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Gemeinde verdoppelt Krippenplätze

Kinder Gemeinde verdoppelt Krippenplätze

Der Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren steigt. Die Gemeinde ist von der Nachfrage überrascht worden - es fehlen 25 Plätze - und baut nun schnellstmöglich an die Kita Beltershausen an.

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Architekt Dr. Stefan Strack (von links) bespricht mit Michael Esken, Andreas Schulz und Heike Schick von der Gemeinde die Baupläne für die Kita in Beltershausen.

Quelle: Patricia Grähling

Beltershausen. Überrascht war die Gemeinde laut Bürgermeister Andreas Schulz, als sie im Frühjahr den Bedarf nach Betreuungsplätzen abgefragt hat. Es fehlen 25 Krippenplätze. „Wir erfüllen die gesetzliche Forderung, für 35 Prozent der Kinder einen Krippenplatz anbieten zu können“, erklärt der Bürgermeister. Darauf wolle er sich aber nicht ausruhen, wenn der Bedarf höher sei.

Deshalb hat die Gemeinde zusammen mit dem Architekten Dr. Stefan Strack in kürzester Zeit den Anbau von drei neuen Krippengruppen an die Kita „Sonnenschein“ in Beltershausen geplant, Förderungen beantragt und mit allen Beteiligten – etwa Jugendamt, Unfallkasse, TÜV und Eltern – abgestimmt. „Das war sportlich“, sagt der Architekt mit Blick auf den Zeitraum von der Abfrage des Bedarfs im März bis heute.

Insgesamt lässt die Gemeinde sich den Anbau rund 1,5 Millionen Euro kosten, inklusive Außengelände. Dazu gibt es eine Förderung in Höhe von 480000 Euro, führt Schulz aus. Das Gebäude, das vor wenigen Jahren bereits einen Anbau bekam, vergrößert sich damit von 383 auf 748 Quadratmeter.

Photovoltaikanlage auf dem Flachdach geplant

Der Anbau an der linken Seite des Gebäudes soll sich laut Architekt dem früheren Anbau optisch anpassen mit Elementen aus blauer Holzverschalung. Es entstehen drei neue Krippenräume samt eigenen Ruhe- und Waschräumen. Außerdem zieht eine der Kita-Gruppen in den Anbau, ebenso das Büro der Kita-Leiterin. So wird der Raum im bestehenden Gebäude entzerrt, Küche und Personalraum vergrößert, die Sanitäranlagen neu und barrierefrei gestaltet.

Der Anbau bekommt laut dem stellvertretenden Bauamtsleiter Michael Esken ein Flachdach. Analog zum Grundbad in Heskem soll in Kooperation mit den Stadtwerken eine Photovoltaikanlage installiert werden, die eine Wärmepumpe betreibt.

„Bei den Planungen haben wir uns nicht an den Mindeststandards orientiert“, so Strack. Während andere Gemeinden jeden möglichen Quadratmeter einsparen würden, um Kosten zu senken, habe die Gemeinde das komplette vorhandene Grundstück beplanen lassen. Damit sei aber auch eine Kapazitätsgrenze in Beltershausen erreicht, wo dann ab spätestens Sommer 2019 fast 100 Kinder und rund 30 Erzieher täglich untergebracht sein sollen.

Baubeginn soll nach Schulz so bald wie möglich sein. Die Gemeinde hoffe täglich auf die Baugenehmigung, bereite bereits die Ausschreibungen vor. Der Kita-Betrieb soll während der Bauarbeiten weitergehen. „Es kann jedoch sein, dass mal eine Gruppe für einige Tage ins Bürgerhaus muss oder im Sommer draußen auf Exkursionen betreut wird“, erklärt Schulz.

„Der Bedarf an Krippenplätzen wächst seit Jahren, obwohl die Geburtenzahlen gesunken sind“, erklärt Heike Schick, zuständig für die Kindergärten der Gemeinde. Im vergangenen Jahr wurden in Ebsdorfergrund 59 Kinder geboren, 20 Jahre zuvor seien es mehr als doppelt so viele gewesen. Nun verdoppele die Gemeinde die Krippenplätze fast: von 40 auf insgesamt 76 Plätze.

„Wir können das Problem aktuell nicht auflösen“

Kinder werden heute laut Schulz früher in die Betreuung gegeben, teilweise schon nach neun Monaten. Das verkürze jedoch die Reaktionszeit der Kommunen drastisch: „Früher hatten wir ab der Geburt drei Jahre Zeit, genügend Kita-Plätze bereitzustellen“, erklärt der Bürgermeister. Die Kleinkinder, die nun einen Betreuungsplatz bräuchten, waren hingegen teils vor einem Jahr noch gar nicht geboren. Den 25 Eltern, die für ihren Nachwuchs in diesem Sommer keinen Krippenplatz bekommen haben, kann die Gemeinde jetzt nicht helfen, gibt Schulz zu. „Bisher haben die Plätze gereicht. Jetzt fehlt es an Tagesmüttern und Krippenplätzen. Wir können das Problem aktuell nicht auflösen.“

von Patricia Grähling

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