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Spielen und lernen in der Natur

Waldkindergarten Spielen und lernen in der Natur

Unterwegs in Wald, ­Wiesen und Feldern – so soll der Alltag der Kinder in Holzhausen bald ­aussehen. In rund vier ­Monaten soll dort ein ­Naturkindergarten Platz für 19 Kinder bieten.

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Haben den Naturkindergarten in Holzhausen aus der Taufe gehoben: Claudia Schnabel (von links), Lothar Nau, Carmen Will, Marie Bösherz und Ann-Marie Weber.

Quelle: Dominic Heitz

Holzhausen. Dahinter stehen­ der Verein Allmende Holzhausen und einige interessierte ­Eltern, die ihre Kinder gern in einem Waldkindergarten unterbringen möchten. Die Gemeinde Fronhausen beteiligt sich an dem Projekt und stellt das Dorfgemeinschaftshaus als Unterkunft zur Verfügung.

Die Mädchen und Jungen sollen sich aber in erster Linie im Wald und auf Wiesen aufhalten. Die Grundstücke hierfür werden von der Gemeinde und von Privatpersonen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Diese Gebiete liegen aber nicht alle direkt am Ort. Die Kinder müssen also dorthin laufen, vorbei an Äckern und durch ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Das ist Teil des Konzeptes. „Wir wollen den Kindern auch die Kreisläufe der Landwirtschaft zeigen“, sagt Ann-Marie Weber. Sie gehört zu den Initiatoren des Projektes.

Bei schlechtem Wetter ins Dorfgemeinschaftshaus

Wenn das Wetter es nicht zulässt, dass die Kleinen sich draußen aufhalten, können sie im Dorfgemeinschaftshaus Unterschlupf suchen. Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel war schon länger auf der ­Suche nach Möglichkeiten, das Fachwerkhaus in der Dorfmitte häufiger zu nutzen. Da kommen ihr die Kinder gerade recht. Der Waldkindergarten soll in die obere Etage ziehen. Umgebaut werden muss das unter Denkmalschutz stehende Haus dafür nicht. Aus Gründen des Brandschutzes muss lediglich ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Dazu könnte eine Außentreppe angebracht werden, sagt Schnabel.

„Waldkindergärten sind in unserer Region im Kommen“, sagt Niels Noack. Noack engagiert sich gemeinsam mit einigen anderen für die Einrichtung in dem Fronhausener Ortsteil. Die Idee für den Kindergarten entstand 2016. Einige Eltern aus der Gemeinde hatten ihre Kinder damals schon in dem Waldkindergarten in Kirchvers untergebracht. Da lag der Gedanke nahe, vor Ort selbst etwas zu organisieren, um nicht mehr jeden Tag fahren zu müssen. Die Idee wurde im Ortsbeirat und in Bürgerversammlungen diskutiert. Auch Bürgermeisterin Schnabel wurde früh ins Boot geholt. Um das Interesse in der Bevölkerung auszuloten, wurden Waldspielgruppen angeboten.

Lothar Nau: „Idee von Anfang an gut aufgenommen“

Ortsvorsteher Lothar Nau diskutierte mit anderen Einwohnern über den Kindergarten. „Die Idee wurde von Anfang an offen aufgenommen“, sagt Nau. Seitens der Landwirte habe es einige Bedenken gegeben, dass es Probleme auf den Feldwegen geben könnte, wenn dort Kinder und schweres Gerät gemeinsam unterwegs sind. Und bei den Jagdpächtern seien ­Befürchtungen laut geworden, dass der Aufenthalt der Kinder den Tierbestand beeinflussen könnte. Für Lothar Nau sind das aber keine unüberwindbaren Hindernisse. „Diese Probleme werden sich beim Betrieb des Kindergartens von ganz ­allein in Luft auflösen“, sagt er. Auch Niels Noack setzte bei diesen Diskussionen von Anfang an auf Aussprache. „Wir haben uns sehr viel Zeit genommen, um diese Dinge durchzudiskutieren.“

Mittlerweile steht das Konzept. Bis Ende dieses Jahres soll die Betriebserlaubnis für den Kindergarten beim Kreis beantragt werden. Die Genehmigung dauere etwa zehn Wochen, sagt Marie Bösherz, die sich auch an der Organisation beteiligt. Zeitlich passt das also genau mit den Plänen zur Eröffnung überein. Die Waldgebiete, in denen die Kinder sich aufhalten, müssen auf ihre Sicherheit überprüft werden. Das übernimmt die Kreisverwaltung. „Eine erweiterte Verkehrssicherungspflicht gibt es nicht für den Wald“, sagt Bürgermeisterin Schnabel. Soll heißen: Es müssen keine besonderen Vorkehrungen in den Waldstücken getroffen werden, damit sie von den Kindern genutzt werden können.
 Zwei bis drei Fachkräfte sollen ab März in der Einrichtung arbeiten. Für zwei dieser Stellen gibt es schon Interessenten. Ausgeschrieben werden müssen die Stellen nicht – die Organisatoren gründen derzeit eine Unternehmergesellschaft, die dann auch das Personal einstellt.

Informationsnachmittag findet am 24. November statt

Ab März soll dann der Kindergarten von 7.30 bis 13.30 Uhr öffnen. In der 19-köpfigen Gruppe wird auch Platz für zwei Kinder im Alter ab zwei Jahren sein. Der Elternbeitrag wird bei 160 Euro pro Monat liegen. Es gibt noch freie Plätze in der Gruppe, sagt Niels Noack.

Mit einem Volumen von etwa 100.000 Euro kalkulieren die Organisatoren pro Jahr. Der Großteil der Kosten soll über die Elternbeiträge und Förderungen gedeckt werden. Bürgermeisterin Schnabel hat zudem 39.000 Euro in den Gemeindehaushalt 2018 eingestellt. Niels Noack und seine Mitstreiterinnen haben zudem ein Spendenkonto eingerichtet (Informationen hierzu können per E-Mail unter waldkindergarten-holzhausen@posteo.de erfragt werden). Am Freitag, 24. November, veranstalten die Organisatoren zudem einen Informationsnachmittag für Interessierte.

von Dominic Heitz

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