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„Grund“ investiert weiter in den Gewässerschutz

Abwassernetz „Grund“ investiert weiter in den Gewässerschutz

In den Bereich Abwasser wird in der Gemeinde Ebsdorfergrund das meiste Geld investiert. Auch in diesem Jahr sollen drei Entlastungsanlagen gebaut werden.

Dreihausen. „Es ist noch nicht so lange her, da landeten in Beltershausen nach einem Starkregen die Fäkalien samt allen Begleitprodukten in der Feldgemarkung“, erzählte Bürgermeister Andreas Schulz bei der Vorstellung des Abwasserkonzeptes seiner Gemeinde.

Der Grund hierfür war der fehlende Stauraum für das bei Regen aufkommende Wasser in der Mischwasserkanalisation. Auch an anderen Orten der Gemeinde schwappten die Regenüberläufe vor gut zehn Jahren noch in die umliegenden Gewässer über. Dass der Zwester-Ohm oder dem Wittelsberger Bach solche Einleitungen von Abwasser nicht gut taten, erklärt sich von selbst.

Eine vor etwas zwölf Jahren erlassene neue Grenzwertverordnung sollte hier Abhilfe schaffen. Für die Gemeinde Ebsdorfergrund keine einfache Aufgabe, wie der Bürgermeister und der Sachverständige Ingenieur Dr. Walter Grohmann erklärten. Die Gemeinde verfügt zum einen nicht über einen großen „Vorfluter“, sprich Fluss, und ist eine Flächengemeinde, deren Abwässer in der Hauptsache zu einer Kläranlage, der im Ortsteil Hachborn, geleitet werden müssen. Da sei die Regulation von sehr viel Wasser nötig, viel umfangreicher als etwa bei einer Kleinstadt, erklärte Grohmann.

Über eigene Klärsysteme verfügen die Orte Ilschhausen, Wermertshausen und Rauischholzhausen, womit die Gemeinde vier Kläranlagen betreut. In diese sei seit Anfang der 90er Jahre stark investiert worden, sagte Schulz. Um Phänomene, wie für Beltershausen beschrieben in den Griff zu bekommen und die Gewässer zu schützen, wurde der Bau von Regenüberlaufbecken erforderlich.

14 Regenüberlaufbeckenin zwei Jahrzehnten

Diese bieten im Vergleich zum primitiven Regenüberlauf Stauraum für das verschmutzte Mischwasser und geben es erst nach und nach wieder an den Kanal Richtung Kläranlage ab. In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten wurden im „Grund“ 14 Regenüberlaufbecken gebaut. Sie begrenzen den Zufluss zu den Kläranlagen und geben nur ausreichend verdünntes Wasser an den Gewässer ab. In einem Beschluss der Wasserbehörde wurde 2001 genau festgelegt was die Gemeinde bis 2013 zu tun hatte, um die neuen Richtwerte zu erreichen. „Es war ein sehr umfangreicher Bescheid“, sagte Anke Schmidt, Bauamtsleiterin der Gemeinde. Sie selbst hatte ihn als einstige Mitarbeiterin der Behörde erlassen und nach dem Arbeitsplatzwechsel geholfen, umzusetzen. „Es ist eine Freude für mich zu sehen, dass alles realisiert und ein großer Schritt für den Gewässerschutz getan wurde“, so Schmidt. Insgesamt 19,125 Millionen Euro hat die Gemeinde in den vergangenen zwanzig Jahren für den Bau und Ausbau der Abwasseranlagen ausgegeben. Etwa die Hälfte davon seien „glücklicherweise“ Zuschüsse gewesen, so Schulz.

Er betonte, dass es gut gewesen sei, die Aufgaben zügig abzuarbeiten, da das Land diese Projekte nicht mehr bezuschusse. Komplett abgearbeitet ist der Erlass, wenn in Heskem das im Bau befindliche Regenüberlaufbecken „B40“ fertiggestellt ist. Das wird noch in diesem Jahr sein. Für ein weitere Verfeinerung des Abwassersystems, das aus 4 Kläranlagen, 37 Entlastungssystemen und 90 Kilometer Kanalnetz besteht, hören die Investitionen auch im Jahr 2013 nicht auf. Geplant sind drei Kanalbauvorhaben. Im Bereich „Bächeweg“ in Hachborn, in Mölln vom Gefrierhaus bis zur Zwester-Ohm-Brücke und in Heskem in der „Gießener Straße“ werden insgesamt 475000 Euro investiert. Durch das Verlegen größerer Abwasserrohre will man hier eine Drosselung erreichen.

von Martina Becker

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