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Sonnenenergie

Hachborn kann Bioenergiedorf werden

Die Wärmeerzeugung mit Biomasse ist überholt. ­Solarthermische Anlagen, die auch Wärme zu speichern vermögen, haben hohes Förderpotenzial. In Hachborn kann eine solche Anlage entstehen.
Michael Riehl (von links), Bürgermeister Andreas Schulz und Ulrich Löttert-Götz halten beispielhaft einen Vakuumröhrenkollektor. Technik, die eine effiziente Nutzung der Sonnenenergie ermöglicht. Foto: Martina Becker

Michael Riehl (von links), Bürgermeister Andreas Schulz und Ulrich Löttert-Götz halten beispielhaft einen Vakuumröhrenkollektor. Technik, die eine effiziente Nutzung der Sonnenenergie ermöglicht.

© Martina Becker

Hachborn. In Dänemark gehören Nahwärmenetze, die ihre Energie aus der Sonne speisen, zur Normalität. „Schon seit Jahren werden hier solarthermische Anlagen erfolgreich betrieben“, erzählte Michael Riehl. Der Hachborner Geschäftsmann ist Experte auf dem Gebiet der Nutzung regenerativer Energien. Weg von Gas und Öl, hin zu langfristig kalkulierbaren Energiepreisen ist der ­Antrieb für eine Idee, die Riehl an den Energieversorger EAM herantrug.

„Wir haben den Vorschlag gerne aufgenommen“, sagte Ulrich Löttert-Götz vom Vertrieb Energieprojekte der EAM Natur GmbH. Er erzählte, dass sein Unternehmen bereits Erfahrung in der Umsetzung solcher Anlagen habe. Als Beispiel nannte er die Gasdruckregelanlage in Großseelheim, die auf einer solarthermischen Grundversorgung basiere. Im Unterschied sehen die Planungen für Hachborn eine fast ausschließliche Energiegewinnung durch die Sonne vor. Um dies umsetzen zu können, braucht es vor allem Fläche - für Sonnenkollektoren und Solarspeicher.

Diese wolle die Gemeinde Ebsdorfergrund über die Hessische Landgesellschaft zum Eigenkostenpreis zur Verfügung stellen, ebenso wie die Wege und Plätze zum Verlegen der Nahwärmeleitungen, sagte Bürgermeister Andreas Schulz bei der Vorstellung des Vorhabens in Hachborn.

Gebiet versorgt 100 Häuser

Angedacht ist ein 2550 Quadratmeter großes Landstück hinter dem Baugebiet „In der Struth“, in Richtung Ebsdorf. Mit diesem Gebiet könnten etwa 100 Häuser versorgt werden, erklärten die Planer. Geplant ist zunächst die Versorgung eines Teils von Hachborn. Bei gegebenem Interesse der Bürger sollen dann weitere Quartiere in Angriff genommen werden. Das Ganze sei ein für Deutschland einmaliges Pilotprojekt, meinte Riehl. Das Besondere ist, dass es für die mittels Kollektoren aufgenommene Sonnenenergie auch einen Speicher, vorstellbar als unterirdischen See, geben wird.

Als ergänzende Energiequelle zu dem System ist ein Blockheizkraftwerk vorstellbar. Als Fänger der Sonnenenergie ­sollen Vakuumröhrenkollektoren zum Einsatz kommen. Diese haben nicht nur eine deutlich höhere Effizienz, um die 450 bis 600 Kilowattstunden Heizenergie der Sonne einzufangen, sie können zudem an den jahreszeitlichen Sonnenstand angepasst werden. Das Interessante für die Bürgerinnen und Bürger ist, dass diese Art der Technik das absolut Fortschrittlichste bei der Nutzung regenerativer Energien ist, was wiederum hohe staatliche Fördermittel erwarten lässt. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass schon der Anschluss weniger Haushalte das Projekt rentabel machten, so Riehl.

Prinzip aus Dänemark

Für Bürgermeister Andreas Schulz ist das Vorhaben ein weiterer Mosaikstein, um die Gemeinde von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen. Nahwärmeprojekte gibt es in der Gemeinde bereits in Dreihausen sowie in Mölln. Allerdings hebe sich das Hachborner Vorhaben durch seine Konzentration auf die Sonnenenergie davon deutlich ab, meinte Schulz. Abgeschaut hat man sich das Prinzip, wie bereits erwähnt, von den Dänen. Dort würden bereits mehr als fünfzig Prozent der Energieversorgung über solche Systeme gedeckt, was einer Kollektorfläche von 500000 Quadratmetern entspreche, wusste Riehl.

Und es funktioniere, obwohl durch den schlechteren Einstrahlungswinkel der Sonne, die Energieausbeute dort deutlich geringer sei als in Deutschland. „Wenn sich die Bürger von Hachborn für die Idee begeistern lassen, kann Hachborn das neunte Bioenergiedorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf werden“, warb Löttert-Götz. Er war der Meinung, dass sich dieses System auch dazu eigne, die bereits bestehenden Bioenergiedörfer zu optimieren.

Genossenschaftliches Modell denkbar

Steigende Energiepreise sollen bei dieser Form des Heizens kein Thema mehr sein. Diese könnten voraussichtlich auf einem heutigen Niveau, vielleicht sogar darunter, langfristig eingefroren werden, so die einhellige Meinung.

Für die Umsetzung hält man ein genossenschaftliches Modell für die sinnvollste Form. „Ich stelle mir eine Verwirklichung über die bereits bestehende Bürgersolargenossenschaft Ebsdorfergrund unter Einbindung der EAM Natur GmbH vor“, schlug der Bürgermeister vor.

Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde sah er als selbstverständlich an. Zur Informationsveranstaltung am 20. April um 19 Uhr im Bürgerzentrum sind alle Hachborner herzlich eingeladen.

von Martina Becker


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