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Gehwege in Ebsdorf bleiben gesperrt

Ortsbeirat Gehwege in Ebsdorf bleiben gesperrt

Die Ebsdorfer ärgern sich vor allem über zwei Dinge: Die kaputte Landstraße, die durch das Dorf führt und die Schließung der Sparkassen-Filiale. Ändern können sie laut Ortsbeirat beides derzeit nicht.

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Gleich zwei Ärgernisse sehen die Ebsdorfer derzeit: Die Sparkassen-Filiale soll in eine SB-Station umgewandelt werden – und das Land Hessen saniert die marode Straße nicht.

Quelle: Patricia Graehling

Ebsdorf. Die Geschäftsstelle der Sparkasse in Ebsdorf wird in ­eine Selbstbedienungsstelle umgewandelt. Das hat der Ortsbeirat mit Bürgern diskutiert - und alle ärgern sich darüber. „Da ist der Wechsel der Bank die einfachste Konsequenz. Quasi eine Abstimmung mit den Füßen“, sagte ein Zuhörer.

Laut Ortsvorsteher Mario Luther seien auch schon viele Ebsdorfer diesen Weg gegangen. „Die Sparkasse hat einen öffentlichen Auftrag, gegen den sie meiner Meinung nach verstößt“, ärgerte sich auch Ortsbeiratsmitglied Walter Kaiser. „Für die Infrastruktur in Ebsdorf ist das nicht so toll - vor allem, wenn zeitgleich das Online-Banking noch mit Gebühren belastet wird.“

Die Erste Gemeindebeigeordnete, Elisabeth Newton, erklärte, dass Bürgermeister Andreas­ Schulz erst von der Sparkassen-Schließung erfahren habe,­ als alle Entscheidungen bereits­ ­getroffen waren. „Es wurde­ deutlich gesagt, dass daran nichts mehr zu machen ist.“ ­Die Sparkasse habe laut Newton angemerkt, dass sie entweder Filialen schließen müsse - oder dass das Schwimmbad in Biedenkopf und das Jugendlager an der ­Ostsee geschlossen werden müssten, weil die Finanzierung fehle. „Außerdem sagt die Sparkasse, dass die Räume in Ebsdorf zu klein sind - während in Dreihausen der ehemalige Schlecker leer steht, der der Sparkasse gehört.“

Newton erklärte auch, dass die Kreistagsfraktion über einen Bankbus nachdenke, der über die Dörfer fahre. „Das ist bislang nur eine Idee und die Umsetzung würde Jahre dauern“, erklärte sie. Kaiser sagte dazu: „Einen größeren Witz könnten die nicht machen. Es gibt sicherlich auch andere intelligente Lösungen für den Bürger - man kann aber auch einfach schließen“, betonte er ironisch.

Ein Ärgernis für die Ebsdorfer ist auch die Landesstraße, die durch den Ort führt (die OP berichtete): Die Gemeinde will laut Luther den Gehweg sanieren, wenn das Land zugleich die alte, kaputte Straße saniert. „Sonst würden wir doppelte Kosten produzieren.“ Auf mehrere Anfragen beim Land bekomme die Gemeinde aber keine Antworten. „Die sitzen das Ding einfach aus“, schimpfte der Ortsvorsteher.

Mittlerweile ist ein Teil des Gehwegs gesperrt, weil es zwei Unfälle gegeben habe.­ „Es ist nicht zumutbar und ­optisch eine Katastrophe“, gab Luther zu. Zumal gerade Kinder auf dem Weg zum Schulbus nun an einer gefährlichen ­Stelle die Straße überqueren müssen. „Aber wir mussten diesen maroden Teil sperren. Die Verantwortung kann doch keiner übernehmen“, erklärte er.

Newton ergänzte: „Wahrscheinlich bekommen wir keine Antwort, bis der Bürgermeister sich wieder vor die Tür eines Ministers setzt und eine Antwort einfordert - wie bei der Ortsumgehung in Heskem auch.“

Ganz in der Nähe ist zudem derzeit ein Gehweg entlang einer Scheune in der Hauptstraße gesperrt. „Das Dach der angrenzenden Scheune ist sehr marode und bei Sturm drohen Ziegel herunterzufallen“, sagte Luther. Der Gehweg sei daher gesperrt, um sowohl Fußgänger als auch den Besitzer der Scheune­ zu schützen. „Die Stelle bleibt­ ­gesperrt, bis sich da was tut.“

Der Ortsbeirat stimmte dem Haushaltsentwurf der Gemeinde für 2017 zu - Ortsvorsteher Luther sah viele Wünsche des Gremiums berücksichtigt. „Der Einbau eines Behinderten-WCs im Bürgerbüro wird nächstes Jahr geprüft“, erklärte er. Geld sei auch eingeplant für Windfang und Außenbeleuchtung am Bürgerhaus. Auch Wasserschäden von der Überschwemmung des Kellers sollen beseitigt werden. Zudem sei Geld für den Musikergarten eingeplant. Ein Grundstück für Parkplätze für das Bürgerhaus werde noch in diesem Jahr gekauft. Insgesamt werden bis 2020 in Ebsdorf rund 800000 Euro investiert.

Neue Wohneinheitenüber alter Gaststätte

Luther teilte zudem mit, dass eine Bau- und Nutzungsänderung für die ehemalige Gaststätte Weidemüller erteilt worden sei: „Im Dachgeschoss kann eine Wohneinheit für bis zu 15 Personen eingerichtet werden, wenn ein zweiter Rettungsweg eingerichtet wird.“ Er kündigte­ zudem an, dass am 15. Dezember die Vereinsvertretersitzung für Ebsdorf stattfindet.

Die Termine für 2017 seien dann ebenso Thema, wie die Gründung ­einer möglichen Vereinsgemeinschaft. „Im Bereich Kinderfasching arbeiten wir ja schon seit Jahren zusammen.“ Der Ortsbeirat zeigte sich zudem einig, dass die vom Kreis ausgeschüttete Ehrenamtspauschale in Höhe von 982 Euro für Kinder im Dorf eingesetzt werden sollen.

von Patricia Grähling

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