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Fronhausen muss sich entscheiden

Bürgerentscheid zum Baugebiet Fronhausen muss sich entscheiden

Am 26. November entscheiden die Bürger der Großgemeinde Fronhausen über das Baugebiet "Auf‘m Lärchenscheidt". Befürworter und Gegner versuchen, die Wähler auf ihre Seite zu bringen.

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So könnte es bald in Fronhausen aussehen: Vorne rechts ist eine Skizze des geplanten Baugebietes in das Bild eingearbeitet.

Quelle: Levin Dolgner | www.levindolgner.de

Fronhausen. Der Bürgerentscheid rückt näher. Er entscheidet darüber, ob die Pläne für das neue Baugebiet in Fronhausen weiterverfolgt werden oder nicht. Es geht um ein Gebiet am westlichen Ortsrand Fronhausens zwischen Gladenbacher Straße und Pfingststraße. Die Gemeinde möchte dort Bauland zur Verfügung stellen; die Gemeindevertretung hat einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss gefasst. Für die geplanten Bauplätze gebe es Bedarf, sagt Fronhausens Ortsvorsteher Dirk Ficht. „Viele Bewerber um Bauland kommen direkt aus Fronhausen.“

Am letzten Samstag im September hatte Ficht zu einer Ortsbegehung eingeladen. Er wollte Bürgern die Möglichkeit geben, sich den umstrittenen Grund gemeinsam anzuschauen. Anhand von Plänen erläuterte Ficht Vertretern aus Politik und interessierten Bürgern unter anderem die Anbindung des möglichen neuen Wohngebiets an die Gladenbacher Straße. Denn durch den alten Ortskern soll die Zufahrt nicht verlaufen.

Ficht weiß, dass er kämpfen muss für die neuen Bauplätze. Kämpfen heißt hier: informieren. „Viele wussten gar nicht genau, wo das geplante Baugebiet liegt“, sagt er. Für den Ortsvorsteher geht es auch um die Zukunft Fronhausens. In einer Bürgerversammlung im Juni wurden den Bürgern Zahlen vorgelegt, die zeigten, dass die Bevölkerung in der Gemeinde Fronhausen stärker schrumpft als im Landkreis oder in Hessen. Mit neuem Bauland hofft der Ortsvorsteher dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Naherholungsgebiet soll so bleiben, wie es ist

Dr. Jutta Wigand ist eine der drei Vertrauenspersonen, die das Bürgerbegehren „Rettet den Wiesengrund Weingraben“ initiiert haben. Gegen neues Bauland hat Wigand nichts. Aber das Areal am westlichen Rand Fronhausens sei das einzige zusammenhängende Naherholungsgebiet im Ort, sagt sie. Ginge es nach ihr und ihren Mitstreitern, soll es deshalb so erhalten bleiben, wie es ist. „Es ist schön dort“, sagt sie. Außerdem gebe es Alternativen.

Genau das bestreitet Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel und stützt sich dabei auf die Ergebnisse einer Untersuchung, die die Gemeinde bei einem Planungsbüro in Auftrag gegeben hatte. Demnach eignen sich andere Areale in Fronhausen aus unterschiedlichen Gründen nicht, etwa weil es Probleme mit der Wasserversorgung gibt oder weil ein Grundstückseigner nicht zum Verkauf bereit ist. Sollte das Bürgerbegehren Erfolg haben, bedeute das, dass es kein neues Bauland in Fronhausen geben wird, sagt Schnabel. „Dann ist der Zug abgefahren.“

Um das Bürgerbegehren in Gang zu bringen, hatte Dr. Jutta Wigand gemeinsam mit Heike Datow-Rohrmann und Burkhard Becker Unterschriften gesammelt. Jetzt wollen sich die drei zusammensetzen, um die nächsten Schritte bis zum Tag der Entscheidung zu besprechen.

Becker sagt, ihm gehe es jetzt vor allem darum, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für das Thema schaffen. Zum Beispiel dafür, dass durch die Zufahrt zum Baugebiet das Areal „zerschnitten“ werde. „Jedem sollte bewusst sein, was er der Natur antut, wenn er für die Pläne stimmt“, sagt er. Das Ergebnis der Abstimmung sei für ihn zweitrangig. Er werde die demokratische Entscheidung auf jeden Fall akzeptieren.

Um das Baugebiet zu verhindern, muss am 26. November die Mehrheit der Bürger mit „Ja“ stimmen - also für das Bürgerbegehren und somit gegen die Pläne der Gemeinde. Außerdem müssen aktuell mindestens 841 Bürger dem Begehren zustimmen, das sind 25 Prozent der 3362 Wahlberechtigten. Sind es weniger, scheitert das Bürgerbegehren.

Burkhard Becker befürchtet, dass das Bürgerbegehren an ­jener 25-Prozent-Hürde scheitern könnte. Schließlich dürfen nicht nur die Einwohner Fronhausens abstimmen, sondern die der gesamten Großgemeinde. „Viele­ betrifft das Thema aber gar nicht“, sagt Becker.

von Dominic Heitz

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