Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Gemeinde nimmt Geld in die Hand

Investitionen in Ebsdorfergrund Gemeinde nimmt Geld in die Hand

In Ebsdorfergrund sollen in den nächsten Jahren 30 bis 50 Millionen Euro investiert werden – von der Gemeinde, von Kreis, Land und Bund und von privaten Investoren.

Voriger Artikel
Steckbrief: Rohrdommel
Nächster Artikel
Schwerpunkte der Arbeit sind definiert

Mit 1,6 Millionen Euro rüstet die Gemeinde Ebsdorfergrund bei der Feuerwehr in Dreihausen auf.

Quelle: Archivfoto

Wittelsberg. Investitionen, die das Gesicht der Gemeinde verändern und weiterentwickeln sollen – davon sprach Bürgermeister Andreas Schulz bei der Bürgerversammlung zum Ende des Jahres und gab einen Ausblick auf die Projekte bis 2020.Das Interesse vieler Investoren zeige, dass die Gemeinde attraktiv und der Standort gut sei und nicht zuletzt, dass es ein großes Vertrauen in die Zusagen der politischen Gremien gebe.

Die Gemeinde­ selbst investiert laut Schulz bis 2020 rund 16 Millionen Euro in die Infrastruktur: für den Ausbau von Straßen, die Anschaffung fünf neuer Feuerwehrautos, für den Ausbau von Radwegen und die Erschließung von Baugebieten. Schulz stellte detailliert vor, wie die Dörfer sich in den nächsten Jahren verändern:

  • Rauischholzhausen: Die Gemeinde investiert 200.000 Euro in das eigene Kanalsystem. Zudem werden 400.000 Euro in die energetische Optimierung der Kläranlage in Roßdorf gesteckt, die von der Gemeinde Ebsdorfergrund betreut wird. Das Baugebiet „Sonnenplateau“ mit mehr als 20 Bauplätzen wird erschlossen, der „Kreuzweg“ teilweise ausgebaut. „In Rauischholzhausen sind in den vergangenen zehn Jahren zwölf Straßen ausgebaut worden. Das hat das Bild sehr verändert“, betonte Schulz.
  • Wittelsberg: Die Dorferneuerung in Wittelsberg läuft 2018 aus. Hausbesitzer können noch bis September Förderungen beantragen, sagte Schulz. Die Gemeinde investiert 120.000 Euro in die Ortsdurchgrünung. Mehrere Millionen Euro werden zudem in die Flurbereinigung Wittelsberg und Rauischholzhausen investiert.
  • Beltershausen-Frauenberg: Die Kita wird laut dem Rathauschef erweitert. Zwei weitere Krippengruppen sollen eingerichtet werden. Damit gebe es insgesamt sechs Gruppen in der Einrichtung – was neue ­Sozial- und Büroräume nötig mache.­ Im Neubaugebiet sind alle 27 Grundstücke verkauft, jetzt steht der Endausbau der Straße an. Zudem baut das Land Hessen das Radwegenetz aus: Der Radweg von Heskem bis Beltershausen und Hof Capelle werde durchgehend 2,5 Meter breit ausgebaut – so könne der Weg auch von der Landwirtschaft genutzt werden. Die Gemeinde gibt 114.000 Euro dazu.
  • Wermertshausen: „Ich würde dort gerne mehr Straßen endausbauen“, sagte Schulz. Die Anlieger seien jedoch dagegen, schließlich müssten sie dabei einen großen Teil der Kosten tragen. Zudem fehle noch ein Radweg über Roßberg bis Dreihausen. Das hänge­ ­allerdings vom Land Hessen als ­Eigentümer, versicherte der Bürgermeister.
  • Roßberg: Das Projekt „Freiflächenoase“ mit Oase der ­Besinnung und Erlebnisweg ­befindet sich derzeit in der Ausschreibung. Bis zu 300.000 Euro sind dafür angesetzt, wobei 75 Prozent über Leader-Mittel aus der EU kommen. In Roßberg sind außerdem noch Bauplätze frei. „Ein Handicap ist allerdings der schlechte Handyempfang“, gibt Schulz zu. Ein Mobilfunkmast sei schon in Planung gewesen. Zudem sollen die Gehwege der  Ortsdurchfahrten in Roßberg, Wermertshausen, Rauischholzhausen, Heskem und Leidenhofen gepflastert werden – mit Eigenleistung der Bürger, dafür ohne ­Anliegerbeiträge.
  • Dreihausen: Das Neubaugebiet „Schöne Aussicht“ ist laut Schulz fast komplett abverkauft, ein weiteres sei bereits in Planung. Die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Dreihausen kostet 1,6 Millionen Euro. Die Gemeindeverwaltung plant, einen Teil der Räume der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund zu kaufen, um die Verwaltung zu erweitern. „Wir brauchen neue Mitarbeiter und neues Know-how, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen“, erklärte der Rathauschef und versicherte, dass die Raiffeisenbank weder den Standort in Ebsdorf noch in Dreihausen aufgeben will.
  • Heskem: „In Heskem wird sich am meisten tun“, kündigte Schulz an. Die Ortsumgehung soll zum 1. Januar 2019 fertig sein. Gemeinsam mit der Stadt Marburg plane der „Grund“ derzeit ein Gewerbegebiet mit Autohof an der Ortsumgehung. Zudem wünschen sich Gemeinde und Gesamtschule Ebsdorfer Grund eine Verlegung der Bushaltestelle, die derzeit unterhalb der Schule liegt. Ein neuer Busbahnhof könnte dort entstehen, wo derzeit die Sportflächen sind. Die Gemeinde würde laut dem Bürgermeister stattdessen Schwimmbadwiese und Mehrzweckplatz als Sportfläche zur Verfügung stellen. Das Grundbad schließt im Sommer im Zuge der Modernisierung in Höhe von 1,35 Millionen Euro. Zudem plant ein Heskemer Investor einen „Generationenpark“. Dort könnten sich Menschen mit 50 Jahren ein Haus kaufen oder mieten und dort bis zu ihrem Tod leben – weitere Dienstleistungen, die im Alter nötig werden, könnten dann zugekauft werden, zum Beispiel für die Pflege oder Hilfe im Haushalt. „Das Leben im Alter soll damit planbar gemacht werden“, sagte Schulz.
  • Leidenhofen: In Leidenhofen werden nicht nur die Gehwege gemacht, sondern auch die Ortsdurchfahrt soll laut Schulz bis zur 1000-Jahr-Feier im Jahr 2018 erneuert sein. Für die Mehrzweckhalle soll ein Schwerpunkt gesetzt werden, zum Beispiel als „Kinderzentrum“.
  • Ebsdorf: In Ebsdorf steht der Musikergarten am Bürgerhaus auf dem Programm. ­Bühne, Zwester-Ohm-Terrassen und eine Aufwertung des Außenbereichs sind in Planung. Zudem soll ein „kleines Reha-Fit“ am Ortsausgang Richtung Heskem entstehen: Die ortsansässige Physiotherapiepraxis samt Fitnessstudio möchte sich dort erweitern. Am Ortsausgang Richtung Hachborn liefen derzeit Gespräche mit einem Investor für ein betreutes Wohnprojekt.
  • Hachborn: Auch in Hachborn steht die Erweiterung des Feuerwehrhauses auf dem Programm. Außerdem entstehen 18 neue Wohnungen, mit denen ­eine Baulücke geschlossen wird. Ein weiteres neues Baugebiet ist in Planung.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr