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Kinder eifern dem Einzug entgegen

Neuer Anbau in Bellnhausen Kinder eifern dem Einzug entgegen

Nach den Verzögerungen geht es jetzt voran: am Donnerstag feierten Kinder, Erzieher, Bauarbeiter und Gemeindevertreter das Richtfest für den Kindergarten in Bellnhausen.

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Mit Liedern und kleinen Spielszenen gestalteten die Kinder das Richtfest mit.

Quelle: Manfred Schubert

Bellnhausen. „Ihr wollt einen Kindergarten, hell und groß? Dann an die Arbeit, schnell, los“, rief ein Junge mit Bauhelm. Und ein blondes Mädchen mit Blumen im Haar spielte die Bürgermeisterin. Sie erklärte auf die Frage, ob man sich den Anbau überhaupt leisten könne: „Die Gemeinde ist zwar nicht reich, aber der Kindergarten ist wichtig!“

Alle freuten sich: die 62 Kinder, die den evangelischen Kindergarten zurzeit besuchen und das Richtfest mit Liedern und kleinen Spielszenen mitgestalteten, die Erzieherinnen, der Pfarrer, die etwa 70 Gäste, die Bauarbeiter und Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel.

 
Der Anbau in Form eines Holzrahmenbaus ist rund 30 mal 25 Meter groß und bietet etwa 400 Quadratmeter Nutzfläche. Foto: Manfred Schubert

Die Vorbereitungen hatten länger gedauert, als von der Gemeinde geplant. Unter anderem, weil der Bauamtsleiter der Gemeinde, Karsten Christian, voriges Jahr erkrankte und schließlich nicht mehr zurückkehrte. Interkommunale Hilfe­ leistete die Nachbargemeinde­ Lohra, deren Bauamtsleiter Henning Plitt die architektonische Planung übernahm. Im Januar erfolgte der erste Spatenstich, Aushubarbeiten, Herstellung von Bodenplatte und Fundamenten. Und dann führte der gegenwärtige Bauboom zur nächsten Verzögerung. Sechs bis acht Wochen später als geplant konnten die Zimmerleute­ der Firma Holzbau Schmidt aus Wetzlar damit beginnen, die vorgefertigten Elemente des Holzrahmenbaus zu errichten.

Nächste Woche sollen die Dachdecker kommen, danach geht es mit dem Innenausbau los. Statt zum neuen Kindergartenjahr im Sommer, hoffen Kinder und Erzieher, im November, spätestens Anfang Dezember einziehen zu können.
Der Kindergarten ist mit 62 Kindern, darunter zwei Integrationskindern, derzeit voll ausgelastet, und auch die künftige Krippengruppe ist mit zwölf angemeldeten Kindern bereits voll, sagte Kita-Leiterin Elke Schwing. „Das Team ist bereits komplett und wir haben das Konzept für den Wechsel vom zwei- zum viergruppigen Kindergarten ausgearbeitet. Wir sind neugierig und freuen uns schon auf den Anbau“, betonte sie.

Bald gibt es in Bellnhausen vier statt zwei Gruppen

Dieser wird rund 30 mal 25 Meter groß sein und etwa 400 Quadratmeter Nutzfläche bieten. Darin wird es neben Räumen für die Krippengruppe und eine altersgemischte Gruppe einen ­Wickelraum, Ruheraum, Sanitärräume, Teeküche und Lagerfläche im Obergeschoss geben. Der Verbindungstrakt zwischen Alt- und Anbau wird Umkleidebereich mit Garderoben. Energetisch wird er mit einer Erdwärmepumpe und Photovoltaik versorgt werden. „Für den Anbau sind 900 000 Euro im Haushalt eingestellt. Wir werden vielleicht etwas nachfinanzieren müssen. Der Altbau hat noch eine Ölheizung, derzeit überlegen wir, ob wir eine größere Wärmepumpe­ einbauen und den Altbau mit anschließen“, sagte Bürgermeisterin Schnabel.

Und der Bedarf an Kinderbetreuung in der Gemeinde wächst weiter. „Bei 98 Prozent der Eltern sind beide berufstätig und auch die Kapazität der Großeltern, sofern diese überhaupt vor Ort wohnen, ist begrenzt“, sagte Schwing. Schnabel berichtete, es gebe eine Privatinitiative, die einen Waldkindergarten in Holzhausen gründen möchte. „Es könnte, hoffen wir, im Frühjahr losgehen.“

von Manfred Schubert

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