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Warnwesten, Leuchtstäbe, Schülerlotsen

Provisorischer Baustellen-Schulweg Warnwesten, Leuchtstäbe, Schülerlotsen

Aufgeschürfte Knie bei Schulkindern sorgen in Fronhausen dafür, dass die Gemeinde ein regelrechtes Sicherheitskonzept für den Schulweg auflegt. Eine anonyme Beschwerde ging voraus.

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Der provisorische Schulweg in Fronhausen führt für die Dauer der Bergstraßensanierung unter anderem über zwei Schotterwege.

Quelle: Nadine Weigel

Fronhausen. Aufgrund der laufenden Sanierung der Bergstraße, die den Berg hinauf zur Grundschule führt, müssen Schulkinder in Fronhausen bis voraussichtlich September 2018 einen Ersatz-Schulweg nutzen. Er führt von der Behelfs-Bushaltestelle am Bürgerhaus über zwei extra dafür geschotterte­ Wege, einer davon sehr steil, über den Falltorweg, die Straße Keilsberg und das letzte, derzeit noch begehbare Stück der Bergstraße hinauf zur Schule.

Eine Streckenführung, die die Gemeinde nach vielen Diskussionen mit der Elternschaft ausgewählt hat. Das Staatliche Schulamt und die Unfallkasse­ Hessen empfahlen sie als sicherste Lösung, berichtete Bürgermeisterin Claudia Schnabel (Initiative Fronhausen).

Gemeinde schließt Ersatz-Bushaltestelle aus

Im Vorfeld war eine andere ­Variante heiß diskutiert worden. Die Gemeinde probierte­ sie in einem Verkehrsversuch aus. Sie sah die Einrichtung der Ersatz-Bushaltestelle am Brunnenplatz vor. „Diese Lösung haben wir ausgeschlossen“, sagte  Schnabel. Während der Bring- und ­Abhol-Zeiten müssten sich bis zu vier Busse, inklusive Gelenkbus, hintereinander aufreihen. Die Haltezeiten dauerten bis zu 15 Minuten an – und die  Bushaltestelle am Brunnenplatz biete zu wenig Platz für ein solches Aufkommen an Schulbussen, bis zu 200 Schulkindern und Autofahrern, die passieren wollen.

Seit Anfang April laufen nun die auf 18 Monate ausgelegten Bauarbeiten in der Bergstraße – und seither sind die Kinder auf dem Ersatz-Schulweg unterwegs.

 
Ein kurzes, aber sehr steiles Teilstück ist mit einem Geländer ausgestattet, das noch einen Mittelholm bekommen soll, damit kleine Kinder sich besser festhalten können. Foto: Nadine Weigel

Nach den Auseinandersetzungen zwischen Gemeinde und Eltern im Vorfeld sei es ruhig geworden, sagt Schnabel, „hier bei der Gemeinde gingen keine Beschwerden ein“. Bis vor einigen Wochen. Da erreichte ein anonymer Brief die Unfallkasse­ und das Schulamt über die CDU-Fraktion auch die Bürgermeisterin. Darin heißt es, der Weg sei für die Kinder zu gefährlich und nicht zumutbar: Engpässe­ auf Bürgersteigen und auf ­einer Treppe werden beklagt, eine vielbefahrene Straße,­ die die Kinder überqueren müssen, wird als größte Gefahrenstelle eingestuft. Es solle für die Buskinder über den Einsatz von Kleinbussen nachgedacht werden, fordert der anonyme Briefschreiber. Zudem müssten ­Zebrastreifen und Ampeln angebracht werden.

Über den Brief, der der OP vorliegt, diskutierten in der vergangenen Woche die Gemeindevertreter. Die CDU wollte unter anderem wissen, ob es auf dem provisorischen Schulweg zu Unfällen gekommen sei. Bürgermeisterin Schnabel gab Antworten der Schulleiterin Marion Wagner weiter, die über mehrere Unfälle berichtete. Zumeist seien Kinder auf dem Heimweg auf dem steilen geschotterten Stück gestürzt und hätten sich dabei Knie oder Hände aufgeschürft. Mitunter hätten Lehrer auch beobachtet, dass Kinder auf dem Gehweg an der Bergstraße umgeknickt seien, da dort nicht mehr alle Randsteine intakt seien.

Unfallkasse prüft Fronhäuser Schulweg

Auch bei der Unfallkasse Hessen holte die Gemeinde dazu­ eine Erkundigung ein – dort wurde bislang allerdings kein ­erhöhtes Unfallgeschehen auf dem ­Fronhäuser Schulweg ­registriert, wie Schnabel den Gemeindevertretern berichtete.Der Gemeindevorstand, so betonte sie, halte in Abstimmung mit dem Schulamt und der Unfallkasse die Verkehrssicherheit für gewährleistet.

Die Unfallkasse habe den provisorischen Schulweg überprüft und einige Verbesserungsvorschläge gemacht, die die Gemeinde und der Landkreis als Schulträger nun umsetzten. Auf Nachfrage der OP nannte die Bürgermeisterin einen abgebrochenen Bordstein in der Bergstraße als Beispiel für Stolperstellen, die nun mit Warnfarbe markiert würden. Sie kündigte zudem an, dass ein Geländer auf der Strecke von der Straße Keilsberg Richtung Falltorweg noch einen Mittelholm bekommen solle, damit Kinder sich besser festhalten könnten. Die Kinder würden mit Warnwesten ausgestattet, damit sie im Straßenverkehr gut sichtbar seien, kündigte Schnabel an. Gemeindevertreterin Beate Brand-Becker (Initiative Fronhausen) berichtete, dass sie sich den Schulweg als Mutter genau angeschaut habe. „Alles läuft geordnet ab, die Kinder laufen auf dem Bürgersteig und sind sehr diszipliniert“, berichtete sie und vertrat die These, dass es wohl vermehrt zu aufgeschlagenen Knien gekommen sei, „weil das auf dem Schotter so schön rutscht“.

Für die Zeit nach den Sommerferien, wenn die Baustelle Bergstraße weiterrückt, wird sich der Streckenverlauf des Ersatz-Schulwegs ändern. Die Kinder müssen dann die Straße Stollberg passieren. Damit sie sicher unterwegs sind, werden zwei erwachsene Begleitpersonen dabei sein, kündigte Schnabel an. Und in der dunklen Jahreszeit würden die Kinder mit Leucht-stäben ausgestattet.

von Carina Becker-Werner

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