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Geht auch mal über Belastungs-Grenze

Weimars Wehren ziehen Bilanz Geht auch mal über Belastungs-Grenze

Ersthelfer am Unfallort zu sein, bedeutet mitunter auch, sehr schlimme Szenerien vorzufinden. Ein Autounfall auf Gemeindegebiet forderte den freiwilligen Feuerwehrleuten im Jahr 2013 richtig viel ab.

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Bürgermeister Peter Eidam (von links) GBI Markus Herrmann sowie KBM Sascha Köhler (rechts) und der Erste Beigeordnete Thomas Nuhn (Dritter von rechts) mit den beförderten Einsatzkräften der Feuerwehr. Fotos: Elisabeth Beikel.

Quelle: Elisabeth Beikel

Niederwalgern. Gemeindebrandinspektor Markus Herrmann verdeutlichte in seinem Bericht, wie viel die Feuerwehr eigentlich leistet. Auch wenn die Mitglieder nicht ganz so oft körperlich gefordert wurden, wurden sie es emotional umso mehr. 2013 war mit 24 Einsätzen das Jahr mit den wenigsten Einsätzen in den letzten 10 Jahren, aber mit einigen der schlimmsten.

Herrmann sprach von einem Fall, der nicht leicht zu verkraften war und in der Presse als „Horrorunfall“ bezeichnet wurde. Dabei schleifte ein Lkw einen Pkw rund 100 Meter die Straße entlang, bis der Pkw-Fahrer herausgeschleudert wurde. Die Feuerwehrmänner waren dem Anblick einer Leiche mit abgetrennten Gliedmaßen ausgesetzt.

Dazu sagte Herrmann: „Es ist gut, dass das Gehirn in den ersten Minuten wie mechanisch arbeitet. Lagebeurteilung, Entschluss, Befehl - immer und immer wieder.“

Mitmenschen wissen oft nicht, was sich hinter der Professionalität der mittlerweile 202 ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen aus den 10 Ortsteilwehren, verbirgt. „Wir sehen viele schlimme Bilder, die andere nicht wahrnehmen, die mit Kriegsbildern vergleichbar sind. Lasst uns damit offen umgehen und darüber sprechen, auch mit professioneller Hilfe“, so Herrmann.

Deshalb betonte Weimars Bürgermeister Peter Eidam, dass er sich mehr Anerkennung und Unterstützung der Feuerwehr bei Einsätzen wünsche. Denn die Arbeit, die die Feuerwehr leiste, sei nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen. Die Gemeinde, so Eidam, stehe hinter der Feuerwehr, indem sie immer die nötigen Mittel für Ausbildung und Ausrüstung bereitstellen werde.

Und um solche Leistungen gebührend zu feiern, wurde der Mann des Abends, Ehrengemeindebrandinspektor Wolfgang Seibel, geehrt. Niemanden hielt es mehr auf den Sitzen, als er sich seinen Weg nach vorne bahnte. Das ganze Bürgerhaus jubelte und applaudierte. Seibel lebt und liebt die Feuerwehr. Seit 1974 war seine Arbeit nicht mehr wegzudenken.

In Argenstein war er als Wehrführer auch als Gemeindejugendfeuerwehrwart aktiv. Von 1990 bis 2004 bekleidete er außerdem die Stelle des Ortsbrandmeisters beziehungsweise Gemeindebrandinspektors. Zu Tränen gerührt nahm er das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber in Empfang. Damit es auch in Zukunft tapfere Feuerwehrmänner und -frauen geben kann, fördert die Freiwillige Feuerwehr Weimar ihre Mitglieder. Es werden viele unterschiedliche Lehrgänge und Seminare angeboten, allein 2013 waren es 99, unter anderem im Bereich technische Unfallhilfe bei Verkehrsunfällen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Jugendfeuerwehr, die 2013 aus 57 Jungen und 28 Mädchen bestand. Den Gemeindepokalwettkampf gewann im letzten Jahr Gruppe Argenstein 1, während Allna/Weiershausen den zweiten Platz belegte und Wenkbach auf dem dritten Platz landete.

n Termine: In diesem Jahr finden zwei wichtige Veranstaltungen für Jugendliche statt. Zum einen die Gewerbeausstellung am 30. März am und im Bürgerhaus Niederweimar sowie der Aktionstag der hessischen Feuerwehr am 17. Mai in Marburg.

Beförderungen: Feuerwehrmann/-frau: Isabell Völk, Nina Löwer, Franziska Fischer, Tobias Hach, Mattis Winski, Christopher Pons, Maximilian Veldkamp, Janine Peil, Tobias Schuchardt.

Oberfeuerwehrmann/-frau: Alexandra Böth, Laura Peil, Daniel Dasbach, Stefan Bierau.

Hauptfeuerwehrmann/-frau: Lena Bender, Jens Eidam

Löschmeister: Thomas Ruppert

Oberlöschmeister: Markus Tarkowski

Ehrungen: Eisernes Feuerwehrleistungsabzeichen: Stefan Bierau

Goldenes Feuerwehrleistungsabzeichen: Anja Bender, Thorben Meier

Goldenes Feuerwehrleistungsabzeichen – Stufe 5: Steffen Kütt, Markus Tarkowski, Sascha Weisbrod

Silbernes Brandschutzehrenzeichen: Dirk Böckler, Stephan Seibel, Achim Fischer, Thilo Kaletsch, Markus Leinweber

Goldenes Brandschutzehrenzeichen: Hans Löwer, Jörg Grebe-Grotefend, Reinhard Teuber, Karl-Heinz Kaletsch, Achim Schnabel

Anerkennungsprämie 10 Jahre: Annette Teuber, Olaf Felber, Andreas Mergenthal

Anerkennungsprämie 20 Jahre: Thilo Kaletsch, Markus Leinweber

Anerkennungsprämie 30 Jahre: Reiner Ortmüller, Michael Grün, Uwe Matthäi, Manfred Platt, Udo Bierau

Anerkennungsprämie 40 Jahre: Hans Löwer, Reinhard Teuber, Kurt Eidam, Karl-Heinz Kaletsch, Horst Pfingst

Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber: Wolfgang Seibel

von Elisabeth Beikel

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