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Gemeinde setzt die Altersgrenze hoch

Feuerwehr Gemeinde setzt die Altersgrenze hoch

Die hessische Standard-Satzung für die Feuerwehren will keine Führungsfiguren im Alter von über 55 Jahren. Doch im Ebsdorfer Grund gehören die 55-Jährigen noch lange nicht zum alten Eisen.

Dreihausen. Das Gemeindeparlament Ebsdorfergrund hat nach einem Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands die Satzung für ihre freiwilligen Feuerwehren so verändert, dass fortan weiterhin Führungspositionen mit Personen besetzt werden können, die älter als 55 Jahre alt sind.

Nach der bisherigen Satzung, übernommen vom Muster des hessischen Städte- und Gemeindeverbunds, war es so, dass Personen ab dem 55. Lebensjahr nicht als Gemeindebrandinspektor, Wehrführer oder Stellvertreter gewählt werden konnten.

Ein Ärgernis aus Sicht von Bürgermeister Andreas Schulz, wie jetzt im Ebsdorfer Grund an einem praktischen Beispiel deutlich wurde. Die Vorstandswahl der Leidenhofer Wehr steht bevor, und deren Wehrführer, Konrad Bier, könnte nach der bisherigen Satzung nicht mehr in seine Funktion gewählt werden, weil er bereits das 55. Lebensjahr erreicht hat. „Er ist einer unserer qualifiziertesten Feuerwehrleute, und wir können es uns gar nicht leisten, solche Leute vorzeitig zu verlieren“, befand Schulz und warb für eine Satzungsänderung, die ermöglicht, dass Bier nochmals auf vier Jahre als Wehrführer gewählt wird.

Andreas Rink, Mitglied der ÜBE/FWG-Fraktion und zugleich Vorsitzender der Feuerwehr Rauischholzhausen, stimmte Schulz zu: Die Personaldecke werde tatsächlich immer dünner und die Wehren könnten es sich deshalb nicht leisten, Funktionsträger im Alter von 55 Jahren zu verlieren - gleichwohl müsse eine Altersvorgabe in der Satzung verankert werden. „Ich würde es nicht unterstützen wollen, wenn jemand mit 59,5 Jahren noch mal gewählt wird“, erklärte Rink und kritisierte, dass das Parlament in dieser Sache nun entscheiden solle, ohne dass der Bürgermeister zuvor mit dem Wehrführer-Ausschuss darüber beraten habe.

Schulz machte deutlich, dass die Angelegenheit drängt, die Wahl der Leidenhofer stehe bevor, am 25. März solle dort ein neuer Vorstand gewählt werden. „Wir sind uns doch alle einig, wir müssen uns anstrengen, fähige Leute zu halten“, drängte Schulz und schlugt Rink vor, einen Passus zur Altersbegrenzung für die Satzung zu formulieren. Darin lautet es nun, dass Personen ab dem vollendeten 59. Lebensjahr bei der Feuerwehr nicht mehr in Führungspositionen gewählt werden können - was Wahlen vor dieser Altersgrenze angeht, gewinnen die Wehren an Flexibilität und Freiräumen für ihre Vorstandsentscheidungen.

Rinks Ergänzung nahm das Parlament bei fünf Gegenstimmen aus der SPD an. Für die Satzungsänderung stimmten die Gemeindevertreter dann geschlossen bei einer Enthaltung aus der SPD (Lothar Heidt).

von Carina Becker

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