Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Gesang zum Lobe und zu Ehren Gottes

120 Jahre Kirchenchor Fronhausen Gesang zum Lobe und zu Ehren Gottes

„Kommt nun mit Sang und süßen Tönen“ – mit diesem Lied hat der ­evangelische Kirchenchor ­unter der Leitung von Hannelore Fischer die ­Besucher zum Festgottesdienst in der Fronhäuser Kirche begrüßt.

Voriger Artikel
Grundstein für die Zukunft ist gelegt
Quelle: Ingrid Lang

Fronhausen. Der feierliche Gottesdienst wurde von Pfarrerin Dorothee Urhahn-Diel und Dekan Burkhard zur Nieden gestaltet. Die etwa 20 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors wussten die Besucher mit Liedern wie dem Psalm „ Jauchzet dem Herrn alle Welt“, „Groß ist der Herr“, „Lobt und preist den Herrn“, das von Matthias Heuser auf der Trompete begleitet wurde, sowie den beiden Liedern zum Abschluss „Geh unter der Gnade“ und „Der Herr ist mein Licht“ zu gefallen. Mit kräftigem Beifall bedankte sich die Gemeinde für die gelungenen Liedbeiträge.

Der Vorsitzende des Chors, Fritz Prediger, ließ die Geschichte des Chors Revue passieren. Oft wurde der Psalm „Singet dem Herrn ein neues Lied“ schon in Gottesdiensten gesungen und mit dieser Aufforderung an die Gemeinde weitergegeben. Vielleicht habe sich so mancher Fronhäuser vor 120 Jahren an diesen Aufruf erinnert, als im Jahre 1897 der damalige Ortspfarrer Landau die Gemeinde aufforderte und dazu anregte, einen Chor zu gründen, sagte Prediger.

Schon am selben Tag hatte sich eine stattliche Schar Fronhäuser Gemeindemitglieder  zusammengefunden, um mit der Mitwirkung im Kirchenchor eine Aufgabe in der Gemeinde und im Gottesdienst zu übernehmen. Aus dieser großen Schar sangesfreudiger Fronhäuser wurde auf Vorschlag des nominierten Dirigenten und Lehrers Kraushaar vorerst probehalber ein Männerchor aus 50 Mitgliedern gebildet.

Erster Auftritt an Christi Himmelfahrt

Seinen ersten Auftritt absolvierte der Chor an Himmelfahrt 1897 bei einem Gottesdienst in der Kirche mit dem Choral „Großer Gott wir loben dich“. Im Herbst wurde dann der wirkliche Kirchenchor als gemischter Chor gegründet. Zu Beginn zählte der Chor 70 Sänger und setzte sich aus Frauen und Männern zusammen.

In der Chronik ist vermerkt: „Die Sangeslust blitzt ihnen aus den Augen“. Chorleiter waren bis zum Ersten Weltkrieg die Lehrer Kraushaar, Müller, Kornemann und Schick sowie der Eisenbahner Konrad Gier.

Während der Kriege wurde nicht gesungen

Während des Krieges ruhte die Chortätigkeit. Im Jahr 1920 wurde die Chorarbeit unter Schreinermeister Jost Scheld wieder­ aufgenommen. In den Jahren 1927 bis 1929 fungierte Lehrer­ Immel als Chorleiter und wurde­ vom Kaufmann Johannes Pausch unterstützt, der seit 1925 das Amt des Vorstandes ausfüllte.

Der 2. Weltkrieg sorgte erneut für eine Unterbrechung der Chorarbeit. Nach Kriegsende 1945 übernahm Lehrer Möller das Dirigat. Sein Kollege Immel war drei Jahre zuvor gestorben. Unter Möllers Leitung wurde das 50-, 60- und 70-jährige Bestehen gefeiert.

Von 1950 bis 1984 übernahm Johannes Scheld den Vorsitz im Vorstand. Ihm folgte Jost Schneider und 1990 Heinz Laukel. Seit 1996 hat Fritz Prediger das Amt des Vorsitzenden inne. 1968 trat Organist Adolf Kuhl die Nachfolge des Dirigenten Möller an. Unter seiner Leitung gestaltete der Chor Festgottesdienste zum 75-, 80- und 90-jährigen Bestehen.

Doris Menz wird erste weibliche Dirigentin

Nach 28 Jahren beendete Kuhl seine Tätigkeit als Dirigent und mit Doris Menz übernahm zum ersten Mal eine Frau den Dirigentenstab. Menz leitete 17 Jahre lang den Chor und mit ihr wurde das 100- und 110-jährige Bestehen gefeiert. Seit 10 Jahren leitet nun Hannelore Fischer den Kirchenchor.

Auch nach 120 Jahren ist das  Lied „Großer Gott wir loben dich“ immer noch präsent und wurde im Wechsel mit der ­Gemeinde gesungen. Bis heute­ singt der Chor mit viel Freude­ zu Ehren und zum Lobe Gottes. Dekan Burkhard zur Nieden sagte: „Das ist ein schönes Fest.“ Während der Feier wurde eine Reihe oberhessischer Namen verlesen, die in 120 Jahren im Chor zum Lobe Gottes gewirkt hatten.

Der Dekan erinnerte auch an das Bild, das Martin Luther sitzend mit der Laute auf dem Knie zeigt. „Von ihm gibt es zwei Lieder, die ich besonders mag.“ Dazu gehöre „Ein feste Burg ist unser Gott“ und das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“. Dort werde kein schweres Gepäck gebraucht, so der Dekan, da sei nur die Laute wichtig, denn da werde ein Kind geboren. „Unserem Heiland folgen wir und ihm singen wir“, sagte er und forderte die Gemeinde auf: „Lasst uns fröhlich singen“.

Bezirkskantorin Christiane Kessler ehrte langjährige Sänger und betonte, dass, wo Kirchenmusik erklinge, viele­ Menschen zusammenkommen. Früher­ sei es üblich gewesen, dass Männer die Chöre leiteten. Mit Doris Menz habe sich dies auch in Fronhausen geändert. Nach dem Gottesdienst gab es im Gemeindehaus noch einen Imbiss.

von Ingrid Lang

Ehrungen
Für ihre Mitgliedschaft im Chor wurden geehrt: Rosel Henkel (15 Jahre), Gertrud Hormel, Brigitte Pfister (beide 16 Jahre), Magdalene Becker (17 Jahre), Melanie Bork, Sybille Eibner (19 Jahre), Konrad Finger (20 Jahre), Fritz Prediger (22 Jahre), Pia Schwarz (25 Jahre), Heidemarie Siebert (34 Jahre), Margret Heuser (43 Jahre), Johanna Laucht, ­Karin Wießner (beide 44 Jahre),  Barbara Wegst (48 Jahre), Herta Lather (50 Jahre), Marga Kraft (61 Jahre) und Hilde Roth (66 Jahre).
Voriger Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr