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Fronhäuser beplanen Festplatz selbst

„Auf der Schwärz“ Fronhäuser beplanen Festplatz selbst

Nach Jahren des Ringens und der Planungen haben die Bürger Fronhausens nun selbst ein Konzept für ihren Festplatz „Auf der Schwärz“ erstellt. Die gute Nachricht: Die Kirmes soll dort mitten im Ort bleiben.

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Anwohner, Burschenschaft, Ortsbeiräte, Eltern und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung haben gemeinsam im vergangenen Jahr ­eine neue Planung für den Festplatz „Auf der Schwärz“ aufgestellt.

Quelle: Patricia Grähling

Fronhausen. Die Umsetzung des Konzepts hängt auch von der Finanzierung ab. Bürgermeisterin Claudia Schnabel hofft für das rund 460 000 Euro teure Projekt auf 250 000 Euro aus dem Fördertopf der Leader-Region Marburger Land. „Wenn wir diese Förderung nicht bekommen, dann können wir das Projekt nicht in der geplanten Größenordnung umsetzen“, erklärt sie. Dann müsse der neue Festplatz etwas kleiner und langsamer umgesetzt werden – und mit mehr Eigenleistung.

Dass die Fronhäuser mithelfen, den Festplatz und den Bereich am alten Bahnhof neu zu gestalten, davon gehen die Planungen jetzt schon aus. Schließlich wurde das Konzept auch von den Bürgern selbst erstellt. „Der Ortsbeirat hat eine Bürgerplanung geleitet“, erklärt Ortsvorsteher Dirk Ficht. 35 Bürger haben in sechs Sitzungen über ein Jahr ein Konzept erstellt, das eine deutliche optische Aufwertung des Geländes verspricht. Das sei nicht immer einfach gewesen, viel sei diskutiert, manche Wünsche nicht mit aufgenommen worden. „Aber letztlich kann sich jeder im Ergebnis wiederfinden“, so Ficht.

Wichtig war bei der Planung, dass Spielplatz, Pendlerparkplätze und der Platz für die Kirmes erhalten bleiben, führt Schnabel aus. Auch das Bahnhofsgelände, das derzeit umgebaut wird, wurde bei den Planungen einbezogen, um einen einheitlichen Platz zu schaffen. „Wir haben uns daher viele Gedanken über Achsen und Wegeführungen gemacht“, ­erläutert die Bürgermeisterin.­ So bleibt etwa der Spielplatz an seiner bisherigen Stelle – weil er dort vom neu entstehenden Biergarten aus einsehbar ist. Eltern könnten so ihren Nachwuchs im Blick behalten. Der Verkehrskreisel, der dazwischen liegt, soll daher auch mit einem ­hinüberführenden Weg ausgestaltet werden. „Und damit die Verkehrssituation sicherer wird und niemand mehr im Kreisel hält, um Menschen aussteigen zu lassen, schaffen wir „Kiss-&-Ride“-Parkplätze“, so Schnabel.

Abenteuerspielplatz und ein Bahnhofspielplatz

Die vorhandenen Pendlerparkplätze werden erweitert – und gekennzeichnet, damit geordneter geparkt wird, sagt die Bürgermeisterin. Auf der asphaltierten Fläche bleibt bei der Kirmes Platz für das Autoscooter. Auf der nebenliegenden Rasenfläche soll auch in Zukunft das Kirmeszelt der Burschen stehen. Dort soll ein asphaltierter Basketballplatz entstehen. „Der wird so ausgeführt, dass an dieser Stelle bei der Kirmes die Theke aufgebaut wird“, sagt Schnabel. Geplant seien Tischtennisplatten und Rampen für Radfahrer. „Kinder kamen ins Rathaus und haben sich das ­gewünscht“, erzählt sie. Alles solle so ausgeführt werden, dass es für die Kirmes weggeräumt werden kann. Entstehen sollen auch abschließbare Fahrradboxen, eine öffentliche Toilette,­ eine E-Bike-Ladestation und ein WLAN-Hotspot.

Eine Entscheidung über die ­alte Mehrzweckhalle haben die Planer auch getroffen: Sie soll endgültig abgerissen werden. Stattdessen soll ein Spielbereich für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren entstehen – mit Bolzplatz, Spielelementen zum Balancieren und Klettern. Eben alles ein bisschen abenteuerlicher. Der Spielplatz für Kinder im vorderen Bereich soll hingegen das Motto „Bahnhof“ aufgreifen: „Wir stellen uns eine Lokomotive aus Holz zum Klettern vor, dahinter Trampoline oder Sandkästen, die als Waggon ausgestaltet sind.“ Bürger sollten hierbei helfen, diese individuellen Spielgeräte zu gestalten.

„Alles in allem wollen wir Fronhausen ein neues Gesicht geben“, fasst Schnabel zusammen. Denn Bahnreisende sehen vom Ort zunächst immer diese Fläche. „Schön ist anders“, betont sie. Deshalb werde das gesamte Gelände noch schön begrünt, bekomme Sitzgelegenheiten und harmonische Wegeführungen. Gleichzeitig soll der Platz dadurch nicht nur hübscher werden, sondern auch häufiger genutzt werden: „Wir stellen uns vor, dass es hier neben der Kirmes Markttage geben kann oder Konzerte“, so Schnabel.

Abriss der Mehrzweckhalle und Platz für die Kirmes

Ein Planungsbüro hat laut dem Ortsvorsteher dabei geholfen, die Ideen zu Papier zu bringen. Eine weitere heimische Firma soll dabei helfen, die Dorfgemeinschaft zu aktivieren und anzuleiten – damit sie am Bau und der Gestaltung aktiv teilhaben. „Daraus erhoffen wir uns auch noch mehr Zusammenhalt“, erklärt Ficht.

Den Planungsprozess bezeichnet Schnabel schon jetzt als einmalig für Fronhausen: Alle Altersklassen und Interessengruppen hätten sich beteiligt, neben den Anwohnern etwa auch die Burschenschaft, der neue Besitzer der geplanten Eventscheune am alten Bahnhof und Mitarbeiter der Gemeinde. „Nun wünschen wir uns, dass alle bis zur Einweihung dabeibleiben.“

Der Zeitpunkt der Einweihung allerdings hängt davon ab, ob und wann Fronhausen Fördergelder aus den EU-Töpfen bekommt. Die erste Chance, eine Förderung zu bekommen, sei im nächsten Jahr. Die aktuelle­ Förderperiode gehe noch bis 2020. „Wir haben in den vergangenen Jahren keine Anträge gestellt und hoffen auf ein positives Votum des Vorstands“, so Schnabel. Dann entscheide eine Kommission darüber, wann Geld fließt.

von Patricia Grähling

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