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Kindergartenplätze werden knapp

Hauptausschuss Fronhausen Kindergartenplätze werden knapp

Der Waldkindergarten Holzhausen wird als zusätzliches Angebot gerne angenommen. Dennoch sieht Bürgermeisterin Claudia Schnabel einen Engpass bei den Kindergartenplätzen auf die Gemeinde zukommen.

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Sollte es einmal Extremwetter geben, etwa Sturm, Hagel, Kälte, sollen die Kinder des geplanten Waldkindergartens im Dorfgemeinschaftshaus Holzhausen Schutz finden können.

Quelle: Götz Schaub

Oberwalgern. Die Zahl der Kindergartenkinder in der ­Gemeinde Fronhausen werde eher steigen als fallen. Das sagte Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel während der Sitzung des Fronhäuser Hauptausschusses am Donnertagabend in Oberwalgern. Derzeit gibt es keine freien Plätze in den beiden evangelischen Kindergärten in Bellnhausen und Fronhausen.

Und mehr noch: Laut Schnabel gehen aktuell 14 Fronhäuser Kinder in Kindergärten anderer Kommunen, was die Gemeinde ebenfalls mitzu­finanzieren habe. Die Ankündigung der hessischen Landesregierung, die Regelbetreuung in den Kindergärten für Eltern kostenfrei gestalten zu wollen, habe dazu geführt, dass weitere Kinder angemeldet wurden.
Der Waldkindergarten Holzhausen, der im März 2018 ­seinen Betrieb aufnehmen will, könne da schon etwas weiterhelfen, doch dürfe er nicht als direktes Zusatzangebot angesehen werden, weil er mit dem Leben in der Natur ein völlig anderen Ansatz habe als die „normalen“ Kindergärten und bei Weitem nicht von allen Eltern als Alternative angesehen wird.

Lothar Nau, Ausschuss-Mitglied der CDU-Fraktion, stellte heraus: „Der Waldkindergarten wird die Platzprobleme nicht ­
lösen. Wir wollen aber auch noch ein neues Baugebiet in Fronhausen ausweisen. Also müssen wir uns auch über das Thema Kindergartenplätze unterhalten.“

So sah das auch Frank Weber von der SPD: „Die 14 Kinder, die jetzt schon in auswärtige Kindergärten gehen, werden kaum alle in den Waldkindergarten gehen wollen.“ Er zweifelte daher an, dass der Waldkindergarten eine tatsächliche Hilfe sei, eine neue Gruppe zu vermeiden.

Nichtsdestoweniger werden Kinder in den Waldkindergarten gehen, die somit nicht auf die anderen beiden Einrichtungen zu verteilen sind (die OP berichtete darüber am 24. Oktober). Der Ausschuss beschäftigte sich nun mit den Verträgen, die noch zu schließen sind, bevor vom Träger die Betriebserlaubnis beantragt werden kann. Und da gab es noch Redebedarf.

Vertragslaufzeit soll nicht zehn, sondern vier Jahre sein

Der Entwurf des Trägervertrages soll im Paragraf neun noch verändert werden. So erschien zunächst dem Gemeindevorstand die Geltungsdauer von zehn Jahren als zu lang. Er schlug eine Kürzung auf fünf Jahre vor, die Mitglieder des Ausschusses sprachen sich mehrheitlich für nur drei Jahre aus.
Das natürlich immer mit der Option, den Vertrag zu verlängern, wenn der Kindergarten gut läuft. Es sei aber gerade zu Beginn wichtig, die Entwicklung in einem überschaubaren Zeitraum beobachten zu können, meinte CDU-Mann Martin Schnabel.

Letztendlich einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, den Vorschlag des Gemeindevorstandes auch zu berücksichtigen und schlugen deshalb zunächst eine vierjährige Laufzeit vor. Zudem wurde der Vorschlag des Gemeindevorstandes übernommen, der beiden Parteien, also Träger und Kommune, ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumt, sollte die Zahl der Kinder unter zehn fallen. Der Trägerverein will 19 Kindern Platz bieten, wobei zwei von diesen unter drei Jahre alt sein dürfen.

Schutzraum bei Extremwetter

Des Weiteren diskutieren die Ausschuss-Mitglieder länger darüber, dass der Waldkindergarten im Falle von Extremwetter das Dorfgemeinschaftshaus Holzhausen als „Schutzraum“ nutzen wolle.
Der obere Raum könne aber nur genutzt werden, wenn ein zweiter Fluchtweg eingerichtet werde und dieser könne nur über eine Außentreppe umgesetzt werden.

