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Geschenktes Geld zum Weiterverschenken

Spendenidee im Grund Geschenktes Geld zum Weiterverschenken

Als Ausgleich für eine Steuererhöhung schenkt die Gemeinde jedem Bürger in diesem Jahr einen Gutschein im Wert von15 Euro. Wer will, kann dieses Geld für einen sozialen Zweck spenden.

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Reinhold Jäger aus Roßberg (links) machte Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz einen Vorschlag mit sozialem Charakter.

Quelle: Martina Becker

Dreihausen. 135000 Euro will die Gemeinde unter die Bevölkerung bringen. Vom Baby bis zum Greis wird jeder einen Grund-Geld-Gutschein im Wert von 15 Euro erhalten. Diese Zahlung soll eine Entschädigung für die diesjährige Erhöhung der Grundsteuer sein. Diese wurde erforderlich, damit dem „Grund“ keine Nachteile durch den kommunalen Finanzausgleich entstehen (die OP berichtete). „Ist diese Rückvergütung existenziell für alle Bürger“, fragten sich die Eheleute Reinhold und Rosi Jäger aus Roßberg. Die Eheleute würden ihre beiden Gutscheine lieber für einen sozialen Zweck spenden. Diesen Vorschlag griff Bürgermeister Andreas Schulz begeistert auf. In der Gemeindeverwaltung durfte Reinhold Jäger seine Gedanken vorstellen. Er erzählte, dass er die Idee mit dem Gutschein gut finde und auch die damit verbundene Förderung der heimischen Wirtschaft. „Als meine Frau und ich darüber nachdachten, was wir mit dem Geld anstellen würden, waren wir uns allerdings einig, es lieber zu spenden als zu konsumieren“, so Jäger. Damit dachte das Paar an soziale Einrichtungen oder Vereine in der Gemeinde, die so ihre Kinder-, Jugend- oder Seniorenarbeit voranbringen könnten. Auch in diesem Fall würde das Geld in der Kommune bleiben, betonte Jäger. „Diese Idee macht die ganze Aktion noch besser“, meinte Bürgermeister Andreas Schulz. Er will auf der Vereinsvertreterversammlung am 30. Januar über diese erweiterte Verwendungsmöglichkeit informieren. Die Vertreter der entsprechenden Organisationen sind daher aufgerufen an dem Treffen teilzunehmen. Sie können sich aber auch unabhängig davon bei der Gemeinde melden. Wer sich nun entschließt es den Jägers gleichzutun, kann auf dem Gutschein vermerken, wem das Geld zugutekommen soll. Dafür wird auf der 15-Euro-Sonderedition des Grund-Geld-Gutscheins eigens ein Feld eingerichtet. Die Rückgabe an die Gemeinde erfolgt in dem mit verteilten Freiumschlag.

Eine Liste mit den in Frage kommenden Institutionen wird den Gutscheinen beiliegen. Dass von den 9000 Gutscheinen am Ende auch ein guter Teil für den guten Zweck Verwendung findet, davon waren Jäger und der Bürgermeister überzeugt. Es sei doch eine tolle Form der Solidarität, dass der Bürger auf diesem Weg selber über die Verwendung seines Steuergeldes entscheiden könne, war man sich einig.

von Martina Becker

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