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Gehalt floss auch ohne Vertrag

Abschied von Bodenbender Gehalt floss auch ohne Vertrag

Mit einem Familiengottesdienst und einer Überraschungsfeier, die Kolleginnen und Wegbegleiter für sie geplant hatten, wurde die Erzieherin Anne Bodenbender aus Oberweimar am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet.

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Ein bewegender Moment: Zum Abschied in den Ruhestand wird Anne Bodenbender (Mitte) noch einmal von Kindern umringt, die im Chor mit den Erzieherinnen des Kindergartens Niederweimar gemeinsam singen.

Quelle: Christoph Linne

Niederweimar. Heute scheidet die 62-Jährige offiziell aus dem Dienst aus, als Vertretungskraft bleibt sie dem Kindergarten Niederweimar erhalten.

Während der Verabschiedung rief Pfarrer Alexander Bartsch eine Anekdote in Erinnerung, die noch vor 40 Jahren recht gewöhnlich war, aber heute undenkbar ist. Einst per Handschlag ohne Zeugnis oder Nachweis von einem seiner Vorgänger eingestellt, fiel erst nach drei Jahrzehnten durch einen Zufall auf, dass die erfahrene und beliebte Erzieherin keinen Arbeitsvertrag besaß. Das Gehalt floss aber auch so.

Nach den heutigen Erkenntnissen hat Bodenbender offiziell am 1. Oktober 1972 ihre Arbeit für die Kirchengemeinde aufgenommen. „Dreimal hatte mich Pfarrer Heinrich Schwarz da schon angesprochen, ob ich nicht fest als Erzieherin in Niederweimar arbeiten und mithelfen möchte, eine Vorschulgruppe aufzubauen. Er hat einfach nicht locker gelassen und mich damit überzeugt“, erinnert sich Anne Bodenbender.

Seit Januar 1972 war sie schon nach der Geburt der ersten Tochter als Vertretungskraft in Niederweimar tätig und wechselte im Sommer 1973 nach Gisselberg. Von Mitte 1976 bis Sommer 1990 arbeitete die dreifache Mutter als Vertretungskraft in Gisselberg und Niederweimar, seit Sommer 1990 ausschließlich in Niederweimar.

Bartsch würdigte Anne Bodenbender als besonnen, vermittelnd und als Erzieherin, der stets jedes Kind gleich wichtig gewesen sei. Bettina Witt-Weber, die heutige Leiterin des Kindergartens, beschrieb ihre Kollegin während der Verabschiedung als ausgleichenden Pol, die auch in schwierigen Situationen kühlen Kopf bewahrte, motivierend und beruhigend wirkte.

Im Ruhestand möchte die 62-Jährige ihre ehrenamtliche Arbeit für die Stadtmission fortsetzen, in der sie sich seit 30 Jahren engagiert, aktiv und kreativ bleiben: „Und vor allem möchte ich alle Dinge, die ich gern mache, mit mehr Ruhe und Zeit tun.“

von Christoph Linne

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