Frank Weber gab zu Bedenken, dass geklärt sein müsse, wer im Fall der Fälle Vorrecht hat, wenn es mal Extremwetter gibt, das Dorfgemeinschaftshaus aber vermietet sei. Die anderen Ausschuss-Mitglieder hielten eine solche Situation unter der Woche jedoch für relativ unwahrscheinlich.

Noch einmal musste sich der Ausschuss mit dem Abschluss der neuen Kindergartenbetriebsverträge mit der evangelischen Kirche beschäftigen, nachdem dieser Punkt  in der jüngsten Parlamentssitzung nicht zum Abschluss gebracht wurde. „Wir haben damals einen einstimmigen Beschlussvorschlag ins Parlament gebracht. Hat sich daran für euch etwas geändert?“, fragte Ausschuss-Vorsitzender Martin Wenz von der Initiative Fronhausen in die Runde. Eigentlich nicht. Nur die beiden SPD-Männer Klaus Bork und Frank Weber übten Kritik an der vorgesehenen Erhöhung des Gemeindeanteils an den Verwaltungskosten.

SPD-Mann: Ihr schenkt der Kirche ohne Not 18 000 Euro

Bork dazu: „Die Gemeinde hat sie einseitig auf 3,5 Prozent heruntergefahren. Hatte dazu die Kirche irgendetwas gesagt? Nein. Sie hatte es offensichtlich akzeptiert. Jetzt soll sie einfach so wieder mehr bekommen? Das ist nicht logisch.“
Während Bork mit den Ausschuss-Mitgliedern von CDU und Initiative Fronhausen dann doch für den Vertrag stimmte, blieb Weber eisern.

„Ihr schenkt mit diesem Beschluss der Kirche ohne Not 18 000 Euro“, sagte er.
Das sei angesichts der Summe von 4 800 Euro, die die Gemeinde Fronhausen zur Finanzierung des im September stattgefundenen autofreien Sonntags auf der L 3048 zu zahlen habe und die Bürgermeisterin­ Schnabel exorbitant nannte, nicht nachzuvollziehen. Das Thema autofreier Sonntag wurde anschließend nach kurzer Diskussion auf die nächste ­Gemeindevertretersitzung verschoben. Der Ausschuss fordert mehr Unterlagen ein, insbesondere müsse die Marburg Stadt Land Tourismus GmbH (MSLT) schriftlich darlegen, in welcher Form sie den autofreien Sonntag weiter mitfinanzieren kann und will, wann es nicht mehr geht und welche alternativen Modelle möglich sind.

Problem stellen die B-3-Auf- und Abfahrten dar

Bürgermeisterin Schnabel sagte, dass der Beschlussvorschlag lediglich die Herausnahme­ der B-3-Auf- und Abfahrten beinhalte, um die Kosten im Rahmen halten zu können. Es sei dann ein weiterer Schritt zu überlegen, ob die Route ab Hassenhausen bestehen bleiben soll oder man sich Alternativrouten beziehungsweise auch einer noch zu entwickelnden neuen Veranstaltung zuwendet.

Schnabel machte noch einmal eindringlich deutlich, dass neben den Kosten von 15 000 Euro, die derzeit noch von der MSLT und der Gemeinde Ebsdorfergrund mitgetragen werden, der zeitliche Aufwand der Organisation insbesondere für die Sperrung der B-3-Auf- und Abfahrten, die Verwaltungsmitarbeiter zu sehr binde.

„Ich kann den Punkt des Gemeindevorstandes verstehen“, sagte Martin Schnabel von der CDU. Aber es habe ihn schon etwas gestört, dass die bisherige Route in einem möglichen neuen Konzept, offenbar keine Rolle mehr spielen soll.
Er stellte einen Änderungsantrag vor, der die B-3-Problematik ausspart, aber auch offen ist für neue Konzepte oder aber auch einer selteneren Durchführung der jetzigen Veranstaltung.

CDU-Antrag sieht nur eine Prüfung vor

Die Möglichkeiten, die sich durch Gespräche mit Partnern ergeben, sollen nach CDU-Wunsch erst einmal nur geprüft werden. Der Beschluss des Gemeindevorstandes geht von einer konkreten Erarbeitung eines Konzepts aus, das mindestens die B-3-Auf- und Abfahrten ausschließen muss. Doch wie erwähnt, einigten sich die Ausschuss-Mitglieder darauf, den Tagesordnungspunkt ohne Beschlussvorschlag zu verschieben.

von Götz Schaub

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