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Zwei ehrwürdige Denkmäler aus Holz

Luther-Linde Zwei ehrwürdige Denkmäler aus Holz

Im Lutherjahr erinnern die Leidenhofener Heinrich Lemmer und Heinrich Hopp an zwei Bäume, die anlässlich des 400. Geburtstags des Reformators und des 400. Geburtstags des berühmten hessischen Landesfürsten gepflanzt wurden.

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Freunde seit ihrer Kindheit: Heinrich Lemmer (links) und Heinrich Hopp sitzen unter der Luther-Linde.

Quelle: Götz Schaub

Leidenhofen. Wilhelm Böckler (1843 bis 1916), Landwirt und Schreiner, hat seinem Dorf zwei besondere Bäume hinterlassen: Die Luther-Linde von 1883 und eine Eiche von 1904, die an Philipp den Großmütigen erinnern soll, der ein bedeutender Verfechter der protestantischen Lehre war. Heinrich Lemmer, ein Nachfahre von Böckler, und Heinrich Hopp, die sich beide für lokale Geschichte interessieren, Nachbarn und Freunde seit ihrer Kindheit sind, finden, dass das Lutherjahr ein guter Anlass ist, auf diese beiden Bäume und den damaligen Pflanzgrund aufmerksam zu machen.

„Die Linde wurde zusammen mit vier Birken gepflanzt“, erzählt Lemmer. Er vermutet, dass jede Birke für 100 Jahre seit der Geburt Luthers 1483 stehen sollte. 1972, das wissen Lemmer und Hopp noch genau, waren noch zwei der Birken am Platz. „Aber Birken werden ja doch nicht so alt“, sagt Hopp, so dass auch diese schon lange verschwunden sind.

 
Die Eiche am Scheerengraben wurde zum 400. Geburtstag von Philipp dem Großmütigen gepflanzt. Foto: Götz Schaub

Beide Bäume wurden auf Gemeindeland gepflanzt. Die Luther-Linde an der Gänsewiese und Lehmekaute, wo sich alle Dorfbewohner unentgeltlich ihren Lehm für ihre Fachwerkhäuser holen konnten. Von einer Lehmekaute ist dort nichts mehr zu sehen, auch nichts mehr zu erahnen. Der Baum steht jetzt auf einem Wiesenplatz oberhalb der Mehrzweckhalle, der Roman-Szuta-Platz genannt wird und an den polnischen Bürgermeister aus Liniewo erinnert, der einst die Partnerschaft mit Ebsdorfergrund angeregt hatte.

Die Eiche auf einem Grundstück am Scheerengraben bot früher den Schäfern, und davon gab es zwei im Ort, zur Mittagszeit Platz zum Ausruhen und für das Mittagessen, was ihnen von ihren Frauen gebracht wurde. Dass der Stamm so dick ist, führt Lemmer auf die „Nährstoffe“ zurück, die die Schafe dort hinbrachten. Dass der Stamm so gedrungen wirkt, hat allerdings eine andere Ursache. „Dort wurde immer wieder Erde aufgefüllt, so dass sich ein Teil des Stammes heute unter der Erde befindet“, sagt Lemmer. Die Bäume pflanzte Wilhelm Böckler privat. Von offiziellen Veranstaltungen dazu ist jedenfalls nichts bekannt. Die Luther-Linde war indessen schon Schauplatz für Freiluft-Gottesdienste, und wenn alles gut geht, so meinen die beiden, werde es auch in diesem Jahr zum Reformationstag einen solchen geben.

von Götz Schaub

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