Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Glaube, Ferienspiele und kleine Wunder

Das wäre mal eine(r) Glaube, Ferienspiele und kleine Wunder

Spiele, Spaß und Geschichten aus der Bibel gibt es seit 22 Jahren jedes Jahr in der ersten Sommer­ferienwoche beim CVJM Ebsdorfergrund. Von Beginn an organisiert Margitta Reuter die Kinderferienspiele mit.

Voriger Artikel
Farbenpracht und Bienenfutter
Nächster Artikel
Vier Verletzte nach Unfall

Margitta Reuter ist von Anfang an dabei: Bei den Kinderferienspielen, beim CVJM und beim neuen Anbau.

Quelle: Patricia Graehling

Leidenhofen. Margitta Reuter ist mit dem CVJM aufgewachsen und an der Glaubensgemeinschaft gewachsen: Die 53-Jährige war von der Gründung des Vereins an mit dabei - damals in der Jungschar. Bei dem ersten Angebot für Jugendliche war sie am Start, ebenso bei dem Kauf der Alten Schule in Leidenhofen für den CVJM vor 22 Jahren und bei dem neuen Anbau, der vor drei Jahren eingeweiht wurde. Und so ist es auch mit den Kinderferienspielen: Die bietet der CVJM in diesem Sommer zum 22. Mal an. Und zum 22. Mal ist Margitta Reuter eine der Organisatoren.

Das Konzept habe sich bis heute kaum verändert, erzählt sie. Schon vor mehr als zwei Jahrzehnten fanden die Ferienspiele in der ersten Woche der Sommerferien statt. Sie begannen am späten Morgen mit Geschichten rund um Jesus und die Bibel. Und am Nachmittag standen Geländespiele, Ausflüge und jede Menge Spaß auf dem Programm - alles abgestimmt auf ein festgelegtes Thema. So gab es im vergangenen Jahr Ritterspiele. In diesem Jahr gibt es das Motto „Verrückte Zeiten“. Mehr als 70 Kinder sind laut Reuter in diesem Jahr wieder dabei und hören ganz verrückte Geschichten aus der Bibel, etwa von drei Männern, die in den Flammen eines Ofens keinen Schaden nehmen. „Es ist uns wichtig, den Kindern Jesus zu vermitteln“, sagt Reuter. „Kinder haben heute nur wenig Berührung mit Glaubensdingen. Da geht viel verloren.“ Die Idee für die Kinderferienspiele brachte laut Reuter ein junger Mann aus dem Ruhrgebiet nach Leidenhofen. Er machte damals ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim CVJM. „Wir hatten gerade die Alte Schule gekauft und Platz dafür“, sagt die 53-Jährige. „Also haben wir das im selben Jahr ausprobiert und es hat richtig Spaß gemacht.“

Bei der ersten Auflage waren rund 60 Kinder dabei. Reuter hat mit anderen Betreuern damals noch Mittagessen für die Schützlinge gekocht. Heute bringen die Kinder selbst Lunchpakete mit - denn die Teilnehmer an den Ferienspielen wurden immer mehr. „120 Kinder war aber die Schallgrenze. Deswegen mussten wir in einigen Jahren auch manchen Kindern absagen“, erinnert sie sich. Trotz eines starken Geburtenrückgangs seien immer noch jedes Jahr mehr als 70 Kinder angemeldet, wenn die 30 Mitarbeiter die Ferienspiele für Kinder bis zwölf Jahren anbieten.

„Wir haben immer genug Mitarbeiter“, freut sich Reuter. Denn viele Kinder steigen mit 13 Jahren direkt als Betreuer ein, sobald sie nicht mehr selbst teilnehmen dürfen. „Sie wollen bei den Mitarbeitern mitmachen, weil das eine tolle Gruppe ist“, erklärt Reuter. Abends, wenn die Kinder abgeholt wurden, sorgen die Erwachsenen, die die Ferienspiele organisieren, nämlich dafür, dass auch die jungen Mitarbeiter noch richtig Spaß haben: Dann gehe es zum Pizzabacken ins Backhaus, es gebe Wasserschlachten oder einen Besuch im Kino.

"Das geht nur, weil Gott mitmischt"

„Es begeistert mich, wie Jugendliche hier reifen“, sagt Reuter, die auch zweite Vorsitzende des CVJM Ebsdorfergrund ist, mit einem strahlenden Lächeln. So seien die jüngsten Betreuer so eifrig, wenn es etwa in den Freizeitpark gehe. „Sie nehmen dann links und rechts ein Kind an die Hand und passen auf sie auf. Sie übernehmen Verantwortung und wachsen dabei auch in ihrer Persönlichkeit.“ Es sei einfach ein Geben und Nehmen für Kinder und Jugendliche. „Die Jugendlichen finden es ja auch toll, wenn die Kinder zu ihnen aufblicken.“

Margitta Reuter macht aber nicht nur Ferienspiele, die sie jedes Jahr ab Februar mit einer kleinen Gruppe Organisatoren plant. Sie ist auch auf Kreis- und Landesebene in verschiedenen CVJM-Gremien unterwegs. Mit 16 Jahren habe sie zudem erstmals Verantwortung im heimischen CVJM-Vorstand übernommen. Dabei sei sie sechs Jahre erste Vorsitzende gewesen, sei aber nun in die zweite Reihe zurückgetreten.

Jede Woche dabei ist sie zusätzlich noch beim wöchentlichen internationalen Begegnungscafé in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und der Christusgemeinde. Jeden Donnerstag seien dann einige muslimische Flüchtlinge im CVJM-Haus zu Gast und kommen mit ihren christlichen Gastgebern ins Gespräch. „Wir reden und spielen und helfen auch bei Anträgen“, sagt Reuter. „Sie nehmen uns Christen in unserem Glauben total ernst. Wir diskutieren viel, aber wir lassen uns gegenseitig unseren Glauben und begegnen uns mit Wertschätzung.“

Viel Kraft gefordert hat laut Reuter der neue Anbau, der in diesem Jahr endlich komplett fertig werden solle. Zuoberst standen da die finanziellen Fragen: „Ich habe mir ein Geldwunder gewünscht“, sagt Reuter heute. Dieses Wunder kam und spornte Mitglieder an, an den Bau zu glauben, Geld und Arbeit zu investieren. „Viele Leute geben ihren kleinen Beitrag und es reicht irgendwie“, freut sich die Leidenhoferin. Ähnlich sei es auch gewesen, als sich der noch kleine Verein voller junger Familien vor 22 Jahren für den Kauf der Alten Schule entschieden habe. „Das geht nur, weil Gott mitmischt und das fasziniert mich“, erklärt Reuter ihr Engagement.

Ihren Glauben habe die 53-Jährige in ihrer Jugend beim CVJM entdeckt. „Der Glaube wurde für mich zum Abenteuer. Er gibt mir Halt und ich habe viel Selbstvertrauen gewonnen.“ Es begeistere sie täglich, zu sehen, wie Gott heute noch viel bewege in der Welt.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr