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Grünpflege: „Die Bereitschaft im Ort ist da“

Ortsbeirat Wittelsberg Grünpflege: „Die Bereitschaft im Ort ist da“

Geteilte Meinung herrscht im Ort über die Pflegevereinbarung zwischen Gemeinde und Ortsbeirat und damit den Bewohnern, die sich für die Grünpflege einsetzen. Einer vertraglichen Pflicht stehen einige kritisch gegenüber.

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Das schiefe Schild im grauen Betontopf ist Ortsbeirat und Anwohnern ein Dorn im Auge.Foto: Ina Tannert

Wittelsberg. Wittelsberg. Die Gemeinde plant die Grünpflege in allen Ortsteilen an die Bewohner zu übertragen, deren Einsatz durch einen finanziellen Beitrag und das Bereitstellen von Gerätschaften durch den Bauhof aus der Ferne gesichert werden. Dafür ist eine offizielle Pflegevereinbarung mit den Ortsbeiräten angedacht, die das Ganze organisieren sollen.

Freiwillige Helfer lehnen vertragliche Verpflichtung ab

Bereits aktiv für die Landschaftspflege in Wittelsberg unterwegs ist unter anderem der Verschönerungsverein, deren Mitglieder sich ehrenamtlich um so manche Gemeindefläche kümmern. „Wir machen das alles freiwillig, wie es eben gerade gebraucht wird“, berichtete der Vorsitzende Ludwig Mink. Diese Aufgabe übernehme man auch gerne, aber nur auf freiwilliger Basis. Eine schriftliche Vereinbarung über die Pflege der Grünflächen würden die Hobbygärtner als Vertrag mit der Gemeinde betrachten. Auch wenn der „Vertrag“ nicht mit dem Verein an sich geschlossen werde, beinhalte das Ganze doch eine gewisse Schuldigkeit. Diese Verpflichtung würden wohl nur die wenigsten Aktiven eingehen. „Ich würde das ablehnen“, stellte Mink klar. Auch das teils hohe Alter der Ehrenamtlichen spiele hierbei eine Rolle.

Ähnlich sieht das die freiwillige Feuerwehr im Ort, die genug zu tun habe und nicht auch noch das Ufer des Löschteiches pflegen könne. „Wir brauchen keine zusätzliche Arbeit“, sagte Gerhard Staubitz, Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Auch die angedachte finanzielle Beteiligung der Gemeinde ging einigen Zuhörern nicht weit genug. Geplant sei bisher, dass die Verwaltung pro Jahr und Ortsteil 500 Euro für den Pflegedienst zahle. „Das wird nicht reichen“, befanden einige Anwesende.

Die Bedenken der Bewohner will Heinrich Rabenau vom Gemeindevorstand, der sie Sitzung verfolgte, an die Gemeinde herantragen. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, ein erster schriftlicher Entwurf der Pflegevereinbarung liegt bislang nicht vor. Derzeit würde die Kommune allerorts ein erstes Feedback sammeln, erklärte Ortsvorsteher Jörg Habiuk. Er hielt fest: „Die Bereitschaft im Ort, etwas zu tun, ist da.“ Ob die Freiwilligen eine feste Verpflichtung eingehen würden, sei eine andere Frage. Das Thema will der Ortsbeirat im Auge behalten.

Ortsbeirat entscheidet

Darüber hinaus befasste sich das Gremium mit dem nahenden Ende der Dorferneuerung. Große Freude herrscht vor Ort über zusätzliche 40000 Euro für die Ortsbegrünung, mit denen bereits verloren geglaubte Projekte finanziert werden sollen (die OP berichtete). Lobend hob Bernd Naumann unter anderem die geplante Umgestaltung der Parkplätze am Kirchberg hervor. Die Fläche solle „deutlich lichter“ werden. Ein Dorn im Auge ist dem Ortsbeirat seit langem der fleckig-graue Pflanzkübel aus Beton vor der Grundschule, in dem auch noch ein mittlerweile schiefes Zone-30-Schild steckt.

Pragmatisch, aber unschön - das fanden auch die Anwesenden und freuten sich, dass als Ersatz eine Grünfläche geplant wird. Einsparungen gab es ebenfalls bei der eigentlich geplanten Deckenrenovierung der Sporthalle im ­„GrundTreff“. Die Deckenaufhängung bleibt nun doch vor Ort und sei „sicherer als gedacht“, berichtete Naumann. Zu dieser Erkenntnis kam das Gremium nach einer Belastungsprobe mit den Sportlern. Demnach reiche es aus, die Lampen und Lautsprecher an der Decke mit Plexiglas abzusichern. Kostenfaktor: 15000 Euro.

Weiterhin auf der Liste des Ortsbeirates stand der Containerstellplatz an der Hessenstraße. Eine Entscheidung über einen Standortwechsel hatte die Gemeinde dem Ortsbeirat überlassen. Die Bewohner sprachen sich gegen einen Umzug der Container aus, dem folgte das Gremium einstimmig.

Das nahm noch ein letztes Thema in die Tagesordnung mit auf: Ein Anwohner hatte sich in der Nähe des Löschteichs über die dort lebenden, laut quakenden Bewohner beklagt. Das ein Teich Frösche anziehe, lege bekanntermaßen in der Natur der Sache, vor allem zur Laichzeit. Diese speziellen Amphibien sollen nun besonders laut sein, so die Beschwerde. Abhilfe gegen die nächtliche Quakerei soll ein Froschschutzzaun bieten, den die Gemeinde aufstellen ließ. Dass diese Absperrung funktioniere, bezweifelten einige Anwesende. „Dann laufen die Frösche auf der Straße herum“, meinte ein Zuhörer. Ein Froschliebhaber bot am Sitzungsende an: „Bringt sie zu mir, ich mag das Quaken.“

von Ina Tannert

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