Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Gemeinde trennt sich von zwei Backhäusern

Ebsdorfergrund Gemeinde trennt sich von zwei Backhäusern

Das ausgediente Wittelsberger und auch das modernisierte Ebsdorfer Backhäuschen werden bald nicht mehr Gemeindeeigentum sein. Unterschiedliche Gründe führen zum Verkauf.

Voriger Artikel
Pension geht auf das Konto des Sohnes
Nächster Artikel
10 Selbstanzeigen, 50 schwarze Schafe

Bürgermeister Andreas Schulz steht im Eingang zur ehemaligen Backstube. Das Haus mit Backofen in der Wittelsberger Dorfmitte steht zum Verkauf.

Quelle: Martina Becker

Wittelsberg. Backhäuser sind Relikte aus vergangenen Zeiten. Was aber keineswegs heißt, dass diese völlig nutzlos sind und nicht mehr gebraucht werden. Zumindest teilweise sei das so, meint Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Insgesamt gibt es in der Gemeinde Ebsdorfergrund dreizehn Backhäuser. „Viele davon werden noch genutzt und viel Geld hat die Gemeinde in ihren Erhalt investiert.“

Anders in Wittelsberg. Seit seiner Errichtung im Jahr 1896 diente das Gebäude in dem Zeitraum bis nach dem Krieg als Gefängnis, als Unterrichtsraum der Volkshochschule für Kochkurse sowie als Jugendclub. Die Gesamtgröße des Gebäudes Am Marktplatz 12 beträgt 54 Quadratmeter. Im Erdgeschoss befindet sich der alte Backofen, darüber gibt‘s einen weiteren Raum. Bis 2011 habe es gedauert, bis das Landesamt für Denkmalpflege entdeckt habe, dass es sich hierbei um ein Kulturdenkmal handle, sagt Schulz und ärgert sich. Mit dieser Entscheidung werde der Gemeinde ein dauerhafter Erhalt des Gebäudes „zugemutet“.Der Verwaltungschef erklärte, dass es diese Vorschrift für private Besitzer nicht gebe. „Hier sagt der Gesetzgeber: Wenn der Erhalt eines Kulturdenkmals der Privatperson nicht zumutbar ist, ist auch ein Abriss möglich“, zitiert Schulz.

Da es diese Option für Gemeinden nicht gibt, wird das Gebäude zum Verkauf angeboten. Das Mindestgebot liegt bei 1000 Euro. Angesichts des demographischen Wandels sei es schwer, den Strukturwandel in den Dörfern zu meistern, sprich: Leerstand vorzubeugen. „Das geht nur, wenn der Denkmalschutz auch mal dem Abriss von Gebäuden zustimmt“, befindet der Bürgermeisters. Beim Backhaus in Ebsdorf liegt eine andere Situation vor. Das Häuschen wurde vor wenigen Jahren mit EU-Mitteln im Wert von 20000 Euro grundhaft saniert. Der eigens dafür gegründete Verein, die Backhausgemeinschaft Ebsdorf, ist mit Kaufinteresse an die Gemeinde herangetreten - und die Gemeinde will verkaufen, wenn das Backhaus seinem ureigenen Verwendungszweck weiterhin dient. „Ein Beispiel, das auch in anderen Dörfern Schule machen könnte“, beschreibt Schulz eine Möglichkeit, um kommunale Haushalte zu entlasten.

von Martina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr