Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Grundschüler holen alles aus sich heraus

Spendenlauf in Fronhausen Grundschüler holen alles aus sich heraus

Über 250 lauffreudige und hoch motivierte Schüler der Mittelpunktschule Fronhausen liefen beim „Run for help“ für den guten Zweck.

Voriger Artikel
Historische Stätte im neuen Look
Nächster Artikel
Unmut über Stromnetz-Deal

Nicht nur motiviert, sonder auch gut gelaunt nahmen die Schüler ihre Laufrunden für einen guten Zweck in Angriff.

Quelle: Ina Tannert

Fronhausen. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich hunderte Grundschüler, Lehrer, Eltern und MS-Erkrankte auf dem Sportplatz in Fronhausen, um an dem Benefizlauf unter dem Motto „Gesunde Füße laufen für kranke Füße“ teilzunehmen. Zahlreiche Runden legten die engagierten Erst- bis Viertklässler zurück, kamen bei der Hitze mächtig ins Schwitzen - aufgeben wollten die Kinder auch nach zehn Runden noch nicht. Bereits vor dem Start herrschte große Vorfreude innerhalb der Kinderschar, die es kaum erwarten konnte, loszulaufen.

Nach dem Startschuss von Bürgermeister und Schirmherr des Benefizlaufes Reinhold Weber spurteten die Schüler gruppenweise und unter den anfeuernden Rufen der Mitschüler los, flitzen über den Sportplatz und ließen ihrem Bewegungsdrang freien Lauf. Runde um Runde legten sie auf der je 400 Meter langen Strecke zurück, sammelten in bester Wettkampfstimmung für jeden Durchgang stolz einen weiteren Stempel als Trophäe. Der Grund: jeder Durchgang ließ ihr persönliches Spendenkonto weiter anwachsen. Bereits Wochen vor der Aktion hatten die Kinder selbständig nach Sponsoren für den Benefizlauf gesucht, Familien, Freunde und Geschäftsleute der Umgebung verpflichtet und in die wachsende Teilnehmerliste aufgenommen. Der Höhe der Beiträge waren dabei keine Grenzen gesetzt, die Sponsoren beteiligten sich ab 50 Cent bis hinauf in den mehrstelligen Euro-Bereich.

Gespendet wird pro gelaufener Runde - eine Motivation, die mehr als gut ankam. Der Stolz auf die eigene Leistung war den Kindern deutlich anzumerken. „Ich bin schon bei neun Runden, das macht echt Spaß hier“, freute sich etwa Läuferin Elina. Die Siebenjährige läuft für ihr Leben gerne, „erst recht“ für den guten Zweck. „Es ist toll wenn man Menschen helfen und denen das Leben schöner machen kann“, war auch Mitschüler Tom begeistert von dem Benefizlauf.

Zahlreiche Eltern und Lehrer der Mittelpunktschule unterstützten die Aktion, versorgten die engagierten Läufer vom Sportfeldrand aus mit jeder Menge Wasser und feuerten die Teilnehmer an. Der Erlös der „Run-for-help“-Aktion geht an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), den Landesverband Hessen sowie an örtliche MS-Selbsthilfegruppen im Kreis Marburg-Biedenkopf. Wie hoch der Spendenbetrag ausfallen wird, steht noch nicht fest. „Das war ein ganz toller Lauf, die Kinder haben alles gegeben“, lobte Laufkoordinatorin Sylvia Buxmann vom DMSG-Landesverband Hessen den Einsatz der Kinder.

Multiple Sklerose ist eine entzündliche, nicht heilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems und kann schubweise in vielen verschiedenen Ausprägungen und Verläufen auftreten. Folgen des chronischen Verlaufs sind fortschreitende Behinderungen wie unter anderem eine Störung der Seh- und Bewegungsfähigkeit. Im Vorfeld des Spendenlaufes hatte die Mittelpunktschule eine Themenwoche durchgeführt.

Unter dem Motto „alles in Bewegung“ besuchten mehrere MS-Kranke die Schüler in ihren Klassen, berichteten über ihren Alltag und ein Leben mit der neurologischen Krankheit. Anhand von „Fühlstraßen“, Rollstuhl und Rollator konnten sich die Kinder ein Bild von der einschränkenden Erkrankung machen und „die Behinderung selber erleben“, erklärte Bernd Gökeler, Gruppenleiter der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf.

Die aufgeschlossenen Schüler hatten zum Teil bereits Erfahrung mit der Krankheit aus der eigenen Familie, „waren sehr neugierig und interessiert“, lobte der Gruppenleiter.

HINTERGRUND: Die MS-Selbsthilfegruppe besteht bereits seit über 30 Jahren, bietet Betreuung und Beratung für MS-kranke Menschen und ihrer Familien. Rund 70 Betroffene aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus treffen sich regelmäßig in der Gruppe oder dem parallel statt findenden Stammtisch, tauschen Erfahrungen aus, geben hilfreiche Tipps für den Alltag und unternehmen gemeinsame Ausflüge.

Weitere Informationen unter www.dmsg-hessen.de.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr