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Bürger-Widerstand gegen Baugebiet

Lärchenscheid Bürger-Widerstand gegen Baugebiet

Das Votum im Parlament war eindeutig: 20 Jastimmen bei einer Neinstimme für das neue Baugebiet. Jetzt strengen Bürger ein Bürgerbegehren an mit dem Ziel, explizit dieses Baugebiet zu verhindern.

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Heike Datow-Rohrbach steht von der Gladenbacher Straße aus gesehen vor dem Gebiet, das für neue Häuser vorgesehen ist. Das kann sie nicht befürworten.

Quelle: Götz Schaub

Fronhausen. Schon lange­ beschäftigt sich Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel damit, im Ortsteil Fronhausen ein Baugebiet anbieten zu können. In der März-Sitzung des Gemeindeparlaments wurden dann auch die Weichen für ein Gebiet gestellt. „Auf‘m Lärchenscheid“ heißt es. Am morgigen Mittwoch bietet der Vorsitzende der Fronhäuser Gemeindevertretung Michael Hei­mann für alle interessierten Bürger der Großgemeinde­ eine Bürgerversammlung an, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Baugebietsausweisung und damit auch mit dem Baugebiet „Auf‘m Lärchenscheid“ beschäftigt.

Derweil steht auf der Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung Fronhausen, die am 29. Juni stattfindet, ein Bürgerbegehren unter dem Namen „Rettet den Wiesengrund Weingraben“ in Fronhausen. Denn um dieses Gebiet geht es auch, wenn vom Baugebiet „Auf‘m Lärchenscheid“ die Rede ist“, sagt Heike Datow-Rohrmann, eine von drei Vertrauenspersonen für das Bürgerbegehren. Ihr zur Seite stehen als Vertrauenspersonen Dr. Jutta Wiegand und Burkhard Becker. Mehr als 500 Unterschriften wurden für das Bürgerbegehren gesammelt, nämlich 512. Nach dem Wahlverzeichnis der Gemeinde Fronhausen waren nur 334 nötig.

Über 500 Unterschriften gesammelt

Auch wenn genau 12 Unterschriften für nicht gültig erklärt wurden, sorgen die 500 gültigen Unterschriften dafür, dass das Bürgerbegehren nun behandelt wird. Wenn das Parlament mehrheitlich bei seinem Votum für das Baugebiet bleibt, sollen die Bürger am Sonntag, 26. November, an die Wahlurne gebeten werden, um darüber in einem Bürgerentscheid abzustimmen. „Der Termin ist schon sehr weit nach hinten gezogen“, moniert Datow-Rohrmann. Ihr wäre es lieber, wenn man die Sache am Tag der Bundestagswahl, also am 24. September, mit erledigen könnte. „Wir hatten nur drei Wochen Zeit, das Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen und haben über 500 Unterschriften dafür gesammelt. Das zeigt, dass den Menschen dieses Gebiet wichtig ist und es sich hier keinesfalls um das Interesse weniger Menschen handelt.“ Warum gibt es nun diesen Widerstand aus der Bürgerschaft?

„Wir sind nicht gegen eine Entwicklung des Ortes“, stellt Datow-Rohrmann fest. Aber eben nicht an dieser Stelle. Denn der involvierte Wiesengrund Weingraben sei ein Naherholungsgebiet von wesentlicher Bedeutung, das viele Fronhäuser vielfältig in ihrer Freizeit nutzen. Die Initiative für das Bürgerbegehren spricht auch davon, dass es sich um ein schützenswertes Landschaftsgebiet handelt, das auch für die Frischluftzufuhr für die Ortslage bedeutend sei. „Das geplante Baugebiet zerschneidet die Kulturlandschaft nachhaltig, nicht nur durch die neuen Häuser, sondern auch die eigens noch zu bauende Zufahrtsstraße von der Gladenbacher Straße aus“, sagt Datow-Rohrmann.

Keine Alternative im Kernort

Und sie ist alarmiert, denn wenn einmal dort angefangen wurde zu bauen, könne es auch ganz schnell zu einem weiteren Bauabschnitt kommen, der praktisch das gesamte Tal zwischen Gladenbacher Straße und „Am Scheid“ ausfüllt. Wie sie darauf kommt? In den Unterlagen zum erfolgten Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan „Lärchenscheid“ sowie zur Flächennutzungsplanänderung befindet sich auch eine Plankarte, die schon eine viel weitergehende Bebauung aufzeigt, auch wenn sie aktuell noch nicht Gegenstand des beschlossenen Bebauungsplans ist.

Die Gemeinde sieht derzeit für Fronhausen keine Alternativen im Kernort, verweist darauf, dass bereits alle denkbaren Orte­ ­intensiv auf ihre Machbarkeit geprüft worden seien. Das wollen die Initiatoren des Bürgerbegehrens nicht ohne Weiteres so schlucken. Sie sind der Meinung, dass es durchaus noch ­Alternativen gibt. „Ich kann verstehen, dass Leute, die endlich ­einen Bauplatz in Fronhausen haben wollen, schimpfen, aber hier sollte doch mit Augenmaß entschieden werden“, wirbt Datow-Rohrbach um Verständnis.

Am Mittwoch, 21. Juni, findet um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Fronhausen die Bürgerversammlung zum Thema Baugebiete in der Großgemeinde statt. Am Donnerstag tagen ebenfalls im Bürgerhaus Fronhausen ab 19.30 Uhr in gemeinsamer Sitzung der Bauausschuss und der Hauptausschuss. Dort geht es dann zunächst beratend konkret um das Bürgerbegehren. Entschieden wird dann darüber in der Parlamentssitzung am Donnerstag, 29. Juni, ab 19.30 Uhr im Bürgerhaus Fronhausen.

von Götz Schaub

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