im unteren Drittel mitkickte.

Die drei gleichberechtigten Vorstände berichteten am Samstagabend über die Umstände, die zum erneuten Abmelden der Hachborner Mannschaft geführt hatten. Nach gutem Start in die Vorrunde sei der Kader innerhalb weniger Wochen aus verschiedensten Gründen von 26 Spielern auf 12 Spieler geschrumpft, erzählte Kai Sachwitz, dessen Zuständigkeitsbereich der Spielbetrieb war. Zahlreiche Versuche die Mannschaft kurzfristig aufzustocken, endeten erfolglos. „Weil es keinen Sinn machte zur Rückrunde anzutreten, zogen wir uns aus dem Spielbetrieb zurück“, so Sachwitz. Diskutiert wurde dann über mögliche Spielgemeinschaften. Allerdings gestand man sich ein, dass auf Grund der schlechten Ausgangsbedingung, denn fast alle Spieler haben mittlerweile den Verein verlassen, keine wirklich guten Ausgangsbedingungen bestehen.

Reiner Jugendförderverein

Der Vorsitzende Herbert Wallon erklärte, dass der Verein in der jetzigen Situation ausschließlich ein Jugendförderverein sei. 38 Jungen und Mädchen aus Hachborn und Ilschhausen spielen im Jugendförderverein (JFV) Ebsdorfergrund, in dem sich acht Stammvereine zusammengeschlossen haben. Auch von hier seien in absehbarer Zeit keine Spieler zu erwarten, nahm Jugendleiter Hans-Peter Herbener die Hoffnung auf Spielernachwuchs. Auf Grund einer in den letzten Jahren nicht ernst genommenen Jugendarbeit in den meisten Stammvereinen, fehlt es an Nachrückern für die Seniorenmannschaften, sprich an A-Jugend und B-Jugend Spielern.

Erst die „gut besetzten“ C, D, und E-Jugendabteilungen könnten wieder für Aufwind sorgen. Auf diesen Tag zu warten, biete in der aktuellen Situation für den Hachborner Sportverein keine Lösung, darin waren sich alle Versammlungsteilnehmer einig.

„Ablenkend“ von dem eigentlichen Problem widmete sich die Diskussion dann dem Thema Vereinsbeiträge. Sechzig Euro kostet ein Jugendspieler im Jahr. Wie lange das Vereinskonto bei fehlenden Einnahmen diesen und anderen Forderungen noch nachkommen kann, war schnell ausgerechnet.

Mehrheit für Beitragsstaffel

Bislang wurde die sportliche „Rundumversorgung“ für ein jugendliches Mitglied für 24 Euro geleistet. Diesen Beitrag fand ein Teil der Mitglieder zu preiswert. Insbesondere dann, wenn kein Elternteil dem Verein angehört und den Höchstbetrag von 48 Euro zahlt.

Vor diesem Hintergrund kamen zwei Anträge zur Abstimmung. Abgelehnt wurde eine Reduzierung des Jahresbeitrages auf 40 Euro. Für eine Staffelungsregelung sprach sich die Mehrheit aus. Sollte der Verein fortbestehen, wird sich dieser Familienbeitrag vom ersten bis vierten Mitglied von 48 über 36, 24 auf 12 Euro abstufen.

Auseinander ging man mit der Gewissheit, dass der alte Vorstand vorerst seine Arbeit weitermacht und in wenigen Wochen zu einer außerordentlichen Sitzung einladen wird. Sollte sich hier wieder kein neuer Vorstand finden, wird es noch einen letzten Versuch geben.

„Bleibt auch dieser erfolglos, kann das bis zum Sommer das Aus für den Hachborner Sportverein bedeuten“, erklärte Steffen Alber, der als dritter Vorstand für das Vereinsheim zuständig war.

von Martina Becker

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